Die E-Mobilitität steht vor großen Herausforderungen. Sie ist nur dann grün, wenn der Strom aus erneuerbaren Energien kommt – so das Fazit einer Studie im Auftrag der Regierung. Außerdem "kämpft" die Industrie noch mit Problemen bei der Reichweite, den Akkus – und den Preisen. Trotzdem: So langsam kommt der Markt ...
... in Schwung. Wir zeigen Ihnen, welche Elektroautos derzeit in Deutschland erhältlich sind und wie die Perspektiven bei den großen Herstellern sind. Bereits zu haben ist der Mini-Stromer mit dem komischen Namen:
Mitsubishi i-MiEV. Sein Preis beträgt mindestens 34.390 Euro. Angegebene Reichweite mit vollem Akku: 150 Kilometer.
Der baugleiche Bruder
Peugeot iOn hat die gleiche Reichweite und war bis Ende 2011 lediglich auf Leasingbasis zu haben (594 Euro pro Monat). Seit Januar 2012 ist der Franzose
ab 29.393 Euro bestellbar – also für deutlich weniger als seine Verwandten i-MiEV und ...
...
Citroën C-ZERO, der ebenfalls die gleiche Basis und Technik hat. Auch er kommt rund 150 Kilometer weit ohne Zwischenladung. Sein Preis: 35.165 Euro.
Renault plant den Durchbruch beim elektrischen Antrieb gleich mit einer ganzen Produktpalette. Der
Kangoo Z.E. ist seit Dezember 2011 erhältlich. Reichweite: 160 Kilometer. Preis: 23.700 Euro.
Der Kangoo Maxi Z.E. bietet umweltbewussten Handwerkern bis zu 4,6 Kubikmeter Stauraum. Er kostet mindestens 25.228 Euro als Zweisitzer und 26.180 Euro mit fünf Plätzen.
Die Stufenheck-Limousine Renault
Fluence Z.E. ist ebenfalls seit Ende 2011 mit gleicher Reichweite ab 25.690 Euro bestellbar. Bei allen Renault-Modellen kommt eine monatliche Akku-Mietgebühr von 86 Euro hinzu.
Ab April 2012 ist der nur 2,3 Meter lange und 1,2 Meter breite Cityflitzer
Renault Twizy mit 115 Kilometern Reichweite für 6990 Euro plus 45 Euro Akku-Miete pro Monat erhältlich.
Eine Reichweite von 160 Kilometern verspricht der kompakte Zoe E.V. als vorerst letzter E-Trumpf von Renault. Er soll in der zweiten Jahreshälfte 2012 losstromern, sein Preis ist noch nicht bekannt.
Als Preisbrecher war der
Nissan Leaf, Sammler
diverser Titel und Auszeichnungen, angekündigt. Ganz so günstig wird er dann doch nicht mit 36.990 Euro bei 175 Kilometern Reichweite. Seine Markteinführung in Deutschland startet im Februar 2012, die ersten Auslieferungen erfolgen ab April.
Über zwei Elektromotoren im Heck und ein 260 PS starkes Benzinaggregat als Range Extender verfügt der edle Hybrid-Sportler
Fisker Karma. Mit Elektroantrieb fährt er etwa 80 Kilometer weit, mit Reichweitenverlängerung sogar 483 Kilometer. Der Karma startet im Februar 2012 in Deutschland für 101.800 Euro.
Als E-Pionier gilt der
Tesla Roadster, dessen Produktion jedoch inzwischen eingestellt wurde. Von ihm wurden 2010 in Deutschland gut 100 Stück abgesetzt, inzwischen gibt es nur noch Restexemplare. Im Urvater der Elektro-Sportler kann man knapp 400 km weit mit Strom fahren.
Sein Nachfolger ist der Tesla
Model S. Er soll 2012 nach Amerika und 2013 nach Europa kommen. Versprochene Reichweite: satte 480 Kilometer. Die Version mit dem kleinsten Akku soll 57.400 Dollar kosten.
Die Mia Electric zeigte ihr Innenleben in
Genf 2011 und ist inzwischen für 19.500 Euro zu haben. Reichweite serienmäßig: 80-90 Kilometer, ein größerer Akku ist erhältlich. Ebenfalls im Angebot: die etwas längere Mia L und der Kleintransporter Mia K.
Opel ist von den deutschen Herstellern am weitesten bei der Entwicklung und Produktion von alternativ angetrieben Fahrzeugen. Der Plug-in-Hybrid
Ampera sollte Ende 2011 für 42.900 Euro (60 km rein elektrisch) bestellbar sein, verzögert sich aber ...
... wegen der
brennenden Akku-Probleme beim nahezu baugleichen Schwestermodell
Chevrolet Volt in den USA. Jetzt ist der Marktstart des Ampera für Januar/Februar 2012 geplant, der Volt soll wenig später folgen.
Der
Smart fortwo ED ist Daimlers bislang konkretester Beitrag zur Zukunftsentwicklung in Deutschland. Der Preis für den City-Stromer mit dem 75 PS starken Elektromotor liegt bei knapp 19.000 Euro plus 69 Euro Akku-Miete pro Monat oder knapp 24.000 Euro für das komplette E-Auto. Reichweite: rund 140 Kilometer.
Aufgeholt in den letzten Monaten 2011 hat
BMW. Die Münchner präsentierten auf der IAA den Kleinwagen
i3 Concept, ein 2+2-Stromer aus Kohlefaser mit Range Extender, der bis 2013 Serienreife besitzen soll. Ein Turbo-Dreizylinder dient als Reichweitenverlängerer nach 160 km rein elektrischer Fahrt.
Die sportliche Variante des "Project i" von BMW ist der
i8. Ein aufgeladener Dreizylinder-Diesel und zwei E-Motoren liefern eine System-Gesamtleistung von 300 PS, die den Sprint auf 100 km/h unter fünf Sekunden schaffen soll. Markstart ist vermutlich auch 2013.
Der
BMW ActiveE, der in Genf 2011 stand, ist von einer Serienproduktion in Deutschland noch weit entfernt. Mit seinem 125-kW-Motor im Heck dient er aber als Testlabor für den Antrieb des i3.
BMW-Tochter Mini ist mit dem 204 PS starken
Mini E noch in der Entwicklungsphase.
Der kleine
Hyundai i10 wird 2012 als EV auf dem deutschen Markt erwartet. Einzelheiten sind noch unklar.
Der
VW Up stand auf der
IAA 2011 in Frankfurt und ist ein großer Hoffnungsträger in Wolfsburg. Sein Elektro-Ableger E-Up (Foto) wird wohl nicht vor 2013 zu uns kommen.
Ford ist auf dem Spannungs-Sektor eher zurückhaltend. Immerhin: Der
Focus Electric könnte mit rund 160 Kilometern Reichweite noch bis Ende 2012 aus den USA zu uns kommen.
Traumhaft schön, aber leider noch ferne Zukunftsmusik ist der
Audi e-tron, dessen Name für das alternative Antriebskonzept der Ingolstädter steht. Sowohl der
R8 (Foto) als auch der
A2 sind wohl nicht vor 2013 zu haben.
Auf ein E-Auto von Weltmarktführer
Toyota muss man hierzulande ebenfalls wohl noch lange warten. In Genf 2011 wurde die Studie
iQ EV gezeigt. Sie wurde 2011 in Europa erprobt und wird 2012 im Rahmen eines Leasingprogramms eingeführt.
Der
Toyota Prius gilt eigentlich als lupenreiner Hybrid(-Vorreiter), gehört aber ab 2012 als Plug-in durchaus in diese Reihe. 2011 wurde er auf der IAA vorgestellt (Foto).
Der
Aston Martin Cygnet könnte 2013 als Ableger des iQ mit dessen Antriebsstrang mitstromern.
Die
A-Klasse E-Cell ist das Versuchsobjekt bei
Mercedes. Sie stand Ende 2010 in Paris, fährt rund 200 Kilometer weit und wurde 2011 unter ausgewählten Kunden getestet. Die Lithium-Ionen-Batterien stammen von Daimlers Kooperationspartner Tesla.
Bereits in Deutschland erhältlich sind einige E-Fahrzeuge in Kleinserie. Beispiele: Tazzari Zero; Preis: 24.395 Euro, Reichweite: 140 km.
Luis 4U green; Preis: 49.900 Euro, Reichweite: 200 km.
Karabag 500 E (Basis:
Fiat 500); Preis: ab 36.999 Euro. Reichweite: 100 km.
German E-Cars Stromos (Foto, 41.990 Euro, 100 km) und Cetos (120 km)
Kleinserienhersteller Artega aus Delbrück zeigte in Genf 2011 eine E-Version des Artega GT an. Die Hinterräder des Artega SE werden von zwei E-Motoren (280 kW) angetrieben. Die Lithium-Polymer-Akkus (37 kWh) sollen eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern garantieren. Preis: happige 180.000 Euro. Ob und wann der Artega SE serienreif wird, ist unklar.
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