Kompakte Kombis der unteren Mittelklasse sind nicht nur bei jungen Familien beliebt. AUTO BILD hat recherchiert: Bereits für weniger als 6000 Euro gibt es gut gepflegte Kombis mit geringer Kilometerlaufleistung und ausreichend kräftigem 1,6-Liter-Motor.
Sehr beliebt war der von 1999 bis 2006 angebotene VW Golf IV Variant. Die Kombiausführung gab es mit Benzinern von 75 bis 115 PS und mit Dieselaggregaten von 68 bis 130 PS. Die Basismotoren haben sehr mit dem Gewicht des Variant zu kämpfen.
Die Schwachstellen des Variant sind die gleichen wie bei der Limousine. Klappernde Armaturentafeln, wackelnde Sitze oder knackende Türschlösser monieren Golf-IV-Fahrer häufiger. Probleme mit der Bordelektrik (Fensterheber, Zentralverriegelung) sind im AUTO BILD-Kummerkasten aktenkundig.
Vertrautes Ambiente: Das Cockpit des Golf IV ist übersichtlich, die Materialqualität lässt jedoch im Alter nach. An Griffen und Schaltern platzt der Softlack ab. Der TÜV bescheinigt dem Golf IV jedoch gute Noten bei der zweiten und dritten Hauptuntersuchung.
Der Laderaum des Golf Variant: In der Länge (maximal 1,61 Meter) Spitze, aber nicht breit genug (1,01 Meter). Die Zuladung beträgt 470 Kilogramm – das ist okay. Ein Golf IV Variant 1.6 aus dem Baujahr 2001 mit rund 75.000 km wird ab 6000 Euro gehandelt.
Die Kombi-Version des ersten Ford Focus kam im März 1999 und wurde bis 2004 gebaut. Die Benzinmotoren leisteten zwischen 75 und 130 PS, Dieselmotoren gab es von 75 bis 115 PS. Der Focus geriet erheblich solider als sein Vorgänger Ford Escort.
Im 100.000-km-Dauertest gab es kaum Anlass zur Kritik, der Focus Turnier 1.6 schlug sich gut. Typische Schwachpunkte des Focus sind marode Endschalldämpfer, defekte Radlager und ausgeschlagene Stabi-Gummis. Beim TÜV fällt öfter die schlechte Wirkung der Feststellbremse auf – ein altes Escort-Leiden.
Gewöhnungsbedürftig: Das Cockpit des Focus ist übersichtlich, aber die eigenwillige Optik gefällt nicht jedem. Das Platzangebot im Focus Turnier reicht für eine vierköpfige Familie völlig aus.
Die Laderaumabdeckung im Ford Focus lässt sich ganz einfach arretieren.
Der Laderaum des Ford Focus Turnier: respektable Länge (1,60 Meter) und Spitzenreiter in der Breite (1,16 Meter). Die Zuladung im Ford beträgt nur 425 kg – das ist im Vergleich zu VW und Opel wenig. Einen Focus Turnier mit rund 75.000 km aus dem Baujahr 2001 gibt es bereits ab 5200 Euro.
1998 erschien der Opel Astra G und löste seinen Vorgänger Astra F ab, der als Sorgenkind galt. Rost nicht nur an Radlauf und Schwellern, Zahnriemenrisse – doch mit dem Astra G wurde alles anders. Der bis 2004 gebaute Astra G Caravan war mit Benzinern von 75 bis 200 PS und mit Dieseln von 68 bis 125 PS lieferbar.
Rost ist gar kein Thema mehr, die Technik ist solide. Leider hinkt der Astra Golf und Focus in der TÜV-Statistik hinterher: gerissene Abgaskrümmer, marode Abgasanlagen und Lenkungsspiel sind ärgerlich. Dafür sind seine Bremsen überdurchschnittlich standfest.
Das Astra-Cockpit ist Opel-typisch funktional, die Kunststoffe wirken zwar etwas nüchtern, sind aber sehr haltbar.
Das Ladegut-Sicherungsnetz ist nicht nur bei Hunden im Kofferraum sinnvoll, sondern bietet sich als Sicherungsmaßnahme bei losem Gegenständen im Kofferraum an.
Der Laderaum des Astra Caravan: Die Werte für Breite (1,11 Meter) und Länge (1,57 Meter) rangieren im Vergleich zu Golf und Focus im Mittelfeld. Die Zuladung beträgt 540 kg – das ist Spitze.
Der Skoda Octavia begann seine Karriere 1996 und war der erste Skoda, der komplett unter VW-Ägide entwickelt wurde. Auf Golf-IV-Basis enstand ein Kombi mit sehr großzügigen Platzverhältnissen. Das Motorenangebot im Octavia begann bei den Benzinern von 100 bis 180 PS und reichte bei den Dieseln von 90 bis 130 PS.
Das Cockpit lässt die Verwandschaft zum Golf IV erkennen. Leider erbte der Octavia auch die technischen Schwachstellen vom Golf IV: Defekte elektrische Fensterheber und Zentralverriegelungen, defekte Luftmassenmesser und anfällige Zahnriemen bei den TDI-Motoren.
Sehr geräumig: Beim Kofferraumvolumen übertrifft der Octavia sogar den Golf IV Variant. Breite: 1,01 Meter, Länge 1,66 Meter. Ein Octavia 1.6 Combi aus dem Jahr 1999 mit rund 100.000 km wechselt ab 4600 Euro den Eigentümer.
Der kleine Volvo V40 ist kein Schwede, sondern ein Niederländer: Er wurde von 1996 bis 2004 zusammen mit dem Mitsubishi Carisma in Born gefertigt. Die Motorenpalette reicht bei den Benzinern von 105 bis 200 PS, bei den Dieseln von 90 bis 115 PS.
Leider kein Premium: Der V40 ist weder so nobel noch so haltbar, wie es das Volvo-Image verspricht. Auffällig sind besonders Probleme an der Vorderachse, ausgeschlagene Gelenke und Ölverlust sind häufig TÜV-Thema.
Der Volvo V40 ist mit seinem mickrigen Kofferraumvolumen (Breite: 0,88 Meter, Länge: 1,68 Meter, Volumen 413 Liter) kein vollwertiger Kombi. Der Kofferraum ist sogar um 58 Liter kleiner als in der Limousine. Einen V40 1.6 aus dem Jahr 2000 mit rund 100.000 km gibt es ab 5700 Euro.
Der Fiat Stilo Multiwagon wurde von 2003 bis 2008 angeboten. Benzinmotoren von 90 bis 133 PS, die Diesel leisteten von 80 bis 150 PS. In der TÜV-Statistik steht der Stilo weit hinten, es gibt Vorderachs-Probleme und Ölverlust.
Auf den ersten Blick bemüht sich das Cockpit um Übersichtlichkeit, bei gehobener Ausstattung ist es jedoch überfrachtet mit zu kleinen Schaltern.
Der Kofferraum des Fiat Stilo Multiwagon kann sich sehen lassen: Bei einer Länge von 1,77 Meter und einer Breite von 1,15 bietet er einen der größten Kofferräume seiner Klasse. Zudem niedrige Ladekante und separat zu öffnende Heckscheibe. Leider nur 410 kg Zuladung. Einen Stilo 1.6 Multiwagon aus dem Jahr 2003 mit rund 85.000 km gibt es schon ab 4900 Euro.
Der von 1997 bis 2002 angebotene Toyota Corolla Combi der Baureihe E11 wurde als Benziner von 86 bis 110 PS und als Diesel von 72 bis 90 PS angeboten. Der TÜV-Musterknabe ist als Gebrauchter schwer zu finden: Viele Corolla gehen ins Ausland. 1999er Corolla Combi 1.6 mit 100.000 km gibt es ab 5000 Euro.
Von 1997 bis 2002 bot Peugeot den 306 auch als Kombi namens Break an. Benziner (72 bis 132 PS) und Diesel (68 bis 90 PS) sorgen für Vortrieb. Typische Mängel: Verschlissene Bremsanlage, Ölverlust, korrodierte Abgasanlagen. Ab 4000 Euro gibt es einen 2000er 306 Break 1.6 mit rund 120.000 km.
Den von 1999 bis 2003 gebauten Renault Mégane Grandtour gibt es als Benziner mit 1,6-Liter schon ab 3500 Euro, allerdings neigen die ersten Mégane zu Rostschäden. Der TÜV bemängelt zudem verschlissene Bremsscheiben und Ölverlust. Gut erhaltene Mégane Grandtour 1.6 aus dem Baujahr 2001 mit rund 100.000 km kosten 5000 Euro.
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