Großer Opel vor großer Kulisse: Der Vectra-Nachfolger Insignia muss den dringend benötigten Erfolg für die Rüsselsheimer einfahren.
Ist er sportlich? Elegant? Oder vielleicht praktisch? AUTO BILD durfte das neue Opel-Flaggschiff bereits unter die Lupe nehmen und ...
... war mit dem Topmodell der Baureihe, dem Insignia 2.8 V6 Turbo unterwegs.
Groß geworden: Mit 4,83 Meter Länge ist der Neue nur anderthalb Zentimeter kürzer als ein Senator B von 1990. Dafür ist er satte 22 Zentimeter länger als ein Vectra, den Signum übertrifft er sogar noch um 18.
Das Zeichen einer neuen Zeit: Im großen Logo über dem Opel-Blitz prangt nun auch der Markenname.
Die Augen des Insignia: Halogenlampe in den inneren Ecken für das Abbiege- und Spielstraßenlicht, Bi-Xenon-Einheiten für variables Abblend- und Fernlicht. Blinker hinter Klarglas, Tagfahrlicht per LED.
Das Heck des Opel ähnelt dem des Astra, trägt einen kräftigen Schuss Frontpartie. Wären die Rücklichter weiß und Grilllöcher in der Mitte, dann könnte hinten auch vorn sein.
Kräftig, leise, durchzugsstark: Der 2,8 Liter große Turbo V6 mit variabler Ventilsteuerung schickt 260 PS und 350 Nm Drehmoment ...
... an alle vier Räder. Das intelligente Allradsystem Adaptive 4x4 verteilt die Kraft elektronisch.
Glückliche Verbindung: Motor und Allradantrieb passen beim Insignia 2.8 V6 Turbo perfekt zusammen. Die Maschine surrt leise und hat ordentlich Dampf, Traktionsprobleme gibt es nicht, das Drehmoment wird schlau verteilt.
Da geht die Post ab: Den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 schafft der Top-Insignia in 6,9 Sekunden.
Der Insignia läuft selbst bei hohem Tempo unerschütterlich geradeaus, Geschwindigkeiten bis zu 200 km/h spult er souverän ab. Maximal schafft der Opel 250 Sachen.
Das Prädikat "stressfreier Reisewagen" kann man dem Opel bereits jetzt zweifelsfrei verleihen. Den sportlichen Stempel wird der Insignia dagegen nicht erhalten. Trotz verstellbaren Fahrwerks und ...
... angenehm verbindlichen Straßenkontakts fehlt die verzögerungsfreie direkte Umsetzung aus Lenkung und Antrieb, ...
... zudem verhageln die steifen 19-Zoll-Reifen des Testwagens (600 Euro Aufpreis) den Komfort-Eindruck.
Das Cockpit-Design ist schwungvoll, in der Cosmo-Version wirkt es besonders edel. Die Mittelkonsole mündet bogenförmig in die Armaturentafel. Die Bedienbarkeit ist Opel-typisch gut, ...
... die Funktionen von Navi und Co. sind über den Multifunktionsknopf unterhalb des Schalthebels zu steuern.
Fesselnd wie ein Computerspiel: Nach dem Motorstart huschen die rot hinterleuchteten Zeiger von Tacho und Drehzahlmesser einmal über die Skalierung und zurück. Bei Nacht projizieren die feinen Zeiger-Spitzen ein dezentes Leuchtpünktchen auf die Ziffern.
Hinten sitzen im Insignia: Vor den Knien ist reichlich Platz, über dem Kopf wird es wegen der abfallenden Dachlinie allerdings eher knapp.
Variabel ab Werk: Die geteilte Rücksitzlehne gibt es ab Werk. Ist sie vorgeklappt, dann fasst der Kofferraum 1010 Liter Gepäck, sonst gehen 500 Liter ins Opel-Heck.
Preisfrage: Für den Insignia 2.8 V6 Turbo verlangt Opel mindestens 37.480 Euro. Das Einstiegsmodell ist bereits für 22.700 Euro zu haben.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Jan Horn: "Neue Größe, neuer Ansatz, neues Wohlgefühl – aber ich vermisse das herausragende Fahrerlebnis. Allerdings wird das ....
... von einem Opel kaum erwartet. Bleibt: ein schicker und (als 2.8 Turbo) souveräner Gleiter."
Ein neues Label fürs kommende Jahr: 2009 zeigt Opel mit dem Insignia Ecoflex, wie Spaß und Sparen zusammenpassen. Der Ecoflex soll als Vier- und Fünftürer ...
... mit 5,3 Litern Diesel auf 100 Kilometer auskommen, gleichzeitig bis zu 218 km/h schnell sein. Der 2.0 CDTI im Bug leistet 160 PS, stemmt 380 Nm Drehmoment auf die Kurbelwelle und ...
... ist dank optimierter Einspritzung besonders sauber (Euro 5). Außer dem Motor tragen aerodynamische Maßnahmen, Leichtlaufreifen, abgsenkte Karosserie und ein teilweise abgedeckter Kühlergrill zum Spareffekt bei.
Ebenfalls 2009 geht der Kombi an den Start: Weg vom Arbeiter-Caravan, hin zum Lifestyle-Laster Sports Tourer. Opel macht's wie alle und staucht ...
... das Heck des Kombis ordentlich zusammen. Schick, aber nicht vollendet praktisch.
Minimal fasst der Sports Tourer 540 Liter Gepäck – nur rund 20 Liter mehr als der acht Zentimeter kürzere Fünftürer. Eine elektrische Zuziehhilfe für die Heckklappe gibt es ab Werk.
Bekannte Beschleuniger: Das Motorenprogramm und der Allradantrieb stammen vom Limousinen-Bruder.
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