Lust auf einen emissionsfreien Ausflug durch die Stadt? Dann müssen Sie nicht länger auf den
Elektro-Smart warten: Die Alternative heißt
Tazzari Zero. AUTO BILD-Redakteur Hauke Schrieber hat den kurzen Italiener ausprobiert.
Die Hamburger konzentrieren sich einige Sekunden lang nicht auf die Eisschollen auf den Gehwegen, sondern auf dieses komische kleine Auto, das so ganz anders aussieht und ...
... sich so ganz anders anhört. Es fährt rein elektrisch, es fährt fast lautlos, es produziert keine Abgase. Und vor allem: Es ist da. Man kann es kaufen. Kein Prototyp, kein Erprobungsfahrzeug, ein Serienmodell.
Der Zero kommt aus Italien, aus Imola, wo das Industrieunternehmen Tazzari es fertigt und über die Smiles AG in Aub nach Deutschland vertreibt. Eine unbekannte italienische Firma macht das, was deutsche Autobauer erst in zwei Jahren schaffen, ein
E-Auto auf den Markt zu werfen.
Die Tür des Zero schließt mit einem Peng, AUTO BILD-Redakteur Hauke Schrieber (1.91 Meter) hat erstaunlich viel Platz in dem Zweisitzer und ...
... das Cockpit neben der üblichen Anzeige des Ladezustandes ein paar nette Details zu bieten: Zwei Knöpfe, einer mit einem Pfeil nach vorn, einer mit einem Pfeil nach hinten, mehr braucht man im Tazzari nicht. Fast nicht.
Es gibt noch vier bunte Knöpfe zum Einstellen der Fahrmodi: Gelb bedeutet Standrad, Grün Economy zum Erreichen der maximalen Reichweite von 140 Kilometern, Blau zum Fahren bei schlechter Bodenhaftung (Regen, Schnee) und Rot für maximale Leistung.
Man muss schon Rot wählen, damit der Tazzari von der roten Ampel flott wegsprintet. Sonst sind 15 kW doch ganz schön wenig, auch wenn der 2,88 Meter kurze Zero nur 542 Kilo leicht ist. Aber Spaß macht er. Man flitzt auch mit dem italienischen Außenseiter ...
... prima im Stadtverkehr mit, von 0 auf 50 km/h sind angeblich keine fünf Sekunden nötig. Das Verhältnis von Spur zu Radstand ist vergleichbar mit einem
Toyota iQ und macht den Zero sehr wendig.
Ganz klar ein Stadtmobil: Unter Einsatz seiner ganzen Kraft schafft der Tazzari Zero 90 km/h Spitze. Für kleine Überlandfahrten reicht das im Notfall aber auch noch.
Das Bremsen verlangt starke Wadenmuskeln. Die werden aber noch verbessert, da sei das Auto hier noch Vorserie. Hoffentlich. ABS gibt es aber erstmal trotzdem nicht, ...
... genau wie ESP oder Airbags. Der Zero ist so eigentlich schon viel zu günstig. Die 23.990 Euro ein Einführungspreis quasi. Dafür gibt es ein E-Wägelchen, ...
... das mehr ist als dieses Öko-Leichtfahrzeuge mit besseren Fahrradreifen. Aber eben auch weniger als die ersten
E-Autos großer Hersteller, die Ende 2010 auf den Markt kommen.
Tankstelle Ladekabel: Wenn der Lithium-Ionen-Akku leergefahren ist, muss der Tazzari an die Steckdose. Bis der Elektronenspeicher wieder randvoll ist, vergehen neun Stunden.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Hauke Schrieber: "Wer nicht auf den E-Smart warten möchte, kann schon heute abgasfrei durch die City stromern. Beim Tazzari Zero braucht es jedoch eine gehörige Portion Idealismus, um mit dem 2,88-Meter-Floh glücklich zu werden. Und Nerven. So etwa, ...
... wenn der Elefanten-Turnschuh von Lkw verfolgt wird, deren Radhäuser dem Zweisitzer locker als Parkgarage dienen könnten. Knautschzonen gibt es nämlich ebenso wenig wie ESP oder Airbags, ja nicht einmal ABS ist an Bord. Und vermutlich auch keine Federung, ...
... denn Bodenwellen und Schlaglöcher überspringt der 542-Kilo-Zwerg am liebsten. Schade, denn der muntere Antritt im Sportmodus macht durchaus Laune. In dieser Form ist der knapp 24.000 Euro teure Tazzari (noch) keine ernsthafte E-Alternative für Autofahrer."
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