280 km/h sollte dieser besondere Renn-R4 in der US-amerikanischen Salzwüste erreichen. Dafür wurden die französischen Konstrukteure eigentlich nur belächelt. Aber sie meinten es ernst, ...
... und scheiterten dennoch. Das Handwerkermobil schaffte "nur" 237,3 km/h.
Die nach dem Zeichentrickfilm "Les Triplettes de Belleville" (deutscher Titel: "Das große Rennen von Belleville") benannte Mannschaft reiste für das Rekordvorhaben extra nach Bonneville im US-Bundesstaat Utah.
Gallischer Schnelltransporter: Der Fourgonnette genannte R 4-Kastenwagen wurde so tief wie möglich gelegt.
Mit dem uns bekannten französischen Kleinwagen R4, wie er von 1961 bis 1992 gebaut wurde, hatte dieser Renn-R4 nach dem Umbau nicht mehr viel gemein. Doch ...
... das Profil erinnert noch immer unverkennbar an das Original. In diesem Fall an den R4 F4 genannten kurzen Kastenwagen (der lange hieß F6) mit erhöhtem Dach, Leiterklappe und einem immensen Stauraum. Die hinteren Radhäuser wurden für die Rekordfahrt voll verkleidet.
Schon klar: "Mindestgeschwindigkeit 280 km/h" prangt auf den 15-Zoll-Pneus. 500 Euro kosten solche Rennreifen – pro Stück! Für das Geld gab's früher ganze R4 mit halbem TÜV.
Der "große" 1,1-Liter mit seinen 34 PS musste zugunsten eines 1,4-Liters aus dem R5 Turbo weichen. Mit dem Renn-R4 teilt er immerhin das Baujahr, nämlich 1983.
Durch die direkt aus dem Motorraum nach draußen geführten Endrohre bollert er wie ein Jagdflieger bei Dauerfeuer. Jede Menge Schubkraft hat er auch: 290 PS. Sind ja auch nur 256 mehr als in Serie.
Was dort, wo früher mal die Aussparung für die Anlasserkurbel war, aus der Front des R4 ragt, ist das Getriebe aus einem R25 GTX. Inzwischen selbst ein Klassiker, spendete der sehr viel größere Verwandte des R4 auch noch die vorderen Bremsen. Für die Verzögerung an der Hinterachse bemühte man Clio-Technik. Beinahe alles, was im Innenraum an einen zivilen R4 erinnern könnte, wurde getilgt.
Vom anderen Stern? Die Schnuppe erinnert an einen alten Rekordwagen von Renault. Aus dem Jahr 1956.
Der altbekannte Armaturenträger aus Hartplastik blieb erhalten – wenn auch mit komplett geänderten Schaltern. Der rasende Klempner-Kasten wiegt übrigens 720 Kilo – nur 30 Kilo mehr als bei seiner Neuauslieferung. Sechs Monate dauerte es, bis der massive Überrollkäfig ...
... und die blecherne Sitzschale verbaut waren. Außerdem installierte die Franzosen noch einen feuerfesten Spezialtank und zwei Feuerlöscher.
Doch trotz der Vorbereitungen und Testfahrten klappte es nicht mit dem Rekord. Mehr als 237,3 km/h schaffte der Renault nicht. Zumindest hauchten die Franzosen dem R4 neues Leben ein. Bleibt zu hoffen, dass Renault den R4-Fans einen Nachfolger präsentiert. Erste Designentwürfe gibt es: Wird
der neue R4 so aussehen?
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