Fünfmal feinstes Blech vom Karosserieschneider: Mit Coupé ist man vorzüglich angezogen, eleganter und zeitloser als mit einer braven Limousine, der viertürigen Massenware.
Passend zu den stilbewussten Autos hat AUTO BILD interessante Motoren ausgesucht - große, aber sparsame Diesel. Welches Coupé liegt am Ende vorn: Mercedes E-Klasse, Audi A5, BMW 3er, Renault Laguna oder Peugeot 407?
Der älteste und günstigste Testkandidat landet mit 303 von 500 möglichen Punkten auf dem fünften Rang. Der Peugeot 407 fährt sich nicht sehr komfortabel und im Vergleich schwerfällig.
Der Motor, ein 2,7-Liter-V6 mit 204 PS und 440 Nm, brummt beim Stadtbummel unfein, beruhigt sich aber dann. Er dreht nicht so willig ...
... wie etwa die bissigeren BMW und Mercedes, wird aber auch von einer schläfrigen Sechsstufen-Automatik (Serie) im Zaum gehalten. Die Fahrleistungen: 8,5 Sekunden von 0 auf Tempo 100, 230 km/h Spitze – das reicht nur für den letzten Platz.
Der Peugeot rollt steif ab, neigt zum Stuckern. Er möchte wohl gern sportlich sein, das gelingt ihm aber nicht: zu viel Gewicht auf der Vorderachse, zähe, synthetische Lenkung, zu viel Untersteuern in schnellen Kurven.
Eingerichtet wurde das Coupé sicher nicht von Cardin oder Dior – der Stil wirkt zu brav, aber gemütlich, ...
... die Sitze versprechen mehr, als sie halten können: Man sitzt recht hoch, die ausladenden Sessel sind weich gepolstert. Sehr französisch.
Auf Taille gearbeitet ist dieser Peugeot bestimmt nicht – eher weit geschnitten. Er streckt sich auf gewaltige 4,82 Meter. Diese Größe schlägt sich beim Platz aber kaum nieder, vorn gehört der 407 zwar zusammen mit dem Mercedes zu den geräumigsten, der Fond ist jedoch eng wie im Renault.
Hier kann am wenigsten eingeladen werden: Unter den Kofferraumdeckel des 407 passen maximal 400 Liter.
Versteckspiel: Die Batterie ist hinter einer Abdeckung im Kofferraum untergebracht.
Das Sonderangebot dieses Vergleichs: Der 407 Coupé V6 HDi 205 ist für 36.950 Euro zu haben – inklusive Komplettausstattung. An der Tankstelle wird es teurer: Mit 9,1 Litern im Schnitt verbrauchte der Peugeot am meisten.
Der Renault Laguna fährt mit 308 Punkten knapp vor seinen französischen Konkurrenten auf Platz vier. Auf der Habenseite stehen seine schicke Optik, die Komplettausstattung und die Vierradlenkung. Er fährt sich sicher, die Federung ist aber ruppig, der Innenraum eher eng.
Mehr Leistung hat in diesem Test keiner zu bieten: Der Dreiliter-V6 mit 235 PS und 450 Nm tritt kräftig an, summt dabei fröhlich und nie laut, ...
... die Fahrleistungen liegen mit 7,8 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und 240 km/h Spitze auf dem Niveau von BMW und Mercedes. Und das trotz der betont schaltfaulen Automatik (Serie).
Wie beim Peugeot überrascht auch im Renault eine stoßige, grobe Federung – kein feiner Auftritt. Exklusivität besitzt im Laguna dafür die Vierradlenkung, bei dieser Technik lenken die Hinterräder mit. Das funktioniert bestens und bringt hohe Stabilität bei schnellen Ausweichmanövern.
Und noch ein etwas unbescheidener Franzose: Auf 100 Kilometer genehmigte sich der Laguna im Schnitt acht Liter Diesel – die drei Deutschen Konkurrenten sind durchweg sparsamer.
Knapper zugeschnitten als ein Anzug von Yves Saint Laurent. Vorn und mehr noch im Fond geht es recht eng zu, ...
... die hohe Sitzposition mögen ältere Piloten, sportlich ist das aber nicht. Die Ledersessel verführen zu einer lässigen Haltung, und die Bedienung ist leicht verspielt.
Etwas einladender als der Peugeot: Im Heck des Renault lassen sich immerhin 423 Liter unterbringen. Das reicht in diesem Vergleich aber auch nur zu Platz vier.
Feiner Zwirn: Beim Laguna Coupé 3.0 dCi gibt es ein wunderschönes Heck und eine gute Verarbeitung für 41.900 Euro.
Elegant, aber eng – so erzielt der Audi A5 2.7 TDI 339 Punkte und fährt auf den dritten Rang. Das Auto sieht hinreißend aus, kneift aber unter den Armen, und ...
... sein TDI-Motor ist leider von gestern. Der V6 holt aus 2,7 Litern Hubraum 190 PS und 400 Nm Drehmoment. Bei niedrigen Touren tritt die Maschine flau an, ...
... später umso heftiger – doch dann wird es rau und laut. In 8,5 Sekunden ist man mit dem A5 aus dem Stand auf Tempo 100 und wird maximal 239 km/h schnell.
Mit Vorderradantrieb liegt der Audi etwas kopflastig und untersteuernd. Klar, er fährt sich locker und handlich – aber eben nicht so ausgefeilt und präzise wie der BMW. Dabei besaß der Test-A5 ...
... noch das Drive-select-System (300 Euro), verstellbare Dämpfer (1100 Euro) und Dynamiklenkung (1000 Euro).
Viel besser geht es nicht: feines Material, akribische Verarbeitung, liebevolle Details. Auch wenn die üppige Schaltersammlung manchmal Rätsel aufgibt.
Sollte man besitzen: Sportsitze für 595 Euro Aufpreis, die ähnlich perfekt sind, wie die von BMW udn Mercedes. Die Audi-Rückbank ist allerdings so winzig wie bei sonst keinem hier, die kneift an jeder Ecke, wenn man sich überhaupt so weit reinschrauben kann.
Der Lademeister dieses Vergleichs: In den Audi-Kofferraum passen maximal 455 Liter – mehr verpackt keiner.
Unter dem schicken Blech steckt – mit Abstrichen beim Motor – tolle Technik, die den A5 2.7 TDI teuer macht: Inklusive seiner optionalen Fahrdynamiksysteme kostet der Ringträger 42.400 Euro.
Der zeite Platz geht mit 355 Punkten an den Mercedes E 250 CDI. Das neue E-Klasse-Coupé tritt energisch auf und macht alles richtig, aber der hohe Preis verhindert den Sieg.
Als 250 CDI hat das E-Coupé einen 2,1-Liter-Vierzylinder mit 204 PS und satten 500 Nm Drehmoment im Bug. Der moderne, muntere Diesel gefällt vor allem ...
... mit seiner gleichmäßigen, harmonischen Kraftentfaltung. Resultat sind zusammen mit dem BMW die besten Fahrleistungen (7,7 Sekunden von 0 auf Tempo 100; 250 km/h Spitze) und der gleiche niedrige Verbrauch: 6,8 Liter.
Einziges Manko des kleinen Kraftprotzes: Er brummt. Nicht laut, aber stets vernehmlich. Und das fällt auf im ansonsten leisen, entspannt fahrenden und komfortablen Daimler.
Gib mir die Kante: Mercedes mag es gerade eckig. Das Cockpit baut eine Spur flacher als in der Limousine – doch besonders sportlich wirkt das Interieur nicht.
In die perfekt passenden Sportsitze schlüpft man hinein wie in das teure Kaschmir-Sakko. Verspieltes Detail hier: die integrierten Kopfstützen.
Hilfreiche Mechanik: Um an den Gurt zu gelangen, muss man sich im Mercedes trotz fehlender B-Säule nicht verdrehen: Die voll versenkbaren Seitenscheiben schaffen fast eine Cabrio-Atmosphäre.
Nur eine Winzigkeit enger als der Audi: Das Coupé der E-Klasse bringt im Gepäckabteil 450 Liter unter.
Am Ende der reinen Testwertung liegt der Mercedes vorn, doch dann kommt der Preis ins Spiel: Mit Automatik und Mischbereifung steht der E 250 CDI mit 47.243 Euro in der Liste – über 7000 Euro teurer als der Testsieger.
Außen zeirlich, innen geräumig, das ist eine der Stärken des 325d Coupé. Dann hat er noch den besten Motor und das agilste Fahrverhalten. Ganz klar: Platz eins mit 360 Punkten.
Ein Triebwerk vom Feinsten: Der Reihensechszylinder holt aus drei Litern Hubraum 197 PS und 400 Nm Drehmoment. Kraftstrotzend, geschmeidig und ...
... drehfreudig wie kein anderer in diesem Vergleich tritt das Kraftpaket an. Klar, er braucht Drehzahlen, auch das eine BMW-Eigenheit. Und er bleibt nicht immer leise, aber nach Diesel-Nageln klingt dieses kräftige, sonore Summen ganz bestimmt nicht.
Die Fahrleistungen in Zahlen: Für den Sprint auf Tempo 100 braucht der 325d 7,7 Sekunden, er erreicht maximal 238 km/h.
Der 3er ist und bleibt erste Wahl für den sportlichen Auftritt. Dank seiner präzisen, gefühlsechten Lenkung, dem Hinterradantrieb und der nahezu perfekten Gewichtsverteilung (51:49 Prozent vorn/hinten) fährt sich der BMW am agilsten und pfeilt zügig um die Ecken
Im 3er ist alles auf den Fahrer zugeschnitten, wie die breite Mittelkonsole und die klassischen Rundinstrumente. Für die Klimaautomatik muss man bei BMW 770 Euro extra investieren – bei der Konkurrenz ist sie serienmäßig an Bord.
Auch diese Sitze kosten Extra – 630 Euro. Aber sie sind es wert: Straffe Polster und viel Seitenhalt sind im Preis inbegriffen. Auch in Reihe zwei gibt sich der BMW herrlich komfortabel.
Bitte anschnallen: Auch im BMW hilft die Mechanik beim Anlegen der vorderen Sicherheitsgurte.
Im Mittelfeld: Der Kofferraum des BMW schluckt 440 Liter.
Mit 39.900 Euro ist der 325d erheblich günstiger als der teure Mercedes. Der BMW könnte sich sogar eine Sechsstufen-Automatik (2190 Euro extra) leisten – er läge immer noch vorn. Das bringt ihm am Ende auch noch den Preis-Leistungs-Sieg.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Dirk Branke: "Diesel im Coupé – passt das überhaupt? Sehr gut sogar, wie BMW beweist. Prima angezogen ist man auch mit dem Mercedes, ...
... doch hier verlangt der Diesel kleine Kompromisse. Auch der Audi stammt vom Edelschneider, wir empfehlen aber andere (Motoren-)Kombinationen.
Und die Haute Couture aus Frankreich? Renault und Peugeot haben Charme, fahren aber hinterher."
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