Sonne satt für 3000 Euro: Der Traum vom eigenen
Cabrio geht schon für so wenig Geld in Erfüllung. Einziges Problem dabei: die guten Offenen von den offenen Gurken zu unterscheiden. Das Golf III Cabrio wäre ein Kandidat. 98er Exemplare mit rund 100.000 Kilometern Laufleistung gibt es schon unter 3000 Euro.
Problem bei
günstigen Golf: Gute, unverbastelte und billige Exemplare sind gar nicht so einfach zu finden, längst hat die Tieferlegungsfraktion das seit September 1993 gebaute Golf III Cabrio für sich entdeckt.
Besonders gefragt sind die späten Modelle ab der Modellpflege von Februar 1998, das die Optik ein wenig in Richtung
Golf IV rückte. Wichtiger als alle modischen Spielereien ist bei einem Billig-Cabrio immer der Zustand des Verdecks.
Unbedingt prüfen: Zustand aller Dichtgummis des Verdecks sowie des Rahmens der Glasheckscheibe. Risse und geflickte Stellen sind ganz schlecht, denn das Wasser findet garantiert seinen Weg ins Fahrzeuginnere. Eine neue Dachhaut kostet bei
VW rund 1600 Euro, ein freier Sattler bekommt das mit Glück für rund 1000 Euro hin.
Guter Rat: Schäden an der aufpreispflichtigen, elektrohydraulischen Verdeckbetätigung sind teuer. Häufig undicht ist die Hydraulikeinheit im Kofferraum.
Vor dem Kauf unbedingt das Dach probeweise öffnen und schließen. Das Verdeck muss sich leicht auf- und zuklappen lassen, das Gestänge darf nicht verbogen sein. Gut: Ist die Dachhaut unbeschädigt, hält sie auch im kältesten Winter mollig warm und dicht.
Lang ist es her: ein wuchtiges Armaturenbrett mit Instrumenten in einer tiefen Höhle sowie kleine Drehrädchen für die Sitzheizung. Die Serienradios sind oft defekt, und auch mit den Anzeigen gibt's schon mal Probleme.
Die Sportsitze waren im Golf III Cabrio serienmäßig an Bord, sie geben perfekten Halt und sind sehr bequem. Wer jedoch jetzt ein bretthartes Fahrwerk vermutet, liegt falsch. Serienmäßig ist das Golf III Cabrio eher komfortabel abgestimmt. Weiter geht es mit den technischen Macken des Golf III Cabrio.
Der Zahnriemen sollen alle 30.000 km auf Spannung und Zustand geprüft werden. Ist er zu lose, springt er über. Folge: Motor-Totalschaden. TDI-Problem: Oft löst sich das Zahnriemenrad auf der Kurbelwelle. Wird das dabei entstehende Klappern ignoriert – weil kaum vom Dieseltackern zu unterscheiden –, schlägt die Verzahnung aus, die Kurbelwelle ist hin.
Ölbad: Richtig trocken sind die Golf-Motoren selten, oft sind die Kurbelwellendichtringe defekt. Defekte Dichtungen von Ventildeckel und Ölwanne tauscht der geschickte Hobbymechaniker selbst aus.
Auch die Golf-Getriebe sind selten so trocken wie das hier abgebildete.
Vom Verdeck abgesehen, teilt sich das Cabrio die Schwächen mit den geschlossenen Golf. So gammelt der Bremskraftregler häufig fest, Ersatz kostet rund 330 Euro. Auch die Bremsschläuche sind beim
Golf anfällig und wurden häufig schon beim ersten TÜV beanstandet.
Rost und Tieferlegungen sind die natürlichen Feinde jedes Cabrios, denn beide zermürben die Karosserie. Ansonsten ist die Technik des Golf III Cabrio zwar anspruchslos, hat aber durchaus ihre Macken. Typischer Verschleiß für jeden Fronttriebler: defekte Antriebswellen-Manschetten. Ausgeschlagene Querlenkerbuchsen kommen ebenfalls häufig vor.
Wackelkandidat: Die Gummilager der Verbundlenker-Hinterachse schlagen oft aus. Der Austausch erfordert Spezialwerkzeug und ist deshalb nichts für Heimwerker.
Massekabel: Gerade die am Motorblock haben oft Kontaktprobleme. Gelegentlich mit Kriechöl einsprühen!
Kabelstecker: gelegentlicher Ausfall von Elektrik-Komponenten durch korrodierte Verbindungen.
Auspuff-Entkopplungsgelenk: Neigung zur Rissbildung, beim TDI besonders frühzeitig.
Nicht jedem gefällt die plumpe Henkelmann-Optik des Golf III Cabriolets. Mazda ködert fahrspaßorientierte Roadsterfans mit dem Evergreen
MX-5. Kennzeichen: wieselflinkes Handling, direkte Lenkung, präzise, kurze Schaltwege. Ein Spaßauto, zuverlässiger als viele Alltagstypen. Einzig der flache Kofferraum stört die Alltagstauglichkeit.
Nur das Nötigste: Der
MX-5 pflegt den Purismus, der kurze Schaltknüppel dirigiert das Getriebe wie ein Joystick. Mit etwas Glück findet man ein gepflegtes Exemplar der zweiten Generation (ab 1998) für rund 3000 Euro. Selbst Laufleistungen von über 150.000 Kilometern sind beim Kauf kein Hindernis, sofern Preis und Pflegezustand passen.
Die Sitze wirken dünn, sind aber durchaus langstreckentauglich. Und gut verstellbar.
Auch der Musterknabe ist nicht komplett fehlerfrei: Vereinzelte Getriebeschäden, undichte Kupplungshydraulik, hin und wieder eine durchgebrannte Zylinderkopfdichtung oder undichte Wasserpumpen kommen vor.
Väterchen Rost: Einer der wenigen ernsten Schwachpunkte betagter
MX-5 ist Korrosion an den tragenden Teilen.
Sein Ruf ist der einer Rostlaube. Zu Recht. Dabei wird trotzdem gern vergessen, dass der
Opel Astra F als Cabriolet viel Platz für vier und solide Technik bietet. Das erste Opel Astra Cabriolet wurde von 1993 bis 2000 bei Bertone gebaut. Für 3000 Euro gibt es Exemplare der letzten Serie mit weniger als 100.000 Kilometern.
Wer sich für einen
Astra F interessiert, sollte gründlichst auf Roststellen achten. Zuerst gammelt der Astra an den hinteren Radläufen. Blüht es hier oder ist der Verfall sogar schon fortgeschritten wie auf dem Bild zu sehen, sollte man sich besser nach einem besseren Exemplar umsehen. Denn es gibt sie durchaus, die rostfreien Rentnerfahrzeuge aus erster Hand.
Die von 1995 bis 1998 gebaute letzte Generation des Ford Escort war wegen ihres Designs selbst bei Ford-Fans wenig beliebt, selten wurde das bei Karmann gebaute Cabrio verkauft. Schwächen: Motorschäden wegen defekten Zahnriemens, Probleme mit knarrenden Achsen und Traggelenken.
Gute Exemplare aus den letzten Baujahren bekommt man schon für unter 2000 Euro. Problem: Wegen Rost, Ölverlust und defekter Dächer sind gute
Escort Cabrios nur selten zu finden. Doch die im Vergleich zum Golf Cabrio niedrigen Preise lassen auch längeres Suchen nach einem gepflegten Exemplar lohnend erscheinen.
Bei der Präsentation im Jahr 1991 war das
Audi Cabriolet ein Knaller. Heute sind gepflegte und original erhaltene Modelle rar, für 3000 Euro ist sehr viel Edelschrott auf dem Markt. Der legendäre Fünfzylinder (bis Baujahr 1993) hält ewig, die späteren V6 und die Vierzylinder sind ebenfalls problemlose Dauerläufer.
Der Audi überzeugt mit zeitloser Eleganz, die Technik aus dem VW-Baukasten ist leicht beherrschbar. Frühe Baujahre bekommt man bereits für 3000 Euro, doch hier gilt die Regel: wichtiger als Ausstattung und Motorisierung ist der Zustand. Tiefergelegte Knallkisten aus vierter Heizerhand besser stehen lassen.
Schöner als alle Konkurrenten, eleganter als alle Nachfolger: das von Pininfarina gezeichnete
Peugeot 306 Cabrio. Von 1994 bis 2002 wurde das eleganteste Cabriolet der Kompaktklasse gebaut. Sein Verdeck verschwindet unter einer Klappe, wie sonst nur bei deutlich teureren Autos. Für 3000 Euro gibt es Fahrzeuge mit weniger als 100.000 Kilometern.
Wo moderne Blechdach-Cabrios (auch die von Peugeot) ihren plumpen und massigen Hintern zeigen, begeistert das 306 Cabriolet mit filigraner Ästhetik. Schwachpunkte: geringe Karosseriesteifigkeit, ausgeschlagene Radaufhängungen, defekte Verdeckautomatik, Motorschäden wegen gerissener Zahnriemen.
Wenn schon
Smart, dann als Cabrio. Denn ohne Dach macht der flinke Smart richtig Spaß. Das erste Baujahr (2000) sackt jetzt unter die Schwelle von 3000 Euro, dafür gibt es ungetrübtes Open-Air-Vergnügen ohne Parkplatzsorgen. Abgesehen von der Kunststoffheckscheibe bietet der Smart ausgezeichnete Verdeckqualität.
Weitere Smart-Stärken: gute Sitze und für zwei Personen erstaunlich viel Platz, hohe Crashsicherheit. Schwächen: die nervigen Schaltpausen des sequentiellen Sechs-Gang-Getriebes, undichte Motoren, defekte Turbolader.
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