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Ferrari-Fahrer mit WM-Führung und Niederlage

Formel 1
Was für ein Absturz für Sebastian Vettel: Nach zwölf WM-Läufen war der Deutsche noch klarer Tabellenführer. Sechs Rennen später hat er die Weltmeisterschaft vorzeitig verloren. Zwei Grand Prix vor Saisonende. Zum 22. Mal in der Geschichte der Formel 1 hat damit ein Ferrari-Pilot die Tabelle angeführt, am Ende aber doch verloren. Zum Vergleich: Nur 15 Mal wurde ein Fahrer der Scuderia auch Champion. Auch das sind die Gründe, wieso Ferrari stets eine gewisse Unzuverlässigkeit, Fehlerhäufigkeit und Unvermögen nachgesagt wird.Was Vettel aber vor allem Sorgenfalten auf die Stirn jagen wird, ist eine andere Statistik: Nur in vier der 22 Fälle wurde der Ferrari-Pilot in späteren Jahren noch einmal Weltmeister: Michael Schumacher, der 1997 und 1999 die WM anführte, aber erst 2000 zum ersten Ferrari-Titel kam; Niki Lauda, der 1974 und 1976 führte, aber nur 1975 und 1977 jeweils Weltmeister wurde. Immerhin: Das Lauda-Beispiel dürfte Vettel Hoffnung machen.
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Maurice Trintignant
1955: Nach zwei Rennen ist er WM-Spitzenreiter, nach Platz zwei in Argentinien und dem Sieg in Monaco. Doch der Franzose hat am Ende keine Chance gegen den übermächtigen Juan-Manuel Fangio, der mit Mercedes zum dritten Mal Weltmeister wird.
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Phil Hill
1962: Weltmeister Phil Hill führt nach drei Rennen die Tabelle an, kann danach aber die gesamte Saison über nicht mehr punkten. Weltmeister wird ein anderer Hill: Graham Hill für BRM. Beide sind weder verwandt noch verschwägert.
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Lorenzo Bandini
1966: Lorenzo Bandini führt nach zwei Rennen die Tabelle an, wird am Ende aber sogar nur Neunter! Der Italiener gilt als Star der Zukunft, verunglückt aber ein Jahr später in Monaco bei einem fürchterlichen Feuercrash.
 
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Mario Andretti
1971: Mario Andretti gewinnt zwar den Saisonauftakt in Südafrika, aber ist hauptsächlich IndyCar-Pilot. Vier Rennen verpasst er wegen Terminüberschneidungen, WM-Chancen hat er daher keine. Er wird Achter. Den Titel holt sich Tyrrell-Pilot Jackie Stewart.
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Clay Regazzoni
1974: Clay Regazzoni fährt jahrelang für die besten Teams: Ferrari, BRM, Williams. 1974 ist er extrem konstant, steht oft auf dem Podium, führt zu Beginn der Saison die Tabelle an. Am Ende wird er Vizemeister.
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Niki Lauda
1974: Niki Lauda krempelt Ferrari um, bringt Professionalität ins Team. 1974 führt er phasenweise die Tabelle an, scheitert aber noch an Emerson Fittipaldi. Erst 1975 führt er Ferrari zum Titel.
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Ferrari
1976: Das WM-Jahr 1976 war so dramatisch, dass es im Kinofilm „Rush“ sogar verfilmt wurde. Intrigen, Unfälle, dramatische Wendungen. Lauda führt die WM lange an, hat dann aber seinen berühmten Feuerunfall am Nürburgring. Mit völlig verbrannten Gesicht gibt er schon wenige Wochen danach in Monza sein Comeback, geht sogar als Tabellenführer ins Finale von Fuji. Dort regnet es heftig. Lauda gibt auf. Weltmeister wird James Hunt. Genau wie John Surtees führt Hunt seine gesamte Karriere nur ein einziges Mal die Tabelle an – aber es ist das entscheidende Mal.
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Carlos Reutemann
1978: Carlos Reutemann ist eine traurige Figur. Mehrmals führt er die WM an, 13 Mal insgesamt. Und doch wird er nie Weltmeister – ein Rekord. Stirling Moss (8) und Clay Regazzoni (7) folgen auf den Plätzen in dieser wenig begehrenswerten Statistik. Reutemann führt auch 1978 für Ferrari die Tabelle an. Doch Lotus wird immer stärker, Mario Andretti wird Champion.
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Didier Pironi
1982: Ferrari hat 1982 zwei Trümpfe in der Hand – beide Fahrer verunglücken schwer. Gilles Villeneuve stirbt im Qualifying zum Belgien GP, Didier Pironi zieht sich bei seinem Hockenheim-Crash schwere Verletzungen zu. Er war zu dem Zeitpunkt WM-Leader. Obwohl er die letzten fünf Rennen nicht dabei war, verliert er die Weltmeisterschaft nur wegen fünf Zähler gegen Keke Rosberg.
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1985: Jahrelang verpflichtete Enzo Ferrari keinen Italiener mehr. Michele Alboreto gilt aber als kommender Star. 1985 kämpft er gegen Alain Prost um den Titel, verliert ihn trotz zwischenzeitlicher WM-Führung aber.
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1989: Weil die Testfahrten richtig schlecht laufen und der Ferrari-Wagen als sehr unzuverlässig gilt, glaubt keiner an eine Siegchance beim Auftakt in Brasilien. Doch Nigel Mansell siegt und führt damit die Tabelle an. Am Ende hat er gegen die McLaren-Honda-Piloten Alain Prost und Ayrton Senna aber keine Chance.
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1990: Alain Prost wechselt nach zwei erbitterten Jahren Teamkrieg mit Senna zu Ferrari, hat lange WM-Chancen, führt die Tabelle anfangs sogar an. Doch in Japan kollidiert er am Start mit Senna – dem neuen Weltmeister.

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1997: Schon im zweiten Ferrari-Jahr kämpft Michael Schumacher um den Titel, geht sogar als Tabellenführer in das Finale von Jerez. Nie standen er und Rivale Jacques Villeneuve gemeinsam auf dem Podest, doch das Finalrennen hatte es in sich: Gleiche Zeit im Quali, Rempler von Schumi im Rennen. Villeneuve wird Weltmeister, Schumi aus der WM-Wertung genommen.
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1999: Michael Schumacher gewinnt zwei der ersten vier Rennen, verliert dann die Führung an Mika Häkkinen, der für McLaren auch Weltmeister wird. Zurückschlagen kann Schumi wegen seines Beinbruchs von Silverstone nicht mehr.
 
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1999: Weil Schumi einen Großteil der Saison 1999 auslassen muss, springt Eddie Irvine als Titelkandidat für Ferrari ein. Es ist das einzige Jahr, in dem er Rennen gewinnt. Zwei Siege bekommt er geschenkt – in Malaysia von Schumacher, in Hockenheim von Mika Salo. Das bringt Irvine zwischenzeitlich sogar die Tabellenführung, aber am Ende verliert er die WM.
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2006: Es wird Michael Schumachers letzte Saison. Noch einmal kämpft er gegen den jungen Fernando Alonso um den Titel. Es wäre sein achter. Doch Schumi macht zu viele Fehler, der Motor in Japan platzt spektakulär. Er hat trotz zwischenzeitlicher Tabellenführung keine Chance mehr.
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2008: Ein Dreikampf um die WM: Kimi Räikkönen als amtierender Champion war auch lange im Titelrennen, führt die Tabelle zwischenzeitlich auch wieder an. Aber der Finne verliert die WM, bleibt aber der bis heute letzte Ferrari-Weltmeister.
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2008: Felipe Massa geht sogar mit Titelchancen ins Finale, gewinnt das Regenrennen spektakulär, glaubt sich schon als Weltmeister. Doch in der letzten Kurve holt sich Lewis Hamilton Platz fünf von Timo Glock – und stößt den jubelnden Massa vom Thron.
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2010: Fernando Alonso geht sogar als WM-Leader in das Finale von Abu Dhabi. Dort macht Ferrari einen Strategie-Fehler. Alonso kommt bis zum Schluss nicht an Renault-Pilot Vitaly Petrov vorbei, wird nur Siebter. Sebastian Vettel siegt und holt sich den Titel.
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2010: Nach seinem Unfall in Ungarn 2009 ist Massa nicht mehr der alte. Seither hat er keinen Grand Prix mehr gewonnen. Doch 2010 war er trotzdem kurz WM-Leader – nach Platz zwei und drei in den ersten beiden Rennen. Doch als WM-Sechster hat er nie eine realistische Titelchance.
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2012: In der Reifenlotterie von Pirelli behält Alonso lange den Trumpf in seiner Hand. Sieben verschiedene Sieger in den ersten sieben Rennen – erst Alonso holt sich als erster Fahrer einen zweiten GP-Triumph. Doch es bleibt sein letzter. Vettel dagegen legt einen phänomenalen Schlussspurt hin, gewinnt von Singapur bis Indien vier Rennen in Folge. In einem turbulenten Finale samt Dreher von Vettel setzt sich der Deutsche in Red-Bull-Diensten wieder durch.
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