Und noch ein Hoffnungsträger aus Rüsselsheim: Der neue Astra soll für Opel zum Kassenschlager werden. AUTO BILD durfte den Kompakten schon vor seiner IAA-Premiere fahren.
Wir haben uns im 180 PS starken 1,6-Liter-Turbo eine halbe Nacht lang die Seele aus dem Leib gefahren. Erster Eindruck: viele Stärken, kaum Schwächen. Vor allem Lenkung, Bremse und Fahrwerk überzeugen. Opel verspricht für den Sprint von 0 auf Tempo 100 7,5 Sekunden und ...
... 220 Sachen Spitze – die letzten km/h wirken dabei etwas zäh. Das Flex-Ride-Fahrwerk ist im "Touring"-Modus geschmeidig und in "Sport" nicht zu hart. Die elektrische Servolenkung arbeitet verbindlicher, und sie wirkt weniger künstlich als im Insignia. Der Abrollkomfort verdient das Prädikat gut, ...
... vor allem in Verbindung mit den optionalen Hightech-Sitzen aus dem Insignia lassen sich lange Strecken ermüdungsfrei absolvieren. Gleiten statt Hetzen heißt die Devise auf der Autobahn, ...
... Stabilität statt schwammige Schaukelei die Ansage für kurvige Landstraßen. Der neue Astra liegt nicht nur satt auf dem Asphalt, ...
... er lenkt auch willig ein und hält sauber die Spur. Selbst im Grenzbereich wirkt der Opel neutral, problemlos beherrschbar, harmonisch. Zu viel des Lobes? Na klar, ...
... ein paar Kritikpunkte finden sich allemal. So hat im Astra der Platz und vermutlich auch das Geld leider nicht für ein zeitgemäßes Ein-Knopf-Bediensystem gereicht, die Mittelkonsole ist überfrachtet.
Auch bei den Motoren (Benziner mit 100-180 PS, Diesel 95-160 PS) wachsen die Bäume zunächst nicht in den Himmel. Ein wirklich kräftiger Diesel kommt wohl erst 2011, der Astra OPC mit 270 Turbo-PS wurde hinter vorgehaltener Hand für Ende 2010 angekündigt.
Das Cockpit des neuen Astra ist geschmackvoll und hochwertig, die Instrumente sind gut ablesbar. Schönes Detail: der Opel leuchtet in unterschiedlichen Farb- und Lichtwelten.
Der neue Astra (Basispreis circa 16.500 Euro) ist ein großes Auto geworden. Mit 4,42 Meter Länge übertrifft er den Vorgänger mal eben um 17 und den Golf sogar um 22 Zentimeter. Auch Breite (1,86 Meter) und Radstand (2,69 Meter) haben deutlich zugelegt, ...
... was den Passagieren in der zweiten Reihe zugute kommt. Die Kopffreiheit wirkt sogar eine Spur luftiger als im Insignia.
Luftig hinter der Klappe: Das Gepäckabteil über dem dreifach in der Höhe verstellbaren Laderaumboden (Flex Floor) fasst 380 Liter – eine Spitzenleistung in der Golf-Klasse.
Optik nach Art des Hauses: Die Front des neuen Astra erinnert nicht von ungefähr an Insignia und Corsa. Der kompakte Fünftürer feiert sein Debüt im Herbst 2009 auf der IAA. Im nächsten Jahr folgen Dreitürer/Coupé (GTC) und Kombi (Sports Tourer).
Vorn lugen die Scheinwerfer unter einem winkelförmig gestalteten LED-Tagfahrlicht hervor – auf Wunsch mit adaptivem Abblendlicht. Das AFl+-Lichtsystem macht die Nacht zum Tag.
Die Rückleuchten gleichen formal den Scheinwerfern und strahlen mit je zwei Lichtwinkeln – "damit der Opel auch bei Dunkelheit als Opel zu erkennen ist", sagt sein Designer Uwe Müller.
Durchgestylte Details, wohin das Auge blickt: Integration des Endrohres in die Heckschürze ...
... oder aerodynamisch geformte Spiegelkappe. Die seitlichen Blinker sitzen übrigens im Kotflügel.
Kleine Wermutstropfen: Auf Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb müssen die Opel-Kunden verzichten. Und der Einstieg ...
... in die zweite Sitzreihe wird trotz sieben Zentimeter längeren Radstands durch die relativ schmalen Türen erschwert. Doch das große Ganze passt und ...
... ist außerdem hübsch anzusehen. Immer wieder drängt sich der Vergleich mit dem Insignia auf, immer wieder schneidet der Astra gefühlt noch eine Spur besser ab.
Das Fazit von AUTO BILD-Autor Georg Kacher: "Wer hätte das gedacht? Nach fünf Kadett-Generationen und drei Astra-Anläufen könnte mit dem Astra IV ...
... erstmals die Wolfsburg ins Wanken geraten. Wenn der erste Fahreindruck vom Vorserienmodell nicht täuscht, hat der Opel das Zeug zum Erfolgswagen."
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