Eine Mittelklasse-Limousine mit Hybridtechnik, die gab es bislang nicht. Kia schließt mit dem
Optima Hybrid jetzt diese Lücke. Wir sind den Koreaner mit dem Doppelherz bereits gefahren.
Völlig lautlos fährt der Optima Hybrid an. Bis Tempo 100 soll rein elektrisches Fahren laut Hersteller möglich sein, bevor der 2,0-Liter-Vierzylinder übernimmt, ...
... aber das ist nicht zu schaffen. Wer im Stadtverkehr mitschwimmen will, ohne Aggressionen anderer zu wecken, ...
... verlässt in Wahrheit bei etwa 30 bis 40 km/h den rein elektrischen EV-Modus.
Immerhin rollt der 4,85 m lange Mittelklässler rein elektrisch durch die Tempo-30-Zone. Auch aus einer Autobahnabfahrt lässt sich mit Konstant-Tempo 70 bis 80 emissionsfrei heraussegeln – echter Genuss stellt sich ein.
An leichten Steigungen und bereits beim moderaten Beschleunigen greift der Benziner aber ein. Das tut er zwar ruckfrei, aber akustisch etwas rumorend und unkultiviert. Angefahren wird elektrisch, ...
... bei kräftigerem Beschleunigen und Außerorts-Tempo wirft ein Anlassermotor den 150 PS starken Zweiliter-Benziner an. Mit 190 PS Systemleistung ist der Öko-Optima ein durchaus flottes Auto, das in 9,4 Sekunden auf Tempo 100 sprintet und 192 km/h Spitze erreicht.
Die Boost-Funktion, bei der beide Motoren zusammen mit voller Kraft auf die Vorderräder wirken, lässt Überholmanöver rasch durchführen.
Überhaupt bleibt der Optima auch in der Hybridversion ein angenehmes Alltagsauto mit kleinem Wendekreis, sanft schaltender Sechsstufenautomatik, akzeptabler Lenkpräzision und Agilität.
Die Krux aller bislang bekannter Hybridmobile: Sie können sparen wie spurten, aber niemals beides zugleich, wie ein Turbodiesel es kann. Der Optima Hybrid da keine Ausnahme, ...
... er passt sich der Stimmung seines Fahrers an: Er legt betont lässiges Cruisen und Segeln nahe, verweigert sich aber nicht, wenn es mal schnell gehen muss.
Wer den Hybrid-Mittelklässler gemach bewegt, kann sich als virtueller Blumenzüchter betätigen: Eine Grafik verteilt mittels einer wachsenden Blumen-Grafik Haltungsnoten für den ökonomischen Fahrstil. Laut Norm soll der Optima Hybrid mit 5,4 Litern Super auf 100 Kilometer auskommen, ...
... wir haben bei einer ausgiebigen Testfahrt (Autobahn, Landstraße und Stadtverkehr) umfassenden Testfahrt 6,4 Liter Super verbraucht.
Wie bei Hybridfahrzeugen üblich, raubt der große Akku auch dieser Limousine etwas mehr als ein Viertel des Kofferraums, der aber mit 381 Litern noch immer ein brauchbares Volumen bietet.
Angenehmerweise zwingt Kia die Hybrid-Käufer nicht wie andere Hersteller, stets eine Nobel-Ausstattung mitzukaufen. Der Optima Hybrid ist auch in der schnickschnackfreien Ausstattungslinie Attract zu haben ...
... und kostet ab 29.990 Euro. Im ersten Quartal 2013 rollt er zu den Händlern.
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