Das 4,70 Meter lange E-Klasse Coupé liegt satt auf der Straße. Die jetzt eckigen Scheinwerfer hat der Zweitürer von der Limousine geerbt.
Hinten macht der Benz dicke Backen. Die ausgestellten Kotflügel am Heck sind ein charakteristisches Merkmal des Coupés.
Mit dem 3,0-Liter-Diesel im E 350 CDI BlueEfficiency sprintet der Zweitürer in 6,7 Sekunden auf Tempo 100. Spitze: 250 km/h.
Der laufruhige Diesel soll im Schnitt mit 6,8 Litern Kraftstoff auskommen.
Das 231 PS starke Fahrzeug kostet stolze 48.671 Euro, bietet aber auch jede Menge Fahrspaß und Fahrkomfort.
Das E-Klasse Coupé geht spürbar flotter ums Eck als die Limousine.
Die neue Sport-Lenkung des dynamischen Luxus-Liners vermittelt deutlich mehr Gefühl für die Fahrbahn.
Das Mercedes-Cockpit ist übersichtlich. Der Diesel verfügt serienmäßig über eine manuelle Sechsgang-Schaltung.
Für Fahrer und Beifahrer gibt es gut konturierte Sitze. Die Lederpolsterung kostet Aufpreis.
Im Fond verfügt der noble Benz über eine Zweisitzanlage. Kopf- und Kniefreiheit sind okay. Auf den nächsten Bildern sehen Sie das Benz-Coupé im Duell gegen den Audi A5.
AUTO BILD hat die nagelneue zweitürige E-Klasse zum ersten Treffen mit dem Audi A5 gebeten.
Kante oder Kurve? Schon die Gesichter der beiden Coupés zeigen markante Unterschiede.
Nur eine kleine Gemeinsamkeit am Heck: Hüftgold tragen beide Kandidaten, aber die Rückleuchten des Mercedes verlangen mehr Gewöhnung. Insgesamt wirkt ...
... die zweitürige E-Klasse kantiger als der Audi A5, aber der Eindruck täuscht. Trotz der spitzen, eckigen Scheinwerfer ist die Grundform der Front rund. Das macht das Mercedes-Coupé mit einem cw-Wert von 0,24 zum Aerodynamik-Weltmeister.
Sieht super aus, rührt aber an der Struktur: Der Verzicht auf die B-Säule ist keine banale Sache. Aus Gründen der Stabilität und Sicherheit musste die Bodengruppe des Coupés erheblich verstärkt werden.
Kein Fest für Freunde der Technik: Der 3,5 Liter große V6 verschwindet im Mercedes komplett unter einer Plastikhaube. In ihrem Schutz traben 295 PS auf die Kurbelwelle, die im Verbund mit 365 Nm Drehmoment ...
... für ordentlich Feuer unter der Haube sorgen. Den Sprint auf Tempo 100 erledigt der elegante Benz in 6,3 Sekunden, bei 250 km/h greift der Begrenzer in den Vortrieb ein.
Hoher Wiedererkennungswert: Das neue Coupé ist sofort als E-Werk zu identifizieren, dennoch herrscht ...
... trotz des zehn Zentimeter kürzeren Radstands gegenüber der Limousine feine Harmonie: niedrigerer und noch schärfer gepfeilter Bug, flachere Taille, ...
... selbst die Scheinwerfer sind nicht dieselben wie in der Limousine, damit aus dem Wagen ein Gesamtkunstwerk wird. Und ein netter Gag sind, ...
... wie bei der Limousine, die bauchigen Kotflügel hinten. Schon der Ponton in den 1950ern besaß die Hüftpolster.
Gute Entscheidung: Das nur drei Monate nach der Limousine vorgestellte Coupé stammt tatsächlich wieder von der E-Klasse ab und nicht kostenoptimiert vom C wie der Vorgänger CLK.
Bitte Platz nehmen: Die Sitze wurden für das E-Klasse Coupé neu gestaltet. Sitzhöhe und Lehnenneigung sind selbstverständlich elektrisch verstellbar. Eine Lordosenstütze bietet optimale Rückenunterstützung auf langen Fahrten.
Der Versuch, auch im Cockpit unbedingt sportlicher wirken zu wollen, tut der gefühlten Ruhe im Mercedes nicht gut. Hier kämpfen Kanten und Silberflächen effektheischend um Aufmerksamkeit.
Sein Format beweist das E-Klasse Coupé im Fond: Ohne B-Säule sieht es hinten gleich viel luftiger aus – auch wenn dort wohl nur sehr selten jemand sitzen wird.
Platz für vier: Die Fondpassagiere reisen auf Einzelgestühl. Soll ja keiner sagen, im Coupé säße er bloß in der zweiten Reihe. Warum muss man dort aber auf eine Mittelarmlehne verzichten?
455 Liter Stauvolumen bietet der Kofferraum des Coupés. Das sind 90 Liter weniger als in der Limousine.
44.685 Euro kostet das E 250 CDI Basis-Coupé mit dem 2,2-Liter-Diesel und 204 PS oder wahlweise als 250 CGI mit 1,8-Liter-Benziner (ebenfalls 204 PS), beide als Vierzylinder. Der von AUTO BILD gefahrene ...
... E 350 CGI Coupé Blue Efficiency ist erst ab 51.408 Euro zu haben. Zum Marktstart stehen insgesamt fünf Motoren, drei Fahrwerksvarianten, drei Ausstattungspakete, zahlreiche Farben sowie sechs Rad-Reifen-Kombinationen zur Wahl.
Das Referenz-Coupé, der A5 von Audi, sieht bei aller fließenden Eleganz gegen die zweitürige E-Klasse fast schon ein bisschen pummelig aus, besonders um die Nase herum. Der cW-Koeffizient liegt trotz der drallen Rundungen bloß bei 0,29.
In der Seitenansicht erinnert der Audi an die Rundungen von Germany's next Topmodel, wenn auch in mancher Perspektive ein wenig füllig. Zu diesem Eindruck trägt die B-Säule bei, die wie ein Klotz in der Seitenlinie steht.
Den laufruhigen Sechszylinder bietet Audi in Kombination mit Fornt- oder Allradantrieb an. Die Maschine holt aus 3,2 Litern Hubraum 265 PS und 330 Nm Drehmoment. Hier darf man übrigens im Gegensatz zur E-Klasse noch die Zylinderköpfe bewundern.
Trotz 27 PS und 35 Nm weniger, liegt der A5 beim Sprint auf Tempo 100 fast auf Augenhöhe mit dem Mercedes: Mit 6,4 Sekunden ist er in dieser Disziplin nur eine Zehntelsekunde langsamer.
Gleichstand zwischen den beiden Konkurrenten herrscht bei der Höchstgeschwindigkeit. Auch bei Audi greift bei 250 Sachen der Begrenzer ein.
In Kurven griffig: Während der Mercedes seine Kraft nur über die Hinterachse auf die Straße bringt, setzt der Audi auf vier angetriebene Räder.
Audi zeigt uns, was wir im Mercedes vermissen: klare Linien, übersichtliche Ordnung und Finesse bis ins Detail. Nur im dicken Pralltopf erkennen wir einen letzten Rest Pummeligkeit.
Nachteil Audi: Hinten möchte man nicht zu lange Platz nehmen müssen, ...
... trotz Mittelarmlehne. Hinter B-Säule und hoher Fensterlinie fühlt man sich wie eingesperrt.
Gleichstand beim Kofferraum: Auch der A5 kann 455 Liter verpacken. Dank der vom Kofferraum aus zu entriegelnden, geteilten Rücksitzbank lässt sich das Volumen bei Bedarf erweitern.
Beim Anschaffungspreis ist man mit dem A5 3.2 FSI quattro deutlich günstiger unterwegs als mit dem Konkurrenten: Audi verlangt für das Coupé 47.600 Euro – fast 4000 Euro weniger als Mercedes für den E 350 CGI Coupé haben will.
Das Fazit von AUTO BILD-Autor Bernhard Schmidt: "Das E-Coupé kehrt zurück zu einem klaren Namen, zu alter Größe und zu alter Klasse. In der Beletage der bürgerlichen Schönheiten ...
... lässt er den Audi A5 plötzlich alt aussehen – und das zählt schon eine Menge bei der modebewussten Klientel."
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