Die neue Stuttgarter Oberklasse soll die Autokäufer ab dem 28. März 2009 auf ganzer Linie überzeugen. Aber welche E-Klasse ist die beste Wahl? AUTO BILD hat schon einmal die verschiedenen Motorisierungen ausprobiert und gibt Antworten.
Neuer Look: Der W 212 ist knapp zwei Zentimeter flacher als der Vorgänger. Davon profitieren die Proportionen – das Herz der Marke Mercedes wirkt in seiner Neuauflage schlanker und dynamischer als je zuvor.
Das Heck der neuen E-Klasse präsentiert sich schlicht, aber nicht langweilig. Besonders stolz sind die Mercedes-Designer auf die Leuchtgrafik der Rückleuchten. Nein, die hinteren Flanken erinnern nicht an Gesäßbacken, sondern geben ihm Charakter, ...
... und das zugespitzte Gesicht verschont uns vor modischem Fratzengewitter und begnügt sich mit einer entschlossenen Miene. Genauso eckig wie vorne ...
... gibt sich die E-Klasse als E 350 auch an den Endrohren der Auspuffanlage. Oval ist out beim Testwagen, das Rechteck rockt.
Für zackige Richtungswechsel: ungewöhnliches Blinkerdesign im Außenspiegel.
Traditionell hochwertig: der Arbeitsplatz der E-Klasse in Avantgarde-Ausstattung. Hier gibt es Alu-Paneele oder schwarzes Holz. Das Design wirkt etwas eckig und kleinteilig, Geschmacksache.
Erster Eindruck beim Einsteigen: erfreulich gediegen, das Cockpit, bequeme Sportsitze, reichlich Ablagen.
Sicherheit an Bord wird dank zahlreicher Assistenz-System groß geschrieben. Die "PreSafe Bremse" stoppt den Wagen bei gefährlich geringem Sicherheitsabstand automatisch.
Das Abstandsradar wahrt die nötige Distanz zum Vordermann. Es funktioniert bis 200 km/h.
Der Spurhalte-Assistent: Beim Überfahren von Markierungen ohne zu Blinken vibriert die Lenkung.
Nicht schneller als die Straßenverkehrsordnung erlaubt: Auf Wunsch bremst die E-Klasse ihren Piloten automatisch ein.
Für Assistenz-Systeme und andere relevante Fahrzeug-Funktionen: der Regler des Command-Systems.
Die neue E-Klasse bietet reichlich Platz im Fond und bequeme Polster – hier in der Ausführung mit optionalen Einzelsitzen und Ablagefach in der Mitte. Inklusive Leder kostet der Spaß 3719 Euro Aufpreis.
Das Kofferraumvolumen bleibt im Vergleich zum Vorgänger unverändert: Auch der W 212 schluckt 540 Liter.
Am oberen Rand des Kofferraums gibt es auf Wunsch eine Faltbox für kleines Gepäck. Wer das Ladevolumen entscheidend vergrößern will, ordert für 518 Euro umklappbare Rücksitzlehnen.
Die Ausfahrt mit den neuen E-Klassen beginnt im E 350 CGI in der Ausstattung "Avantgarde" und mit AMG-Sportpaket. Die Zugabe vom Haustuner beinhaltet unter anderem ein Sportfahrwerk inklusive Tieferlegung und 18-Zoll-Räder. Das Fahrwerk mit neuer Vorderachse und adaptiven Dämpfern ...
... steckt auch große Verwerfungen souverän weg – beeindruckend, zumal in Anbetracht der reduzierten Federwege. Was den sportlichen Part betrifft: Besonders die neue "Direktlenkung", beim 350 Serie, ...
... verleiht der E-Klasse ungeahnte Handlingqualitäten. Zusammen mit dem gestrafften Fahrwerk wirkt sie nun besonders kurvenwillig für ihr Format und verkneift sich unsportliches Wanken. Das passt ...
... zu den 292 PS und den 365 Nm des drehfreudigen 3,5-Liter-Benziners, der auch gehobene Leistungswünsche erfüllt. Die Maschine ...
... beschleunigt den E 350 CGI Blue Efficiency in zügigen 6,2 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100.
Auch der Abrollkomfort beeindruckt, trotz der 18-Zoll-Rädern. Laufkultur wird hier offensichtlich großgeschrieben, ein Eindruck, ...
... der sich auch bei schnellerer Gangart nicht verflüchtigt. Erst ab 5000 Touren rumort es etwas unter der Haube.
Nur für Leute mit einem dicken Konto: In der getesteten Ausführung kostet der E 350 mindestens 55.871 Euro.
Die neue E-Klasse startet Ende März 2009 mit sieben Motoren von 204 bis 388 PS, die sparsamen Basisbenziner und -diesel sind erst ab Juni erhältlich, aber ...
... AUTO BILD durfte sie schon einmal probefahren. Wie der 250 CGI kommt der E 200 mit 1,8 Liter Hubraum, aber auf 184 Turbo-PS gedrosselt – das macht bei den Fahrleistungen in der Praxis keinen großen Unterschied. Und im Normverbrauch ...
... ist der 200er einen halben Liter sparsamer. So gesehen spricht alles für die billigere Alternative bei den Vierzylinder-Benzinern, auch wenn der genaue Preis noch nicht feststeht.
Der Kompressor ist bei den neuen Direkteinspritzer-Benzinern out. So auch beim 250-CGI-Vierzylinder, der eigentlich ein 1,8-Liter ist. Mit Turbolader schafft er 204 PS – genug, um trotz knapp 1,7 Tonnen Gewicht ...
... flott unterwegs zu sein. Nur bei niedrigen Drehzahlen lässt er sich Zeit, was bisweilen auch auf die Arbeit der serienmäßigen Fünfstufenautomatik (mit konventionellem Wählhebel) zutrifft. Er läuft ...
... hörbar kerniger als der V6, wenngleich keineswegs laut. Für Dieselverächter eine akzeptable Alternative zum Preis des 250 CDI mit Schaltgetriebe (44.506 Euro).
Die Luxus-E-Klasse heißt E 500 – V8, 388 PS, Luftfederung. Teuer (67.533 Euro), aber perfekt. Wie der 5,5-Liter-Motor (noch ohne Direkteinspritzung) loshämmert, sogar sportwagenverdächtig, ...
... auch dank der Fortschritte im Handling. Aber zugleich taugt der 500 als Wellnesslimousine, denn er steckt große Unebenheiten im Komfortmodus noch gelassener weg ...
... als die stahlgefederte E-Klasse. Ein selten gelungener Kompromiss. Interessant am Rande: Zumindest bei niedrigen Drehzahlen wirkt der 250 CDI ebenso stark.
Erst ab Juni 2009 ist der E 200 CDI erhältlich, und mit Einfach-Turbolader ist er nur 136 PS stark. Das Angebot für Fuhrparkmanager und E-Klasse-Fahrer, die es nicht eilig haben, ...
... denn die 1,7 Tonnen drücken hier schon deutlich aufs Temperament. Einmal in Schwung, kommt der 200er-Diesel dank seiner 360 Nm aber überraschend gut voran, ...
... von einer Wanderdüne kann nicht die Rede sein. Der genaue Preis steht noch aus, aber gegenüber dem 220 CDI ist er rund 1600 Euro günstiger.
Der E 220 CDI ist ein auf 170 PS reduzierter Ableger des 250 CDI und mit 400 Nm auch kein Schwächling (aber ohne Verbrauchsvorteil). Das bestätigt sich beim Fahren, wo der Drossel-Diesel ...
... immer noch bestens mit der E-Klasse harmoniert. Ab 41.591 Euro ganz klar die Wahl der Vernunft, denn der Preisvorteil liegt bei 3000 Euro.
Der E 250 CDI ist der Star im E-Klasse-Programm: 204 PS und 500 Nm bei nur 5,5 l/100 km Normverbrauch, zwei Liter weniger als der 250 CGI. Und das dank Doppelturbo mit nur 2,1 Liter Hubraum. Wir haben ihn ...
... mit der Fünfstufenautomatik gefahren, die ausgezeichnet mit dem bulligen Diesel harmoniert. Vor allem bei niedrigen Drehzahlen ist die Kraftentfaltung gewaltig. Vorherrschender Eindruck: Mehr Motor braucht man nicht. Die Laufkultur ...
... passt ins Bild: Er ist hörbar, der Diesel, aber er stört nicht. Der Antriebskomfort findet im Serienfahrwerk eine ideale Ergänzung: Noch deutlich schluckfreudiger als die Federung der Avantgarde-Version, ...
... aber agil genug, zumal wenn er mit Direktlenkung ausgestattet ist, die hier 315 Euro kostet. Grundpreis: 44.506 Euro.
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