Fünf kompakte Kraftpakete mit zusammen 1131 PS: Honda Civic Type R, Mazda3 MPS, Renault Mégane Sport F1, Seat Leon Cupra und VW Golf GTI ...
... gehören zum dem Flottesten, was in der Golf-Klasse derzeit unterwegs ist. AUTO BILD hat die fünf Konkurrenten nicht nur zum Vergleich gebeten, sondern auch ...
... für eine interessante Begegnung gesorgt: Die beiden Motoraver Helge und Ulrich samt ihrer Schlitten und Hund Beamer treffen auf die fünf Kompakt-Sportler und geben ihr ganz persönliches Urteil ab.
Platz eins geht an das Allround-Talent aus Wolfsburg, das die Konkurrenz in allen Einzelwertungen abhängt und mit 34 Punkten Vorsprung in der AUTO BILD-Wertung gewinnt.
Eigentlich sollte den Werbestrategen von VW der Medienpreis für deutsche Sprache verliehen werden. Immerhin haben die Jungs es schon 1976 geschafft, mit nur drei Buchstaben eine neue Fahrzeugklasse ...
... und das dazugehörige sportliche Image zu bezeichnen. Auch heute noch kann der GTI spontan Begeisterung auslösen.
Die in jeder Lage mitreißende Kraftentfaltung des Zweiliter-Turbos (200 PS, 280 Nm) macht einfach nur Laune, der maskulin-melodische Sound animiert zum Ausdrehen der perfekt rastenden Gänge, aber ...
... gegen die Testkonkurrenz reicht es in Sachen Fahrleistungen nur zur roten Laterne. Wobei 7,5 Sekunden für den Sprint von 0 auf Tempo 100 ...
... natürlich nicht wirklich langsam sind. Auch die Höchstgeschwindigkeit von 235 km/h reicht locker für zügiges Vorwärtskommen auf der linken Spur.
Der wie bei allen serienmäßige ESP-Aufpasser regelt spaßbringend spät und erlaubt dem Heck sogar einen leichten Sidestep. Das darf man getrost Genuss ohne Reue nennen, der ...
... durch die packenden Recaros im Karo-Design und eine präzise Lenkung noch gesteigert wird.
Ganz nebenbei macht der GTI nicht nur den Fahrer, sondern auch Familie und Freunde glücklich. Bei Restkomfort, Platzangebot, Kosten und sogar beim Verbrauch liegt der Wolfsburger vorn.
Wo ist eigentlich der Golfball geblieben? Der Schalthebel des Sechsgang-Getriebes zeigt sich im aktuellen GTI eher klassisch.
Deutlich zu viel versprochen: Von den 300 km/h am Ende der Tachoskala ist der Golf GTI doch etwas weit entfernt.
Fürs große Gepäck: In den Golf-Kofferraum passen – je nach Sitzkonfiguration – zwischen 350 und 1305 Liter.
Exklusiv: Die 17-Zöller im speziellen Fünfspeichen-Design sind bei Volkswagen dem GTI vorbehalten.
GTI: Diese drei Buchstaben gelten seit ihrem Debüt auf einem VW-Grill als Inbegriff für kleine Sportskanonen. Der Golf V trägt sie absolut zu Recht.
Serienmäßig leuchtet der Golf seinem Piloten mit ganz normaler Lichttechnik den Weg. Wer gerne Xenon-Scheinwerfer haben möchte, ist mit 1080 Euro extra dabei.
Preis-Leistungs-Sieg: Bei einem Grundpreis von 26.400 Euro für den viertürigen Golf GTI bekommt man bei VW am meisten für sein Geld.
So ein GTI fährt sich einfach verdammt lässig. Präzise Lenkung, knackige Schaltung, tolle Sitze. Das Motoraver-Urteil: "Der GTI kommt ohne Schnickschnack aus, ist eine heiße Fahrmaschine."
Der zweitplatzierte Mazda3 MPS sieht genauso unscheinbar aus, wie japanische Kompaktwagen eben aussehen. Doch er wird zur wilden Bestie, wenn man ihn provoziert, denn ...
... mit 260 PS und 380 Nm aus einem 2,3 Liter großen Turbo-Vierzylinder steht die Antriebsquelle im Bug extrem gut im Futter. Die aus dem Mazda6 MPS bekannte Maschine ...
... überfordert den Kompakten allerdings ein wenig. Bei beherztem Gaseinsatz in Kurven wird dem Piloten das Lenkrad fast aus der Hand gerissen. Da kann auch das Sperrdifferenzial nicht viel retten. Auf gerader Strecke ...
... kann der Mazda seinen Leistungsvorteil gegenüber der Konkurrenz aber ausspielen: In 6,9 Sekunden rast der Kompakte auf Tempo 100 und ...
... erreicht maximal 250 km/h. Da sieht der Rest des Testfeldes ...
... nur noch diese Rücklichter. Für schnelle Rundenzeiten und Spaß am Gas ...
... ist das aber etwas zu wenig. Den Mazda3 MPS muss man als schnellen Familienwagen begreifen. Dafür sprechen auch der noch brauchbare Komfort und hintere Türen.
Das freundliche Gesicht des Mazda3 dürfte im Falle des MPS auf der linken Spur für Verwirrung sorgen. Ein wenig Abhilfe könnte hier Xenonlicht für 790 Euro schaffen.
Eigentlich ganz sexy: Wenn man dem MPS die Sporen gibt, dann bläst er ab 2500 Touren einen laut fauchenden Sound aus dem dicken Endrohr.
Der Arbeitsplatz im Mazda zeigt sich ziemlich nüchtern, auch wenn ...
... die drei Rundinstrumente in ihren engen Röhren mit weiß hinterlegten Skalen und hängenden Zeigern für ein wenig Sportlichkeit sorgen sollen.
Ordentlich: Die sechs Gänge werden im Mazda3 sauber mit der Hand sortiert.
Mehr Schein als Sein: Die Sportsitze sehen gut aus, lassen im Schulterbereich aber Seitenhalt vermissen.
Nicht gerade ein Lastesel: Fünf Passagiere müssen sich mit 290 Litern Kofferraum begügen. Fällt die Rücksitzlehne nach vorne, gehen immerhin 1229 Liter ins Heck.
Der Preisbrecher: Der höchsten Motorleistung stehen beim Mazda3 MPS mit 25.600 Euro die niedrigsten Anschaffungskosten gegenüber.
Der Motoraver ist vom MPS alles andere als begeistert: "Der Mazda hat seine sportlichen Talente verdammt gut versteckt. Die Instrumente sind schön – die würde ich ausbauen und den Rest wegschmeißen."
Renaults Doppelschlag in der Formel 1 von 2006 gab den Anlass, das Sondermodell Mégane Sport F1 – Team R26 aufzulegen. Mit nur zwei Pünktchen Rückstand ...
... auf den Mazda fährt der feuerrote Franzose in der AUTO BILD-Wertung auf den dritten Platz.
Deutliches Signal: Schon die Zielflaggen-Beklebung signalisiert, dass sich dieser Franzose nicht hinten anstellen möchte. Muss er auch nicht. Denn der ...
... Zweiliter-Turbo mobilisiert 230 PS und 310 Nm Drehmoment, die den ...
... Mégane am schnellsten aus den Startblöcken kommen lassen: In nur 6,5 Sekunden geht es aus der Parkposition auf Landstraßentempo. Wer auf dem Gas stehen bleibt, ...
... scheucht die Rennsemmel auf absolut autobahntaugliche 236 km/h.
Knackig ums Eck: Das harte Fahrwerk taugt zwar nicht unbedingt für Ausflüge mit Schwiegermama, vermeidet im Eilgang aber unnötige Schaukeleien.
Sichere Anker: Hinter den 18-Zoll-Rädern in Anthrazit lauern rote Brembo-Bremssättel, die sich vorn in gelochten Scheiben verbeißen.
Kleines Manko: Die Schalensitze sehen besser aus, als sie sind. Wer auf Leder thronen möchte, zahlt bei Renault 1450 Euro extra. Und die rote Alcantara-Auskleidung ist hier ...
... wie auch am Schaltknüppel absolute Geschmacksache. Irgendwie wirkt das etwas peinlich und äußerst bemüht.
Französischer Sonderweg: Der Mégane hat statt des klassischen Handbremshebels einen Griff. Eine echte Innovation in Sachen Bedienbarkeit ist das nicht.
Nüchtern und gut: Das Cockpit ist wenig verspielt, die wichtigsten Instrumente sind optimal positioniert.
Absolut verzichtbar: Der Start des Motors erfolgt mittels Karte und ...
... Knopfdruck. Ein herkömmlicher Schlüssel ist nach wie vor überzeugender.
Für Orientierungslose: Wenn die rote Ziernaht oben ist, geht's geradeaus. Aber Spaß beiseite, die Lenkung gehört zu den besten, die Renault je gebaut hat.
Rücksicht? Wer durch diese enge Luke peilen muss, hat es nicht wirklich leicht.
Richtig geräumig ist anders: Ins Heck des sportlichen Mégane passen zwischen 330 und 1190 Liter.
Enge Schlitze: Wenn es hier mit Xenonlicht leuchten soll, werden 2700 Euro Aufpreis fällig. Wo wir schon mal gerade ...
... beim Preis sind: Den Mégane Sport F1 lässt sich Renault mit mindestens 27.500 Euro bezahlen.
Und was meint der Motoraver zum Franzosen? "Wenigstens mal kein Ich-will-allen-gefallen-Design. Der hat wirklich Charakter."
Mit zwei Punkten Rückstand auf den Mégane muss sich der Seat Leon Cupra mit dem undankbaren vierten Platz begnügen. Spaniens Antwort auf den Vergleichstestsieger Golf GTI, ...
... wird wie der Wolfsburger vom Zweiliter-TFSI befeuert. Hier leistet das Aggregat aber 240 PS und schickt 300 Nm Drehmoment ins Getriebe.
Das sportliche Label im Hause Seat heißt Cupra: Die Abkürzung für "Cup Race" tragen alle heißen Spanier, die mit Zutaten wie großen Alufelgen (18 Zoll) oder ...
... dicken Endrohren ordentlich nachgeschärft sind. Unverändert bleibt dagegen ...
... die Optik der Scheinwerfer. Wer hier auf Xenonlicht setzt, zahlt 1050 Euro extra.
Die Fahrleistungen: In glatten sieben Sekunden erstürmt der Cupra die 100-km/h-Marke, schafft maximal 247 km/h.
Da wird das Fahren zum Fest: feines Einlenken, sauberes Halten der Ideallinie, ...
... druckvolles Herausbeschleunigen – die guten Gene von Mutter VW lassen sich überall spüren.
Nicht ganz überzeugend: Die Bremsanlage hinter den 18-Zöllern bringt den Seat aus Tempo 100 nach 38,4 Metern zum Stehen. Die Konkurrenz bremst durch die Bank besser.
Fit für den Rundkurs: Die speziellen Cupra-Sportsitze bieten tollen Seitenhalt.
Das ziemlich schlichte Cockpit bleibt fast ohne Anflug von Sportlichkeit, da können auch ...
... die hellen Skalen im Cockpit wenig ändern.
Wenig dynamisch: Die Schaltwege des Sechsgang-Getriebes sind es etwas zu lang. Immerhin schmückt sich der große Schaltknauf mit einer Zielflagge.
Mittelmaß ist Testfeld: Der Leon Cupra verpackt in normaler Sitzkonfiguration 341 Liter. Sind die Rücksitzlehnen nach vorne geklappt, passen 1166 Liter ins Heck.
Versteckspiel: Die Griffe für die hinteren Türen bringen die Spanier in den Fensterrahmen unter.
Selbstbewusste Ansage: Mit einem Grundpreis von 27.690 Euro ist der Seat Leon Cupra das teuerste Auto dieses Vergleichs, dessen ...
... gefällige Optik ein deutliche Manko hat: Im Seat bringen die hohe Fensterlinie und fette Karosseriesäulen nicht nur auf der Rennstrecke beim Positionskampf im Pulk Nachteile, sondern auch im Alltag auf der Straße. Nach Radfahrern schaut man besser zweimal.
Der besorgte Blick in den Motorraum müsste gar nicht sein, aber für die Optik des Leon senkt der Motoraver den Daumen: "Am Fahrer vorbeidesignt – bei der hohen Fensterkante kannst du nicht mal den Arm raushängen lassen."
Sollte Captain Future jemals auf der Erde notlanden müssen, wird er sich zur Fortbewegung mit absoluter Sicherheit den fünftplatzierten Honda Civic Type R besorgen. Der feuerrote Dreitürer ...
... wirkt dank seines spacigen Designs außen so scharf wie ein interstellarer Abfangjäger. Vorne gibt es die schmalen Scheinwerferschlitze mit serienmäßigem Xenonlicht zu bewundern, ...
... hinten bleibt das Auge fast zwangsläufig am dreieeckigen Auspuff kleben. Wie man ihn auch dreht und wendet – der Honda sticht gestalterisch eindeutig heraus.
Dem muss man keinen zusätzlichen Druck machen: Der Civic-Vierzylinder holt aus zwei Litern Hubraum auch ohne Turbo 201 PS und 193 Nm Drehmoment. Das ist bemerkenswert, aber ...
... in diesem Vergleich noch weit von der Leistungsspitze entfernt. So liegt der rote Japaner dann auch mit 7,4 Sekunden von 0 auf Tempo 100 nur auf dem vorletzten Platz der Sprintwertung, ...
... 235 km/h bedeuten in Sachen Höchstgeschwindigkeit einen Platz im Mittelfeld.
Der zwar zackig in die Kurve stechende, im Zweifel aber brav untersteuernde Japaner kann mit seiner Lenkung nicht ganz überzeugen: Die liefert zu wenig Rückmeldung.
Die schmalen Schalen mit den hohen Wangen bieten zwar mächtig Halt, ab Kleidergröße 48 droht man aber auch einfach in ihnen stecken zu bleiben.
Innen wie außen: Der Arbeitsplatz im Honda Civic bietet die Anmutung seiner Kommandobrücke. Und die fordert Gewöhnung, was sich ...
... unter Umständen auch auf den feuerroten Startknopf beziehen könnte. Den findet der Civic-Pilot nämlich untypischerweise auf der linken Seite des Lenkrades.
Der Motor kann bis 8000 Touren gedreht werden, und das muss er auch: Unter 4000 Kurbelwellenumdrehungen passiert unter Motorhaube nämlich herzlich wenig, die Höchstleistung liegt erst an, wenn die Nadel des Drehzahlmessers bei 7800 steht.
Damit man auch immer weiß, welche Kompaktrakete man da durch die Landschaft prügelt: "Type R"-Plakette über dem Schaltknüppel des Sechsganggetriebes.
Erstaunlich geräumig: Mit 456 bis 1352 Litern Fassungsvermögen gibt der Type R den Lademeister dieses Vergleichs.
Faires Angebot: Der gut ausgestattete Honda Civic Type R steht mit 26.900 Euro in der Preisliste.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Gerald Czajka: "Nach objektiven AUTO BILD-Punkten gewinnt der ausgewogene Golf GTI den Vergleich, ...
... bei den Motoravern steht der schrille Civic Type R auf Platz eins – alles eine Frage der Schwerpunkte. Für uns fährt der ...
... der Mazda3 MPS auf Rang zwei – so viel PS für so kleines Geld gibt es sonst nirgendwo. Der konsequent sportliche ...
... Renault Mégane Sport F1 sichert sich den dritten Platz vor dem Golf-Bruder Seat Leon. Am Ende ...
... führen wir den nach Drehzahl gierenden Honda Civic Type R."
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