Wahr gewordener Sammlertraum: Mit dem Ferrari 575 GTZ schuf die Kreativ-Schmiede Zagato ein alltagstaugliches Design-Sportgerät mit garantierter Wertsteigerung.
In alter Tradition: Die Delle im Dach nennt sich "Double-Bubble" und kennzeichnete schon so manche Zagato-Kreation.
Die Hülle des 575 GTZ ist eine komplette Neuschöpfung, wirkt wie aus einem Guss. Zagato dazu: "Wir arbeiten an der Karosserie als Ganzes, kümmern uns nicht lange um Details."
So verwundert es nicht, dass man am exklusiven Italiener nach Beiwerk aus Chrom oder Ähnlichem vergeblich sucht. Zagato: "Wir fügen der Karosserie keine Kunst hinzu – sie selbst ist die Kunst." Recht hat der Mann!
Verständlich daher auch, dass der japanische Auftraggeber des 575 GTZ gleich zwei Exemplare bestellt hat. Einen für die Sammlung, den anderen zum Fahren.
Einzige Ferrari-Leihgabe: Lediglich die Frontscheinwerfer entstammen dem Regal aus Modena, sie leuchten sonst dem ...
... 612 Saglietti den Weg. Zagato verwendet die 612er-Augen aus Gründen der Homologation und weil "es eine gute alte GT-Tradition ist, mit den Augen eines Autos zu beginnen".
Im Zeichen des "Z": Bisher gibt es nur zwei 575 GTZ. Sein Erbauer hat aber bis zu drei weitere Exemplare in Aussicht gestellt. Zahlungskräftige Auftraggeber vorausgesetzt.
Zwei Farben, eine Meinung: Den Vorschlag Zagatos für die Lackierung hat der Kunde aus Japan sofort akzeptiert.
Der Stolze Besitzer und sein "eigener" Ferrari: Yoshiyuki Hayashi sammelt schon viele Jahre die Exponate aus Modena, hat unter anderem einen 166 MM, sowie die Modelle 250 Spider California, Daytona Coupé und einen Enzo.
Das Cockpit des 575 GTZ ist üppig mit weichem Leder ausgeschlagen.
Stolzer Erbauer: Auch Andrea Zagato fühlt sich im Cockpit seiner jüngsten Kreation sichtlich wohl. Die Farben hat er gemeinsam mit seiner Frau Marella Rivolta ausgesucht.
Never change a winning team: Unter dem schicken neuen Blechkleid blieb alles beim Alten. Die 515 PS und 589 Newtonmeter Drehmoment des V12 sprechen für sich!
Der Technik-Spender: Um seinen Traum vom "eigenen" Ferrari zu verwirklichen, schickte Yoshiyuki Hayashi zwei 575 Maranello F1 ...
... (Stückpreis: knapp 200.000 Euro) nach Italien. Begleitet von der Aufforderung "Mach mal was draus". Autobauer-Herz, was willst du mehr?
Vater, Mutter, Kind: Sieht man den 575 Maranello F1 als 325 km/h schnellen Vater des 575 GTZ, so kann man den 1956 vorgestellten ...
... Ferrari 250 GTZ Berlinetta getrost als Mutter der jüngsten Kreation bezeichnen. Von ihr hat der 575 GTZ seine Klasse, seine wunderschöne Linienführung sowie die Zweifarbigkeit geerbt.
Insgesamt fünf dieser "Sportwagen für Herrenfahrer" hat Zagato in den Fünfzigern gebaut. Am Wochenende ging's auf die Rennstrecke, unter der Woche wurde flaniert.
Auch mit Aston Martin versteht man sich bei Zagato blendend. Jüngster käuflich zu erwerbender Beweis ist der 2002 vorgestellte DB7 Zagato.
Die italienisch-britische Schöpfung basiert auf dem DB7 Volante, der Cabrio-Version des Engländers. Sie wurde 99 mal gefertigt, Stückpreis 255.000 Euro. Nicht zu viel ...
... angesichts der wahrscheinlichen Wertsteigerung. Bleibt zu hoffen, dass es doch einige der V12-Boliden auf die Straße schaffen und nicht in klimatisierten Lagerhallen verschwinden.
Denn dort kommt niemand in den Genuss des feinen Leders mit der Abwetz-Optik, das den Piloten beim Tritt aufs Gaspedal (V12, 440 PS, 540 Nm) sanft auffängt.
Wie alles begann: Bereits 1950 "kümmerte" sich Ugo Zagato (der Großvater von Andrea) um exklusive Ferrari-Modelle für eine zahlungskräftige Kundschaft. Alles mit Einverständnis seines Freundes Enzo. Hier die Zagato-Interpretation des weltberühmten 166 MM.
Ein Jahr später nahm sich die Kreativ-Schmiede der Barchetta-Version des 166 MM an, schuf einen Design-Renner, der an die damaligen Formel-Autos erinnert.
Mit dem 166 MM Elaborata von 1952 versuchte sich Zagato erstmals als "Verdeck-Künstler". Er nahm ein Cabrio und formte es zu einem Coupé.
Von 56-59 verließen insgesamt fünf 250 GTZ die Designer-Hallen. Gebaut wurden die Versionen Berlinetta, ...
... Coupé Corsa, Competizione, Lusso und Prototipo (hier von 1959). Zwölf Jahre später erblickte ...
... der 3Z Spider das Licht der Welt. Er steht für den Stil der Siebziger, besticht durch klare, scharfe Linien und geometrische Formen.
Inspiriert vom 3Z folgte 1974 der 330 GTC Convertibile – erste Gehversuche mit einer Targa-ähnlichen Dachkonstruktion.
Mit dem 348 Elaborata (1989) gab es wieder einen Zagato-Ferrari mit Double-Bubble-Dach. Weiterer Hingucker: eine Glasplatte über dem Motor.
Geschmacksache: 1993 präsentierte der Enkel Uga Zagatos, Andrea Zagato, seinen ersten Ferrari. Als Basis diente ein Testarossa, das Design soll an einen Kampfjet sowie die Formel-1-Boliden erinnern.
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