Zwar fehlt ihm für den Einsatz als Barkeeper noch ein wenig die Schnelligkeit. Erstaunlich ist trotzdem, welch filigrane Technik Hondas humanoider Roboter Asimo beim Öffnen eines Schraubverschlusses zeigt. Die verbesserte Fingerfertigkeit ist nur eine von vielen zusätzlichen Qualitäten des kürzlich runderneuerten Helfers. Bedeutendster ...
... Fortschritt: Asimo reagiert auf Menschen in seiner Nähe – und passt sein Verhalten je nach Situation dynamisch an. Die 1,30 m große und rund 30 Kilo schwere Figur ist laut
Honda "von einer automatischen zu einer autonomen Maschine" geworden.
Asimo ist das Ergebnis von 25 Jahren Honda-Forschung und der wohl am weitesten entwickelte humanoide Roboter der Welt.
Asimo war zu Gast bei den Honda-Testtagen im Entwicklungszentrum im Erlensee bei Offenbach und gewann die Herzen der Anwesenden schneller als ein Hundewelpe. Im Hintergrund alle Entwicklungstufen der Honda-Roboter seit 1986. Manche sahen aus wie Kampfmaschinen und wogen 230 Kilo.
autobild.de-Reporter Stephan Bähnisch hatte damals das Vergnügen, das Helferlein kennenzulernen. Asimos Erfolg liegt zum einen an seiner symphatischen Erscheinung, denn der Roboter bedient massiv das Kindchenschema. Und andererseits ist es faszinierend zu sehen, was Asimo alles kann.
Erstaunlich behende bewegt er sich durch den Raum auf Bähnisch zu, der einen Kaffee bestellt, was Asimo mit den Worten "I'm going to the bar" ("Ich gehe zur Bar") beantwortet.
Dann marschiert er los und bekommt von einem seiner menschlichen Helfer ein Tablett gereicht. Er dreht sich um und bringt es an den Tisch, um es ganz vorsichtig abzustellen.
Na, denn Prost. Asimo tritt einige Schritte zurück, anschließend verbeugt ...
... er sich mit einem Kotau – schließlich ist er ein höflicher Japaner. Er beherrscht etwa 50 unterschiedliche Rufe und Grußworte und versteht 30 verschiedene Befehle, auf die er entsprechend reagiert. Ein wirkliches Gespräch ist (noch) nicht möglich.
Robot Director Serge Delhoux zeigt dass Asimo noch viel mehr kann. Er lässt ihn Treppen steigen.
Vorher kommt der Hinweis, nicht in den Schritt des Roboters zu schauen. Denn dort sitzen Laser, ...
... damit Asimo Höhe und Länge der Treppenstufen errechnen kann. Und die sind gefährlich für die Augen.
Asimo stapft relativ zügig nach oben, ...
... macht eine Drehung nach links und bewegt sich zum Rand der Plattform.
Dann steigt er wieder nach unten. 34 Stellmotoren sorgen dafür, dass der Roboter das kann. Dazu kommen Kameras im Kopf und verschiedene Sensoren.
Spätestens hier hat Asimo einiges gemeinsam mit den Helfern im Auto. Seine Infrarotsensoren basieren auf der gleichen Technik, die auch beim Notbremsassistenten im
Accord arbeitet.
Dass Asimo nicht umfällt und umherschlingert wie seine Vorgänger, ist einer Regeltechnik zu verdanken, die auch beim ESP (bei Honda VSA) eingesetzt wird.
Bähnisch soll ihm die Hand geben. "Let's shake hands" ("lass uns Hände schütteln"), sagt Asimo. Das ist eine komplizierte Angelegenheit.
Wenn man die Hand nicht so nimmt, wie es Asimo erwartet, funktionieren seine Sensoren nicht richtig.
Serge Delhoux zeigt, wie es richtig geht. Drückt man oder zieht man an der Hand, zieht der Roboter sie mit einem Geräusch der Ablehnung zurück. Das lässt ihn noch menschlicher wirken.
Im zweiten Versuch klappt es, Asimo nimmt ganz sanft die Hand ...
... und bedankt sich höflich. Überhaupt sind die Manieren von Asimo vorbildlich.
Danach wird sich verbeugt und Asimo marschiert hinter seinen schwarzen Vorhang zurück. Die Lithium-Ionen-Batterie, die er wie einen Rücksack auf dem Rücken trägt, muss aufgeladen werden.
Derzeit hat sie Saft für etwa 45 Minuten. In zehn bis 15 Jahren will Honda die ersten Asimos fertig entwickelt haben. Sie sollen alten Menschen bei der Bewältigung des Alltags helfen.
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