Wer vergessen hat, wie geschmackssicher die Marke Lancia ist, der sollte einen genauen Blick auf den neuen Delta werfen.
Nach vier Jahren Dürre kommt er im September 2008 auf den Markt: eine Mischung aus Sport-, Familienwagen und Limousine für unter 20.000 Euro. Lancia spricht vom zweiten Lebensabschnitt der Marke.
Er ist lang geworden. Mit 4,52 Metern Länge schießt Lancias neuer Delta weit über das klassische Golf-Maß (4,20 Meter) hinaus. Obwohl er auf der Plattform des Fiat Bravo basiert.
Nur durch die enge Verwandtschaft zum Bravo konnten die Ingenieure den Wagen in gut 15 Monaten entwickeln. Sportlich, sportlich. Der Rest ist mehr auf Komfort getrimmt.
Das beginnt bereits bei der Delta-Form: Irgendwie wirkt der Delta...
... wie eine kleine Mercedes R-Klasse. Mit verschiebbarer Rückbank, stark schrägstehender Windschutzscheibe und viel Beinfreiheit im Fond.
Aber nur für Menschen, die keinen ausufernden Platz brauchen. Kinder, zum Beispiel. Denn Erwachsenen ab 1,80 Metern drückt die Decke auf den Kopf. Ein Tribut an die windschlüpfrige Form. Und die ist wirklich ein Augenschmaus.
Vor allem die zweifarbige Lackierung bi-colore steht dem Delta gut. Die Haube ist lang wie die Nase von Cyrano de Bergerac, das Heck rund und kurz.
Drei der sechs verfügbaren Motoren (120 bis 200 PS) sind Diesel. Zwei der Selbstzünder und ein Benziner wurden für den Delta neu entwickelt. Darunter auch der von uns getestete 2.0 Multijet mit 165 PS.
Der Vierzylinder erfüllt bereits jetzt die EU 5-Norm und setzt auf einen neuen Turbolader mit variabler Geometrie. Gestartet wird klassisch mit Schlüssel, der Delta läuft unglaublich leise. Bei Tempo 50 im vierten Gang dümpelt der Drehzahlmesser auf 1300 Touren, um Sprit zu sparen.
Nicht mehr als 5,3 Liter soll der Wagen auf 100 Kilometern verbrauchen. Ein zurückhaltender Trinker – mit tollem Augenaufschlag.
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