Umringt von seinen Gegnern: Der neue Dacia Sandero greift in der Kleinwagenklasse an. AUTO BILD wollte wissen, ob sich der rumänische Sparzwerg gegen die etablierte Konkurrenz durchsetzen kann.
Wer fährt hier wem davon? Der Dacia Sandero (Mitte) in die Mangel genommen von Hyundai Getz, Skoda Fabia, VW Polo und Chevrolet Aveo (von links).
Die Tschechen werden die Ersten sein: Auch diesen Vergleich kann der Dauersieger Skoda Fabia für sich entscheiden; mit sechs Punkten Vorsprung auf Platz zwei.
Vierzylinder aus dem VW-Regal: Im Skoda mobilisiert der 1,4 Liter große Motor 86 PS und 132 Nm Drehmoment.
Kein großer Sprinter: Bis der Fabia aus dem Satnd Tempo 100 erreicht, vergehen glatte 13 Sekunden. Langsamer ist nur noch der Chevrolet.
Fit für die Fernfahrt: Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 174 km/h ist der kleine Tscheche für die Autobahn gut gerüstet.
Mit den optionalen 16-Zöllern für 640 Euro lenkt der Fabia zackiger ein, allerdings leidet der Komfort ein wenig unter der größeren Bereifung.
Bestwert: Mit warmen Bremsen steht der Fabia aus Tempo 100 nach 38,1 Metern.
Ein wenig durchzugsschwach: Für den Zwischenspurt von 60 auf 100 km/h im vierten Gang braucht der Skoda 13 Sekunden.
Der Polo aus Tschechien: Klimaregler überm Radio, Türablagen für große Flaschen.
Vorbildlich: Mit serienmäßig sechs Airbags und ESP an Bord bietet der Skoda ein umfassendes Sicherheitspaket.
Unübersichtlich: Die hohen Kopfstützen stehen beim Einparken breit im Sichtfeld.
Das Maximum aus knapp vier Metern Außenlänge: Für die hinteren Passagiere gibt es reichlich Kniefreiheit.
Gute Größe: Mit 300 bis 1163 Litern Fassungsvermögen schluckt das Gepäckabteil des Fabia am zweitmeisten in diesem Test.
Total unpraktisch: Tanken funktioniert nur mit Schlüssel. Der hängt vorm Blech, kratzt und stört.
Skoda als Preisbrecher? Die Zeiten sind vorbei! Mit dem Fabia 1.4 16V Classic für 13.470 Euro (inklusive der 16-Zöller) stellen die Tschechen das zweitteuerste Auto des Vergleichs.
Mit dem zweiten Platz macht der Polo den Doppelsieg für die Technikbrüder aus dem VW-Konzern klar.
Diese Maschine steckt auch im Fabia: Im Unterschied zur Skoda-Variante leistet der 1,4-Liter-Vierzylinder im Polo nur 80 PS. Das Drehmoment ist mit 132 Nm bei beiden Varianten gleich.
Zügig: In zwölf Sekunden sprintet der Polo aus dem Stand auf Tempo 100. Platz zwei in diesem Vergleich.
Einsame Spitze: 175 Sachen rennt der kleine Wolfsburger maximal. Schneller ist keiner, auch wenn der Unterschied auf beispielsweise den Fabia gerade einmal ein km/h beträgt.
Vorbildlich: Der Polo zeigt sich souverän in der Federung, sicher durch sein modernes Fahrwerk. Auf den serienmäßigen 14-Zöllern wirkt der VW harmonischer als sein technikgleicher Ableger Fabia.
Zweiter: Aus Tempo 100 steht der Polo mit warmen Bremsen nach 39,1 Metern; immerhin ein ganzer Meter mehr, als der Fabia braucht.
Das Willkommen-zu-Hause-Gefühl ist serienmäßig: matte Kunststoffe, die Mittelkonsole reicht die Schalter schön hoch an.
Gemacht für die Ewigkeit: Die Polster im Polo sind hochwertig.
Komfort für alle Eltern: Per Knopfdruck ist der Beifahrer-Airbag ausgeschaltet. Da kann die Babyschale auch gegen die Fahrtrichtung montiert werden.
Da geht was: Flüssige Erfrischungen parken sicher in den Getränkehaltern an der Mittelkonsole.
Ärger auf Reisen: In die Türablagen des VW passen keine großen Flaschen.
Etwas knapper als der Fabia: Richtig eng wird es im Polo aber auch für die hinteren Passagiere nicht.
Im Testmittelfeld: Der Kofferraum des Polo verpackt zwischen 270 und 1030 Liter.
Der Polo spielt in diesem Test den kleinen, teuren Mercedes. Für den 1.4 Trendline verlangt VW satte 14.280 Euro.
Unpassender Testkandidat? Bei über 40 Prozent Preisunterschied zum Sandero fragt man sich schon, ob der Wolfsburger überhaupt noch in der Sparklasse starten darf.
Überraschung auf Platz drei: Mit dem Sandero kann sich der preiswerteste Kandidat direkt hinter den beiden Platzhirschen aufs Siegerpodest schieben.
Egal, aus welcher Perspektive man den Dacia auch betrachtet, er hat weder etwas Peinliches noch etwas Billiges. Hier sieht nichts nach Sparmobil aus.
Sogar der Motorraum ist lackiert, da sparen sonst sogar die Nobelhersteller. Der Renault-Vierzylinder holt aus 1,6 Litern Hubraum 87 PS und 128 Nm Drehmoment.
Vergleichsweise zügig: Mit 11,9 Sekunden für den Sprint von 0 auf Tempo 100 lässt der Sandero die gesamte Konkurrenz hinter sich. Auch 174 km/h Spitze sind in Ordnung.
Auchweichmanöver ohne Risiko: Den Elchtest meistert der Sandero sehr gut.
Schwachstelle: Mit warmen Bremsen braucht der Sandero aus 100 km/h 41,6 Meter bis er steht.
Mit seinen langen Federwegen ist der Dacia wie gemacht für Holperpisten in der tiefsten Provinz. Das wirkt im ersten Moment schaukelig, aber auch bei höchster Beladung hält der Wagen sauber die Spur.
Die Griffschalen sind beim Crash schwerer zu öffnen als die Bügelgriffe des Polo.
Wichtigster Fortschritt: Das neue Dacia-Cockpit müffelt nicht mehr. Die Topversion "Lauréate" legt sogar Aluglanz auf.
Gut: Man fühlt sich mit dem meisten Platz im Schulterbereich behaglich im Sandero. Das Lenkrad ist nur höhenverstellbar, trotzdem passt die Sitzposition.
Gallische Gene: Hupe im Blinkerhebel, Reserverad unterm Auto.
Im Fond bietet der Sandero eine tiefe Sitzfläche, aber für die Knie wird es eng in der zweiten Sitzreihe.
Der Lademeister: Mit einem Fassungsvermögen zwischen 320 und 1200 Litern bietet der Dacia den größten Kofferraum des Vergleichs.
Preis-Leistungs-Sieger: Die Topversion des Sandero kostet exakt 10.000 Euro. Mehr Auto fürs Geld gibt es bei keinem Konkurrenten.
Ein wenig in die Jahre gekommen: Der Getz landet auf dem vierten Platz. Im Herbst 2008 bringt Hyundai den Nachfolger namens i20, der deutlich moderner sein wird.
Die starke Seite des Getz: Der 1,4 Liter große Vierzylinder setzt den Wagen mit 97 PS und 126 Nm Drehmoment in Bewegung.
Fahrleistungen: Von der Parkposition auf Landstraßentempo braucht der Getz 12,1 Sekunden. Maximal sind 170 Sachen drin.
Der braucht den elektronischen Schleuderschutz eigentlich ganz dringend, ESP kostet aber ärgerliche 600 Euro extra.
Enttäuschend: Der Getz hat eine viel zu straffe Federung und eine gefühllose Lenkung.
Das Cockpit zeigt den Korea-Luxus alter Schule: vier Fensterheber und verstellbares Wischerintervall.
Farbenfroh: Auch knallblauer Stoff auf Sitzen und Türverkleidungen kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Getz das spürbar älteste Auto im Vergleich ist.
Vorteil Getz: Der 1,4-Liter dreht munter bis 6500 Touren.
Vorne gibt es straffe, wenig konturierte Sitze, hinten ist der Getz etwas knapp geschnitten.
Hinter der schlecht eingepassten Heckklappe bietet der Kofferraum Platz für 254 bis 977 Liter Gepäck. Beim Maximalvolumen landet der Hyundai auf dem letzten Platz.
Nicht wirklich billig: Hyundai hat sich mit dem Getz 1.4 GLS für 13.390 Euro schmerzhaft weit von der Preis-Basis entfernt.
Auf dem fünften Platz landet der Chevrolet Aveo, mit satten 68 Punkten Rückstand auf den Testsieger Skoda Fabia.
Der kleine 1,2-Liter des Aveo hat nur den Vorteil, dass er leise läuft. Mit 84 PS und 114 Nm wirkt er ansonsten wie zugeschnürt.
Bei den Fahrleistungen reicht es für den Aveo nur zum letzten Platz: Für den Sprint auf Tempo 100 braucht der Wagen 13,6 Sekunden. Spitze: 170 km/h.
Nicht akzeptabel: Der Aveo braucht aus Tempo 100 mit warmen Bremsen 42,2 Meter bis er steht.
Tückisch: Bei Ausweichmanövern mit voller Beladung keilt der Aveo plötzlich mit dem Heck aus.
Sportliche Optik: Der kleine Chevy kommt mit seitlichen Kiemen im Alu-Look.
Großes Lenkrad, aber nur kleine Huptasten: Wenn's ernst wird, heißt es erst mal fummeln.
Pluspunkte: Der Aveo gefällt mit guter Übersicht dank großer Außenspiegel. Als einziger im Test hat er serienmäßig ein Radio mit an Bord.
Klasse: Die Kopfstützen machen sich klein, das dritte Fenster schafft freie Sicht.
Das zweitgünstigste Angebot im Vergleich: Der Chevrolet Aveo 1.2 LS steht ab 12.090 Euro in der Preisliste.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Joachim Staat: "Der Skoda Fabia gewinnt, weil er viel Platz, Sicherheit und günstigen Unterhalt bietet, vor dem fast identischen, aber teuren Polo. Hinten landen Aveo und Getz. Nur günstig zu sein ...
... reicht eben nicht aus, wenn Sicherheit und Komfort nicht stimmen. Am meisten überrascht der Sandero: einfach, solide, konkurrenzlos günstig. Seine Schwächen sind Bremsen und ESP."
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