An der Kasse ist er nicht zu schlagen, der
Dacia Sandero ein Kumpel-Typ mit rustikalem Charme und ausgeruhtem Motor. Viel Platz hat er nicht gerade, ...
... auch bei der Sicherheit fährt er hinterher. Das reicht am Ende zu 283 von 500 Punkten und Platz fünf. Kaum zu glauben, trotzdem wahr: 9990 Euro kostet der
Dacia. Und das mit 1,6-Liter als Lauréate, ...
... also mit dem stärksten Motor (87 PS, 128 Nm) und der besten Ausstattung aus der
Sandero-Preisliste. Wobei der Luxus bescheiden bleibt: ABS, vier Airbags, Zentralverriegelung fernbedienbar und ...
... elektrische Fensterheber vorn gehören dazu, viel mehr nicht. ESP zum Beispiel liefert
Dacia weder für Geld noch gute Worte. Dafür aber ein ansehnliches Vier-Meter-Auto mit einem Hauch südländischer Eleganz – der
Sandero stammt ja ursprünglich aus Brasilien – und anständigem Platzangebot.
An Bord geht es nicht mehr ganz so fröhlich zu, hier bestimmen Hartplastik und schlichtes Einheits-Design das Bild. Instrumente und Schalter kennen wir aus älteren
Renault. Typisch der Hupkontakt im Blinkerhebel ...
... und die schwammigen, kleinen Sitze. Auch die komfortable und schluckfreudige Federung kommt uns französisch vor, ...
... der
Dacia fährt brav und friedlich, nicht übertrieben handlich. Rauen Nutzfahrzeug-Charme entwickelt der 1,6-Liter, der bei höheren Touren kräftig brummt, ...
... aber tapfer mit den modernen Motoren mithält, weil er Kraft aus dem Hubraum schöpft. In 11,9 Sekunden geht es auf Tempo 100 und bis auf maximal 174 km/h. 7,4 Liter Testverbrauch sind zu viel für diese Klasse, dafür gefällt der Preis des
Sandero.
Mit 300 von 500 Punkten landet der Japaner im Testfeld auf dem vierten Platz. Der schnittige
Mazda2 ist eine klare Empfehlung für Leute, die es sportlich mögen. Sie bekommen einen lebhaften Motor und straffes Handling, aber eingeschränkten Komfort.
Er hat kein Gramm Fett auf der Hüfte. Schlanke 1024 Kilo bringt der
Mazda auf die Waage, 100 Kilo weniger als zum Beispiel der
Skoda. Hört sich wenig an, macht aber eine Menge aus, ...
... der temperamentvolle 1,3-Liter-Motor (86 PS, 122 Nm) hat jedenfalls leichtes Spiel mit dem zierlichen Japaner, dreht locker, wenn auch nicht immer leise. Damit wuselt der
Mazda2 ...
... quirlig um die Ecken. Das ESP spielt mit, lässt sogar kleine Heckschwenks zu, greift dann aber energisch ein. Das Ganze wirkt fast übermütig, doch so schnell, wie er tut, ist der
Mazda lange nicht. Mit 12,3 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und 172 km/h Spitze ...
... fährt er den anderen nicht davon, auch nicht beim Verbrauch von 6,5 Litern auf 100 Kilometer im Testdurchschnitt.
Wer den sportlichen Auftritt mag, wird sich an der straffen Federung nicht stören ...
... und sich freuen über die präzise Schaltung, die zackige Lenkung und die Bremsen: Der
Mazda2 steht aus Tempo 100 nach knapp 36 Metern. Exzellent, nicht nur für einen Kleinwagen. Typisch für diese Klasse ...
... dann wieder das Raumangebot: vorn luftig, im Fond für Erwachsene knapp. In der ersten Reihe stimmt die Sitzposition nicht ganz – das Lenkrad lässt sich nur in der Höhe verstellen, ....
.... man sitzt ein Stück zu weit weg von den Armaturen. Das Cockpit ist ansehnlich gestaltet, es gibt aber aber viel Hartplastik. Der Designer mag offensichtlich Kreise. Der Schalthebel liegt günstig – nur eine Handbreit neben dem Lenkrad.
Auch beim Preis bleibt der
2er leicht: In der Austtattungslinie "Dynamic" kostet der
Mazda 16.390 Euro.
Man unterschätzt den unauffälligen
Opel Corsa leicht, doch er verfügt über innere Werte, hat einen modernen Motor und ...
... fährt komfortabel. Fahrdynamik ist nicht seine Stärke, aber es reicht in der Endabrechnung für 310 Punkte – der geteilte zweite Platz.
Anfang des Jahres hat
Opel den
Corsa überarbeitet, doch neben solchen Frohnaturen wie dem
Fiesta oder dem
Mazda2 wirkt er immer noch brav und bieder.
Man fühlt sich hinter der sehr schräg stehenden Frontscheibe fast wie in einem kleinen Van, das Raumgefühl fällt entsprechend luftig aus. Vorn jedenfalls, hinten ändert sich das. Hier geht es etwa so beengt zu wie in
Dacia und
Mazda. Und man hockt auf der Rückbank zu flach über dem Boden.
Der Arbeitsplatz im
Corsa hat ordentliche Instrumente, gefällt mit tadelloser Bedienung. Doch inzwischen sind andere charmanter und hochwertiger eingerichtet.
Der neue 1,4-Liter mit doppelter Nockenwellenverstellung und 87 PS ist einer von der unauffälligen Sorte, leise und mit gleichmäßiger Kraftentfaltung ...
... über das gesamte Drehzahlband. Bitte den Tacho im Auge behalten, denn der
Corsa animiert zur flotten Fahrt. In 12,7 Sekunden geht er aus dem Stand auf Tempo 100, schafft 173 km/h Spitze.
Der
Opel rollt weich ab, federt ausgesprochen sanft und gleitet souverän selbst über die aktuellen Frostaufbrüche. Wie bisher aber etwas schaukelig, mit einer Neigung zum Wanken in schnellen Kurven.
Die spitze Lenkung spricht mittlerweile gefühlvoller an, besonders agil fährt der
Corsa deshalb noch lange nicht, sondern, sagen wir besser gelassen.
Insgesamt ist der
Opel Corsa ein anständiges Angebot: Die Rüsselsheimer verlangen für den komplett ausgestatteten "Innovation" 16.410 Euro.
Der zweite zweite Platz geht nach Köln: Mit seinen Klasse-Fahreigenschaften fährt der
Ford Fiesta weit nach vorn. Schön auch das mutige Design, ...
... aber er hat nur einen engen Fond und könnte einen kräftigeren Antrieb vertragen.
Für diesen Mut verdient
Ford einfach Respekt. Sie setzen beim
Fiesta nicht auf den braven, unauffälligen Auftritt à la
Polo, sondern keck auf Kante und Hingucker-Gesicht.
Das mutige Design treffen wir im scharf geschnittenen Cockpit wieder. Das Schöne daran: Es sieht nicht nur gut aus, es passt auch.
Nirgendwo sitzt man vorn angenehmer als im
Fiesta: tiefer und einen Hauch sportlicher als im
Skoda, gleichzeitig bequemer als im
Mazda. Nur im Fond ist Schluss mit lustig: Hinterbänkler haben hier wirklich wenig zu lachen, so beengt, wie sie untergebracht sind. Niemand hat im Vergleich weniger Platz.
Der 1,25-Liter-Motor mit 82 PS und 114 Nm ist ein munteres Kerlchen, drehfreudig und bei hohen Drehzahlen mit einer kernigen Stimme. Doch aufgrund des kleinen Hubraums ist die Elastizität mäßig, ...
... für den Sprint auf Tempo 100 braucht der
Ford 13,4 Sekunden, er erreicht maximal 168 km/h. Der Fiesta hat insgesamt Mühe, dem übrigen Quartett zu folgen. Das verfügt entweder – wie der
Skoda – über modernere Technik, oder schlichtweg mehr Hubraum.
Ganz vorn liegt der
Ford aber mit seinem gekonnt abgestimmten Fahrwerk. Den Spagat zwischen ausgeprägter Handlichkeit und ...
... hohem Komfort beherrscht er am besten, fährt sich agil und ausgewogen.
Das zweitbeste Angebot im Vergleich: Günstige 15.300 Euro kostet der
Ford Fiesta als Titanium.
Das Facelift hat den Seriensieger noch besser gemacht, auch in diesem Vergleich fährt er mit 331 Punkten ganz nach vorne. Mit dem neuen TSI setzt der
Skoda Fabia nun ...
... auch unter der Haube Maßstäbe. Geräumig, solide und hochwertig war er schon immer.
Wieder mal ein Fall für Kenner: Suchen Sie am neuen
Fabia die Unterschiede zum alten. Gefunden? Wir können helfen: Grill, Stoßfänger und Scheinwerfer sind neu. Doch es ist, sagt
Skoda, viel mehr als Kosmetik, ...
... schließlich müssen im Vorderwagen die neuen Motoren untergebracht werden. Der 1,2-Liter-TSI mit 86 PS und 160 Nm zum Beispiel. Der kleine Vierzylinder-Turbo hängt genauso gierig am Gas, wie wir das von den TSI bei
VW schon kennen. Er dreht spritzig, ...
... zieht kräftig durch. Viel Kraft aus wenig Hubraum. Und die moderne Technik macht eben auch den niedrigsten Verbrauch möglich: 6,2 Liter schafft sonst keiner. Auch mit 11,7 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und 177 km/h Spitze fährt der
Skoda ganz nach vorne.
Der
Fabia war mit Sport-Ausstattung dabei, dazu gehören Sportsitze und 16-Zoll-Räder mit 205/45er-Reifen. Die griffigen Sitze empfehlen wir, die Räder brauchen wir nicht unbedingt, ...
... sie harmonieren mit dem straffen Fahrwerk nicht übermäßig gut. Der
Fabia federt in dieser Auslegung holprig, reagiert grob auf Unebenheiten, ...
... gut arbeitet dagegen die präzise und feinfühlige Lenkung, das agile Handling passt dazu.
Unaufgeregter Stil und gediegene Materialien findet man im
Skoda. Das Lederlenkrad gehört zur Sport-Ausstattung. Die aufrechte Sitzposition ist angenehm. Geräumig war der
Fabia schon immer, der Fond bietet mit Abstand den meisten Platz.
Mit seinem Preis von 16.280 Euro liegt der
Skoda Fabia knapp hinter
Opel und
Mazda, mit seinen Qualitäten aber ganz vorn.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Dirk Branke: "Ganz schön talentiert, diese kleinen Burschen. Allen voran der
Skoda, gerade zurück aus dem Trainingslager und fit bis in die letzte Fuge. Auch
Opel und
Ford sind reif für den Aufstieg, schon lange keine Kleinwagen im klassischen Sinn mehr, ...
... mit ihren Qualitäten können sie es auch mit manchem Kompaktwagen aufnehmen. Der
Mazda spricht sportliche Naturen an, und der
Dacia ist und bleibt ein Preiswunder. Technisch bescheiden, aber immer eine Überlegung wert für alle, die auf Prestige und Image mühelos verzichten können. Und das sind nicht wenige"
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