Willkommen im Gelände: AUTO BILD ALLRAD hat den Mercedes-Benz GLK 350 abseits befestigter Pisten auf Herz und Nieren geprüft.
Das Allrad-System des GLK basiert auf dem Antriebsblock der Hecktriebler, an den sich ein bemerkenswert kompaktes Verteilergetriebe mit Zentraldifferenzial anschließt.
So wird eine permanente, leicht hecklastige Kraftverteilung zu beiden Achsen gewährleistet.
Die Achsverschränkung des GLK-Fahrwerks ist zwar dürftig, aber die sorgsam abgestimmte Schlupfregelung hilft prima weiter, wenn man das Gaspedal durchdrückt.
Unterstützung erhält die Schlupfregelung nur bei extrem glattem Untergrund durch eine Lamellenkupplung, die mechanisch fest auf 50 Nm Drehmoment vorgespannt ist.
Ergebnis der Antriebstricks: Auch in schwerem Gelände kommt man mit dem GLK noch recht gut voran. Nur einmal musste der Mercedes passen: Einen etwa 60 Prozent steilen, sehr rutschigen Anstieg schaffte er nicht.
Ein Heidenspaß: Wer seinen GLK mal so richtig schön dreckig machen möchte, schaltet das ESP aus und ...
... lässt mit ganz viel Radschlupf den Schlamm spritzen. Aber unbedingt vorher kontrollieren, ob Passanten in der Nähe sind.
Wie ein Fisch im Wasser? Mitnichten. Bei einer Wattiefe von exakt 300 Millimetern ist das feuchte Nass sicher nicht das bevorzugte Element des GLK.
Flachere Bachläufe sind aber kein Problem für den Benz.
Der Motor des Testobjekts: sechs Zylinder, in V-Form angeordnet, 272 PS, 350 Nm. Der Benziner macht das gegenüber den Dieseln geringere Drehmoment durch seinen spontanen Antritt mehr als wett.
Auch auf der Straße verspricht Mercedes gute Fahrleistungen.
In 6,7 Sekunden sprintet der GLK 350 aus dem Stand auf Tempo 100 und schafft maximal 230 km/h.
Reminiszenz an den großen Urahn: Das "G" im Namen soll auf die G-Klasse verweisen.
Das Gesicht in der Masse der Kompakt-SUV: knackig kurze Front, markante Optik und eine recht steile Frontscheibe.
Der rustikale Charme des GLK setzt sich im Innenraum fort. Die in der C-Klasse als zu einfach empfundenen Kunststoffe passen durchaus zum Charakter eines SUV.
Die Instrumentierung stammt aus der C-Klasse und ist sehr gut ablesbar. Die drei höhlenartig versunkenen Instrumente erinnern ein wenig an die S-Klasse aus den 1970ern (W 116).
Der Monitor des "Command"-Systems liegt direkt neben dem Kombiinstrument und damit im direkten Blickfeld des Fahrers. Bedienen lässt es sich über den Controller in der Mittelkonsole.
Gelände-Extras: Die Tasten für die Bergabfahrhilfe DSR und den Geländemodus. Wird der Geländemodus aktiviert, verändern sich die Schaltpunkte der Automatik, das Gaspedal regiert sensibler, ESP und ABS agieren angepasst an losen Untergrund.
Komfort wie in einer Limousine: Funktionen der Zentralverriegelung, Außenspiegelverstellung und Fensterheber sind in einer Bedieneinheit zusammengefasst.
Die Sitze sind bequem und langstreckentauglich. Besonders positiv zu vermerken: Dank des kantigen Aufbaus ist der GLK sehr übersichtlich.
Ausreichend Platz gibt im GLK in der zweiten Reihe. Die Rücksitzbank klappt bei Bedarf im Verhältnis 60:40 nach vorn.
Sie vergrößert so den gut nutzbaren Kofferraum von 450 auf maximal 1550 Liter.
Und noch einmal zurück in den Schmutz: Der Mercedes GLK ist kein Schickimicki-SUV für die Boulevards der Stadt. Er kann sich auch im harten Einsatz beeindruckend in Szene setzen.
Die für ein Kompakt-SUV beeindruckenden Geländequalitäten werden viele Käufer des GLK wohl niemals nutzen. Eine Version mit Heckantrieb wird später die 4Matic-Modelle ergänzen.
Die Karosserie des GLK verwindet sich auch nicht bei extremer Beanspruchung. Sie ist steif wie eine Burg, kein Ächzen, kein Klappern.
Der Böschungswinkel vorn beträgt 23 Grad, hinten 25 Grad. Somit nimmt der GLK steile Auf- und Abfahren, ohne mit den Stoßfängern aufzusetzen.
Bestellt werden kann der Mercedes GLK ab sofort, die Auslieferung beginnt im Oktober 2008. Vorerst sind nur die Sechszylinder im Angebot, der Einstiegsmotor 220 CDI (40.341 Euro) wird später nachgereicht.
Preisgestaltung: Die beiden Topmodelle 320 CDI (224 PS) und der von AUTO BILD ALLRAD gefahrene GLK 350 kosten gleichermaßen 46.053 Euro. Darunter rangiert der GLK 280 (231 PS) für 43.554 Euro.
Mercedes legt eine "Edition 1" des GLK auf. Diese erste Serie basiert auf dem Sportpaket, ist grundsätzlich calcitweiß wie im Film "Sex and the City" und steht auf 20-Zoll-Rädern.
Darf es noch etwas mehr Geländeoptik sein? Bitteschön, hier sind weitere Bilder vom GLK im Offroad-Einsatz zum Durchklicken.
Weitere Bildergalerien und Videos zum Thema finden Sie in den Empfehlungen auf der linken Seite.