In Krisenzeiten sind sparsame Kleinwagen sehr beliebt – egal ob als Neu- oder Gebrauchtwagen. Der seit 2005 gebaute Toyota Aygo zählt zu den gefragten Typen. Er ist baugleich mit Citroën C1 und Peugeot 107, alle drei werden im tschechischen Kolin gefertigt.
Cockpit für die Generation iPod: Der Toyota Aygo hat ein griffiges Dreispeichen-Lenkrad, zahlreiche Ablagen und eine indirekt beleuchtete Regeleinheit für Gebläse und Heizung. Die Verarbeitung ist jedoch mäßig, die Kunststoffteile sind nur lose zusammengeklippt.
Gammel am Rohr: Der Aygo-Auspuff ist schon nach drei Jahren stark angerostet. Ein neuer Endschalldämpfer inklusive Montage kostet 165 Euro. Weiteres Manko: Die Kupplung hält dem städtischen Stress nicht lange stand.
Fehlender Korrosionsschutz: An den Stellen am Längsträger, wo der Toyota Aygo auf den Transportbändern des Produktionswerkes lag, ist der Korrosionsschutz mangelhaft. Wird nicht nachkonserviert, sind Rostschäden vorprogrammiert.
Toyota Aygo, Citroën C1 und Peugeot 107 sind gebraucht heiß begehrt. Völlig zu Recht. Die Knirpse sind bis auf mangelhaften Rostschutz gut. Aber die Preise sind gesalzen, da wird manch (neuer) Reimport interessant. Daten unseres Testwagens: Baujahr 12/2005, 45.000 km, 7500 Euro. AUTO BILD-Urteil: sehr empfehlenswert.
Anfang 2005 löste der in Brasilien gefertigte Fox den VW Lupo ab. Unser Test-Fox wurde im Juni 2005 erstmals zugelassen, hat 60.000 km gelaufen und soll noch 5500 Euro kosten. Fox-Vorteile: gutes Raumangebot, ordentlicher Federungskomfort, solide VW-Motoren.
Fox-Nachteile: Verarbeitung nicht auf gewohntem VW-Niveau, Klappern, abblätternder Lack an Stoßfängern, defekte Nocken- und Kurbelwellensensoren, defekte Fensterheber, Tachos, Klimaanlagen und Gurtwarner.
Sparmenü: karge Kunststoff-Landschaft mit einem unübersichtlichen Kombiinstrument. Hohe Sitzposition, für einen Kleinstwagen viel Platz, aber leider auch jede Menge Hartplastik und manchmal Motorenprobleme. Der Fox ist ein Auto für Puristen, aber als Stadtfloh kein schlechter Tipp. AUTO BILD-Urteil: empfehlenswert.
Kölner Knutsch-Kugel: Das rundliche Design des ersten Ford Ka (1996 bis 2008) spaltete das Publikum von Beginn an in zwei Lager. Stärken des Ford Ka: sehr agiles Handling, günstige Preise. Das größte Problem des Ka: schlechte Langzeitqualität.
Der Ford Ka belegt im TÜV-Report 2009 den letzten Platz bei den elfjährigen Autos. Die Gründe: Rost schon bei Fünfjährigen, schnell verschleißende Vorderachse, defekte Antriebswellen, marode Bremsschläuche schon nach drei Jahren, schnell rostende Bremsscheiben.
Nicht jedermanns Sache: Das Cockpit ist zwar eigenwillig gestylt, lässt sich aber leicht bedienen. Die Materialanmutung ist bescheiden, zudem nerven Klappergeräusche. Ein Drehzahlmesser war erst ab September 2002 optional erhältlich.
Hält im Kurzstreckenverkehr höchstens drei Jahre: der Endschalldämpfer des Ford Ka.
Die Spurstangenköpfe des Ford Ka sind unterdimsensioniert und häufig ausgeschlagen. Besonders im Kurzstreckenverkehr sind sie starken Belastungen ausgesetzt. Die Bremsscheiben verschleißen schnell und neigen zu Rostbildung.
Ka-Katastrophe: Rost an zahlreichen Blechfalzen am Unterboden und unter den meist ausgeblichenen Stoßfängern, die B-Säule neigt am unteren Rand des Türeinstieg zum Durchrosten.
Die Daten unseres Test-Ka: Erstzulassung März 2005, 50.000 km, 3750 Euro. Darf man den Ka empfehlen? Ja, aber nur, wenn er noch ganz jung ist. Dass der Mini-Ford der günstigste Vertreter der gebrauchten Zwerge ist, hat einen Grund: Im Alter wird er anfällig. Und das geht ins Geld. AUTO BILD-Urteil: nicht empfehlenswert.
2005 wurde der in Korea gebaute Daewoo Matiz umgetauft in Chevrolet Matiz. Die Verarbeitung und das Raumangebot des Fünftürers sind anständig. Es gibt zwei Benziner, einen 0,8- Liter-Dreizylinder mit 52 PS und einen Einliter- Vierzylinder mit 67 Pferdchen. Sparsam sind beide nicht, der Vierzylinder verbraucht 6,8 Liter.
Fünf Türen, ordentliche Sitze vorn, anständige Verarbeitung. Wenn nicht gerade der überforderte Dreizylinder unter der Haube ist, kann so ein Chevrolet Matiz Spaß machen.
Der kleine Koreaner ist leider kein Mängel-Zwerg: beim Matiz treten Motorschäden auf, dazu Defekte an Schaltung, Kupplung und Getriebe. Nach ADAC-Angaben ist die Zuverlässigkeit unterdurchschnittlich.
Die mittig angeordneten Instrumente sind gewöhnungsbedürftig. Die Daten des getesteten Matiz: Erstzulassung Mai 2005, 33.000 km, 4600 Euro. AUTO BILD-Urteil: bedingt empfehlenswert.
Charmante Kulleraugen, pfiffiger Innenraum mit verschiebbarer Rückbank – den Renault Twingo der ersten Serie (1993-2007) muss man einfach lieb haben. Allein schon, um seine Zicken zu ertragen.
Komfortabler Charmeur: Der Tradition französischer Autos folgend, ist auch der Twingo komfortabel gefedert. Die Sitze lassen sich zu einer Liegewiese umlegen. Bei der Modellpflege 1998 wurden die Vordersitze bequemer und straffer.
Das optionale Faltdach bietet luftiges Fahrvergnügen, aber nur, wenn es noch dicht ist. Die ältesten Renault Twingo sind aus dem Baujahr 1993, da spielt auch das Thema Rost eine Rolle. Vor allem Schweller und Längsträger sollten gründlich auf Rostschäden geprüft werden.
1993 setzte der Twingo mit peppigen Schaltern und Heizungsreglern sowie dem mittig platziertem Digital-Tacho neue Akzente im Kleinwagen-Segment. An die Bedienung gewöhnt man sich schnell, an die Materialqualität sollte man keine gehobenen Ansprüche stellen.
Vorderachs-Probleme: Defekte Gelenkwellen-Manschetten, verschlissene Bremsscheiben, ausgeschlagene Spurstangen, defekte Radlager – bei einem über zehn Jahre alten Twingo ist alles möglich. Defekte Radlager erkennt man durch Jaul-Geräusche, die sich je nach Lenkeinschlag verändern.
Mürbe wie ein trockener Ast: gebrochene Vorderachs-Feder eines Twingo. Brechende Federn an der Vorderachse sind keine Seltenheit beim Twingo.
Der Generator gilt generell als anfällig, denn er ist dem Spritzwasser des rechten Vorderrads ausgesetzt. Auch die Batterien machen gern Ärger. Der bis 1997 angebotene 1,3-Liter-Motor neigt zu undichten Zylinderkopfdichtungen, bessere Wahl: der ab 1998 angebotene 1,2-Liter mit 58 PS.
In bester Gesellschaft: Wie bei vielen preisgünstigen Kleinwagen, ist auch beim Twingo der Endschalldämpfer nur von kurzlebiger Natur. Weitere Mängel: durchgebrannte Zylinderkopfdichtungen, Kühlwasserverlust, streikende Elektrik.
Vorsicht vor Twingo, die älter als neun Jahre sind: sie rosten. Auch sonst gilt: je jünger, desto besser. Ansonsten drohen hohe Folgekosten für Reparaturen. Dabei gibt es auch junge Twingo schon für kleines Geld. Daten des Test-Twingo: Erstzulassung August 2005, 45.000 km, 4500 Euro. AUTO BILD-Urteil: bedingt empfehlenswert.
Die "tolle Kiste": Mit seinem eckigen und dreitürigen Vorgänger hat der ab 2003 gebaute Fiat Panda nur noch den Namen gemeinsam. Mit seinen fünf Türen, der größeren Karosserie und der üblichen Sicherheitsausstattung entspricht der Panda nun dem Klassenniveau.
Im 100.000-km-Test von AUTO BILD verdiente sich der Fiat eine achtbare 2–. Was uns gefallen hat: viel Platz, fünf Türen, zuverlässiger 1,1-Liter-Vierzylinder (54 PS). Probleme bereiten frühe Panda mit defekten Potenziometer an der Drosselklappen und defektem Transponder im Zündschlüssel.
Das Cockpit ist aufgeräumt und übersichtlich. Leider ist der Panda kein Fiat ohne Mängel: Fehlerhafte Motorsteuergeräte, beim Diesel auch heftige Motorschäden, grundlos warnende Airbag- und Motor-Kontrolllampen, ausgeschlagene Vorderachsgelenke und durchgerostete Endschalldämpfer sind typische Mängel.
Daten des getesteten Panda: Erstzulassung Juni 2005, 50.000 km, 4700 Euro. Der Panda ist der Riese unter den Kleinen. Seine fünf Türen machen ihn zum praktischen Kinderwagen, der Vierzylinder-Benziner ist langstreckentauglich. Nur die Vorderachse bereitet TÜV-Sorgen. AUTO BILD-Urteil: sehr empfehlenswert.
Cuore ist Italienisch und bedeutet "Herz". Seit 1980 beglücken die Japaner von Daihatsu vor allem weibliche Kunden mit dem rollenden Einkaufswagen, von 2003 bis 2007 ist es der Typ L2.
Der Daihatsu Cuore ist im Gegensatz zu der koreanischen Konkurrenz sehr zuverlässig und nahezu problemlos. Der 58-PS-Motor bietet verblüffendes Temperament bei sehr sparsamem Verbrauch – der Cuore gibt sich schon mit 5,7 Litern Normalbenzin zufrieden.
Der Daihatsu Cuore ist nur 3,41 Meter lang, bietet im Innenraum aber ausreichend Platz. Die Sitze sind schmal, der Kofferraum winzig. Für den urbanen Einsatz ist der Cuore aber gut gerüstet, mit 58 PS bei nur 725 kg Leergewicht sind flotte Sprints möglich.
Das Cockpit ist konservativ gestaltet und sparsam instrumentiert, aber sehr übersichtlich und selbsterklärend. Komfortabel ist der Cuore jedoch nicht, mit einer bockigen Federung und unsauberem Geradeauslauf auf der Autobahn sollten Interessenten leben können. Mängel? Klappergeräusche und durch Stadtverkehr verschlissene Bremsanlage.
Daten des getesteten Cuore: Erstzulassung Juni 2005, 35.000 km, 4900 Euro. Der Cuore ist so was wie ein Geheimtipp unter den gebrauchten Minis. Günstig, recht zuverlässig, unauffällig eben. Einzig das Platzangebot ist schlecht. Der Japaner ist ein reiner Einkaufswagen. AUTO BILD-Urteil: empfehlenswert.
Weitere Bildergalerien und Videos zum Thema finden Sie in den Empfehlungen auf der linken Seite.