Zwei Experten checken den neuen Golf GTI: AUTO BILD-Redakteur Jan Horn (rechts) stellt André Möhr, Vorsitzender des Golf-Clubs Wuppertal, die Frage, wie viel Geist des Urtyps von 1976 in der sechsten Generation des Kompaktsportlers steckt.
Rein optisch gibt es Reminiszenzen an den Urahn aus dem vergangen Jahrhundert: Zum Beispiel den markanten roten Rahmen im Kühlergrill. Ansonsten hat sich ...
... vor allem unter der Haube einiges verändert. Die neue Ausgabe des GTI wird von einem zwei Liter großen Turbo-Vierzylinder befeuert, der 210 PS und 280 Nm Drehmoment an die Vorderräder schickt.
Vor 33 Jahren reichten dem Topmodell des Golf I noch 110 PS aus einem 1,6-Liter-Motor. Er hatte allerdings auch nur schlanke 900 Kilogramm statt 1,3 Tonnen in Fahrt zu bringen. Trotz der deutlichen Gewichtszunahme ...
... ist der Golf VI GTI natürlich alles andere als ein träger Pseudosportler. Den Sprint auf Tempo 100 erledigt er in schlanken 6,9 Sekunden, ...
... maximal sind 240 Sachen drin – mit manuellem Schaltgetriebe. Dabei hängt der Motor in jeder Situation herrlich bissig am Gas, gibt verzögerungsfrei Leistung ab, ...
... zieht geschmeidig und freudig durch – ein Sahnestück, mit extra Zucker und Karamell obendrauf, mjam.
Auch für die Ohren der Insassen hat der GTI richtig was zu bieten. Redakteur Horn ist begeistert, GTI-Experte Möhr lobt die akustische Vielfalt: "Bei entspannter Fahrweise angenehm verhalten, ...
... wenn man ihn tritt, geht soundmäßig echt die Post ab." Dem an sich stimmschwachen Turbomotor ...
... verhilft ein Trick zum guten Klang: Links vom Motor verläuft der Klangverstärker – ein Rohr überträgt Geräusche in den Innenraum. Funktioniert und macht Laune!
In Sachen Fahrdynamik lässt der Neue ebenfalls kaum Wünsche offen. Er klebt auf der Straße wie warmes Bitumen, lenkt messerscharf ein, zickt nicht, rutscht nicht, schwänzelt nicht. Selbst in engen Kehren ...
... verliert er kaum die Haltung, überträgt auch hier die Kraft dank feiner ESP-Regelung nahezu schlupffrei. Grund: Die elektronisch simulierte ...
... Quersperre XDS unterbindet Schlupf am Rad. Sobald das System erkennt, dass das kurveninnere Rad der Vorderachse bei schneller Fahrt zu sehr entlastet wird, ...
... baut die ESP-Hydraulik an diesem Rad gezielt einen Bremsdruck auf, um wieder die optimale Traktion herzustellen. Und das ...
... überzeugt auch André Möhr: "Der neue GTI klebt am Boden. Toll, wie sensibel das ESP regelt, wie es im Grenzbereich kaum Tempo raubt." Sein Urteil über die Fahreigenschaften ab Werk gleicht einem Ritterschlag: "Kann man direkt so lassen!"
Wo viel Licht ist, ist leider auch ein wenig Schatten: So lecker der TSI in Verbindung mit Fahrwerk und elektronischen Helferlein auch ist, ...
... das DSG-Getriebe hinterlässt einen kleinen Beigeschmack. Es schaltet dank Doppelkupplung sensationell schnell hoch – allerdings auch dann, wenn der Fahrer es (noch) gar nicht will, ...
... wenn er stattdessen noch lieber im roten Bereich spielen würde. Und im Schiebebetrieb ...
... fehlt dann das zupackende Bremsmoment einer schnalzenden Kupplung – so rollt der GTI gefühlt wie im Freilauf bergab. Auch André Möhr würde lieber den Handschalter kaufen. Denn der ist ...
... zudem schneller und sparsamer, auch wenn es hier um Nuancen geht: Statt 238 km/h rennt der GTI mit Schaltgetriebe 240 km/h Spitze, mit 7,3 Liter Verbrauch ist er immerhin einen Zehntelliter genügsamer.
So sehen die GTI-Fans das Cockpit, wenn sie draufzahlen: 925 Euro für DCC, 1875 Euro für DSG, 235 Euro kosten die Lenkradtasten und 2110 Euro das Navi.
Serienmäßig an Bord sind die Sportsitze mit Karomuster im Retro-Look ...
... mit ihren wie integriert wirkenden, aber in der Höhe verstellbaren Kopfstützen. Dazu der schwarze Dachhimmel und rote Ziernähte an Lederlenkrad und Schaltmanschette und ...
... der Experte ist zufrieden: "Volltreffer! Damit hat VW den GTI-Gedanken voll aufgenommen."
Am Ende steht die Frage: Muss man hier herumbasteln? André Möhr mag die Rückleuchten nicht. "Die sehen abgeschnitten aus, ...
... die zweiflutige Auspuffanlage würde ich aber dranlassen."
Optimierungspotenzial findet der Golf-Club-Präsident in Sachen Alufelgen: Die optionale 18-Zoll-Bereifung (590 Euro) findet Möhr immer noch zu zierlich. Geschmackssache.
Der dreitürige Golf GTI mit manuellem Sechsgang-Getriebe kostet mit 26.650 Euro rund 1900 Euro weniger als die DSG-Version. Das gesparte Geld ...
... geht am besten direkt in fünf Türen und ein anständiges Radio. Dann wird auch der Neue wieder ein Typ für jeden Tag. Stark und schnell ist er auf jeden Fall.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Jan Horn: "Der GTI trifft die Mitte zwischen Alltagsauto und Sportwagen, bietet beste Fahrleistungen, ...
... tolles Handling und feines GTI-Flair unter der bewährten Golf-Hülle. Meine Meinung: Besser geht's nicht." Aber anders, denn ...
... auf der AMI Leipzig 2009 feierte der Golf GTD Wiederauferstehung. Unter der Haube arbeitet ein ...
... zwei Liter großer Common-Rail-TDI mit 170 PS, dessen 350 Nm Drehmoment für reichlich Schub sorgen.
Binnen 8,1 Sekunden stürmt der Selbstzünder auf Tempo 100, ...
... erst bei 222 km/h ist Schluss mit Vortrieb (manuelles Sechsganggetriebe). Im Schnitt soll der Golf GTD dabei nur 5,3 Liter Diesel konsumieren. Das entspricht ...
... einem CO2-Ausstoß von 139 Gramm pro Kilometer. Der GTD steht ab Ende Juni 2009 beim Händler und kostet ab 27.475 Euro.
Abgeflachtes Lederlenkrad, Lederhandbremshebel und Schalthebelmanschette mit farbig abgesetzten Nähten: Ist also nix mit piefigem Diesel-Image. Im Cockpit herrscht echte GTI-Atmosphäre. Da wird Nageln zum Volkssport.
Apropos Nageln: Ein spezieller Soundgenerator sorgt besonders im unteren Drehzahlbereich für sonoren Klang. Via CAN-Bus werden Drehzahl, Leistungsanforderung und Geschwindigkeit ausgewertet und auf den Motorsound abgestimmt. Funktioniert schließlich auch beim GTI.
Serienmäßig ist der Golf GTD mit einem Sportfahrwerk bestückt. Daran hängen 17 Zoll große ...
... Aluräder Marke "Seattle". Sonst braucht der Golf GTD nicht viel, um ...
... dynamisch zu wirken. Die Zeichnung der Scheinwerfer ist vom GTI übernommen.
Wie den GTI, so wird es auch den GTD optional mit Sechsgang-DSG geben. Damit erreicht er maximal 220 km/h, beschleunigt wie die handgeschaltete Variante in 8,1 Sekunden auf 100 km/h und verbraucht durchschnittlich 5,6 Liter Diesel (147 g/km CO2).
Exkurs in die GTD-Geschichte: Schon 1982 stand diese Buchstabenreihe für den GTI unter den Dieseln. Dieses Image soll der Neue jetzt fortführen.
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