Im Frühjahr 2013 bringt Ford in Europa den
Mondeo auf den Markt. Wir haben die Kölner Mittelklasse schon mal als baugleichen US-Ableger Fusion in Mexiko unter die Lupe genommen.
Scharfe Optik: Die Front des neuen Mondeo nimmt deutliche Anleihen bei englischen Sportwagen. Der Kühlergrill im Aston-Martil-Stil ...
... wird flankiert von schmalen Scheinwerfern, in denen neueste Lichttechnik zum Einsatz kommt: Erstmals bei einem Ford werden sowohl Abblend- als auch Fernlicht und Blinker komplett von LEDs übernommen.
Die Außenmaße haben sich gegenüber dem Vorgänger in allen Dimensionen verändert: 85 Millimeter mehr Länge (4869 mm), 34 Millimeter weniger Breite (1852 mm) und 24 Millimeter weniger Höhe (1476 mm).
Die Insassen merken nichts davon – nach wie vor gibt es im Mondeo viel Platz für alle, ...
... aber Erbsenzähler werden vielleicht das um 14 auf 453 Liter geschrumpfte Kofferraumvolumen notieren, ...
... das hinter dem kleinen Deckel im Stummelheck steckt. Für raumhungrige Ford-Fahrer kommen Ende 2013 dann die Kombi- und Fließheck-Varianten.
Wohnen im Ford: Blinkende Chrom-Applikationen sollen für eine noble Atmosphäre sorgen, gegen Aufpreis werden, wie schon im
Focus, viele elektronische Assistenzsysteme angeboten: automatisches Einparken, ...
... ein Spurhaltesystem, Totwinkel- oder Notbremsassistenten und Abstandsradar. Bei unserer ersten Probefahrt enttäuschte das Infotainment-System "Sync-My-Touch". Es umfasst Navi-, Telefon-, Fahrzeugkontroll- und Unterhaltungssysteme. Doch die Menüführung ist umständlich, ...
... die Sprachsteuerung schwerhörig. Mehrmals verstand das System eindeutige Anweisungen falsch. Ergebnis: Frustriert muss sich der Fahrer mit dem Zeigefinger auf dem Touchscreen durch das verwirrende Menü tippen. Der Sicherheit ist das bestimmt nicht zuträglich.
Per Knopfdruck werden die Motoren im neuen Mondeo gestartet, ...
... und Kraft genug hat die von uns gefahrene Variante ohne Zweifel. 240 PS leistet der GTDI, ein Zweiliter-Turbobenziner. Der neu entwickelte Vierzylinder schickt auch üppige 366 Nm Drehmoment ...
... an die Vorderachse, und die zerren in engen Kurven spürbar an der elektrischen Servolenkung.
Doch nach dem Anfahren muss die Maschine erst einmal tief durchatmen: Unter 1500 Touren klafft ein gähnend tiefes Turboloch auf den ersten Metern. Hoffentlich wird das Loch für den deutschen Mondeo gestopft.
Die Automatik kann diese Schwäche nicht ausgleichen, da sie nur sechs Stufen hat – sieben oder acht sind heute Stand der Technik. Das Getriebe schaltet sanft, ...
ist aber nicht unschuldig am hohen Verbrauch: 9,8 Liter zeigte der Bordcomputer nach gemischter Stadt- und Überlandfahrt ohne Vollgasstrecken.
Gelungen sind am Testwagen die großen, bequem gepolsterten Sitze und die Fahrwerkabstimmung – nicht zu hart, nicht zu weich.
Der Einstiegspreis des neuen Mondeo wird bei rund 23.000 Euro für den kleinsten Benziner – ein Einliter-Dreizylinder mit 123 PS – liegen.
Das Fazit von AUTO BILD-Autor Jürgen Zöllter: "Der Mondeo überzeugt, aber nicht rundum: Der 240-PS-Vierzylinder und die Automatik ...
... harmonieren nicht perfekt. Bis zum deutschen Verkaufsstart nächstes Jahr muss Ford das unbedingt verbessern."
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