Panik – der BMW wird abgeschleppt! Schauspieler Ingolf Lück erlebt seinen Albtraum noch einmal, erinnert sich mit Schrecken, wie dreiste Diebe seinen geliebten 3.0 CSL einfach mit dem Trailer abholten. Der Verlust schmerzt noch nach über 20 Jahren.
Und jetzt steht dieses herrliche Coupé wieder vor ihm. Nicht sein Exemplar, aber genau das gleiche Autos. Das weckt Erinnerungen. "Was für ein Wagen! Jetzt weiß ich erst, wie sehr ich dieses Auto vermisst habe. Es riecht sogar genau wie meins damals."
Das ist mal ein Motor: Für Lück bedeutet der Sound des Reihen-Sechszylinders Musik für echte Männer. Kein Wunder, diese Maschine hat's in sich, ...
... denn der BMW-typisch turbinenhaft schnurrende Sechser schöpft 180 PS aus drei Litern Hubraum. Damit schiebt er den CSL in acht Sekunden auf Tempo 100 und auf maximal 215 km/h.
Probe sitzen in einem alten Bekannten. Jedes Detail weckt Erinnerungen. Im von BMW Classic
zur Verfügung gestellten CSL ist natürlich alles original, Sitze, Lenkrad und Schaltknauf sind von Alpina.
Chrom-Juwel: Lück liebt die Details des BMW-Coupés. Wer will ihm angesichts dieses rassig-eleganten Sportlers widersprechen?
Lück im Glück: Probefahrt! Motor an: "Ohhh, dieser Sound. Dafür habe ich den Wagen geliebt. Arrrg, so ein Auto fährt man mit Muskeln, nicht mit Servolenkung".
Das Cockpit gibt sich top-sportlich, andererseits konnte sich BMW das gediegene Holzfurnier nicht verkneifen. Macht nichts, das passt. Denn die E9-Coupés überzeugen als komfortable Gran Turismos mit knackigen Fahrleistungen.
Das L im CSL steht nicht etwa für Luxus, sondern für Leichtbau. Die ersten CSL entstanden in Kooperation mit Alpina, gedacht als Homologationsserie für den Tourenwagensport. Es gelang, das Leergewicht um 200 auf knapp 1200 Kilogramm zu senken.
Die meisten CSL-Coupés gingen in private Hände, Profis wie Hans Joachim Stuck feierten aber mit dem 3.0 CSL zahlreiche Rennsport-Erfolge. Er gilt als erste Konstruktion der späteren Motorsport GmbH, ist also der erste M-BMW. Der fette Renn-Reifen im Bild ist übrigens nur ein 195/70 VR 14.
Ingolf Lück hatte seinen CSL als Gebrauchten für 3000 Mark erworben. Als Neuwagen hätte er ihn 1972 nicht bezahlen können: BMWs teuerstes Automobil kostete 31.950 Mark – zuviel für einen 14-jährigen Jungen.
Es muss ja nicht gleich der CSL sein – das gilt bis heute. Die zivilere Version 3.0 CSi war identisch motorisiert und genauso elegant. Selbst die Vergaser-Modelle (2.5 CS, 2800 CS, 3.0 CS) gehen mit 150 bis 180 PS richtig ab.
Blick zurück: Die Vorgänger 2000 C und 2000 CS bestachen ab 1965 durch ihr schnittiges Design, waren aber mit ihren Vierzyilndern deutlich schwächer auf der Brust. Der Bug, der zum Spitznamen "Schlitzaugen-Coupé" führte, wurde bei der E9-Reihe durch das typische BMW-Gesicht ersetzt.
Moderner, aber deutlich bulliger und schwerer geriet das 6er Coupé, das 1976 die filigranen E9-Modelle beerbte. Das Mehrgewicht kompensierten die Bayern durch satte Leistung. Der 6er (E 24) entwickelte sich mit 13 Baujahren zur langlebigsten BMW-Reihe überhaupt.
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