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Gebrauchtwagen-Test Mercedes G (463)

Gebrauchtwagen-Test Mercedes G (463)
Schon seit 38 Jahren kraxelt das Mercedes-Urviech G-Klasse durch gröbstes Gelände, und genauso lange ist es der Traum vieler Autofahrer. Das Preisniveau gebrauchter Exemplare ist entsprechend hoch. AUTO BILD bittet eines der günstigeren Exemplare zum Gebrauchtwagen-Test.
Bild: Daimler AG
Gebrauchtwagen-Test Mercedes G (463)
Unser Testwagen ist ein G 320 CDI lang, Baujahr 2008. 220.800 Kilometer hat er bisher hinter sich gebracht, 29.980 Euro stehen auf dem Preisschild. Dafür gibt es neben dem wirtschaftlichen 3,2-Liter-Diesel, der auch nach neun Jahren noch gut für die grüne Plakette ist, eine fast ideale Kombination: Obsidian schwarz-Metallic außen, ...

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Bild: Daimler AG
Gebrauchtwagen-Test Mercedes G (463)
... Leder schwarz innen, dazu Anhängerkupplung, Schiebedach, Navi, E-Sitze und vieles mehr. Das klassische G-Cockpit ist leider mit neuzeitlichen Billigknöpfen ausgestattet.

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Bild: Daimler AG
Gebrauchtwagen-Test Mercedes G (463)
Reichlich Gebrauchsspuren bringt unsere G-Klasse auch mit. Die verkratzten Seitenteile lassen vermuten, dass der Vorbesitzer den Wagen nicht zum Promenieren, sondern mindestens für die Waldarbeit gekauft hat. Grundsätzlich kein Problem, Geländeeinsatz ist deutlich artgerechter als die schnelle Autobahnjagd, zu der viele G-Modelle heute vergattert werden.

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Bild: Daimler AG
Gebrauchtwagen-Test Mercedes G (463)
Auf der Langstrecke liefert sich der hohe Kantenwagen ein erbittertes Duell mit den natürlichen Windwiderständen. Schon Tempo 160 treibt den sonst relativ sparsamen 320er auf Verbräuche von über 16 Litern. Wer alles gibt, muss den 96-Liter-Tank schon nach kaum mehr als 400 Kilometern erneut fluten.

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Auch sonst empfiehlt es sich für G-Besitzer, immer ein paar Tausender auf der hohen Kante zu haben. Zu den brutalen Versicherungsklassen addieren sich die stattliche Steuer und hohe Inspektionskosten. Am Ende sind es vor allem die Reparaturen, die mittelständische Haushaltskassen sprengen. Und das, obwohl das G-Modell landläufig als echter Mercedes alter Schule gilt, den nichts umbringt.

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Okay, der Rahmen und tragende Teile sind solide. Dagegen sind Motoren und Getriebe, allesamt aus dem Pkw-Regal, mit dem hohen Gewicht überfordert und verschleißen früh.

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Für die Bremsen gilt das Gleiche, auch Achsaufhängung und Abgasanlage sind vom frühzeitigen Ende betroffen. Das hohe Gewicht und der Einsatz im Gelände sorgen zudem für Fahrwerk-Verschleiß.

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Den größten Feind des G aber haben die Erbauer im Magna-Werk in Graz bis heute nicht in den Griff bekommen: Der monumentale Mercedes rostet an Türkanten, Fensterrahmen, Falzen. Nach nicht mal zehn Jahren läuft die braune Suppe aus allen Ecken.

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Alles, was außen am G leuchtet, hat einen Hang zum Wasser. Abdichten, bevor die Elektrik Schaden nimmt.

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Ein weiteres Ärgernis sind klemmende Luken. Die Züge und Schienen müssen regelmäßig gefettet werden.

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Werden mehr und mehr Zeichen im Zentraldisplay unleserlich, helfen nur Reparatur oder Austausch.

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Für unseren Fotowagen gilt: Der Käufer sollte mindestens weitere 5000 Euro in die Hand nehmen, wenn er die nächste Hauptuntersuchung schaffen möchte. Schnäppchen gibt es nicht, das Preisniveau ist hoch. Wer einen G will, muss ihn sich leisten können.

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Bild: Daimler AG
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Fazit von Redakteur Malte Büttner: "Mit dem G-Modell eine verschneite Landstraße entlangrollen? Es gibt nichts Besseres. Der Kasten hat Klasse und Charakter. Sein horrender Unterhalt sichert ihm Exklusivität und leidenschaftliche Fans." Urteil: 3,5 von fünf Punkten.
Bild: Daimler AG
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Als Alternative zur G-Klasse könnte der Jeep Wrangler JK infrage kommen. Für einen 177 PS starken 2.8 CRD von 2008 sollte man mindestens 16.000 Euro veranschlagen. Urteil: drei von fünf Punkten.

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Bild: Werk
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Unser zweiter Vorschlag ist ein neuer Lada 4x4 (82 PS). Ab 10.790 Euro ist er zu haben. Urteil: drei von fünf Punkten.

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Bild: Martin Meiners
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Und dann wäre da noch der Land Rover Defender. Ein 2008er 110 Station (122 PS) ist ab 18.000 Euro zu haben. Urteil: 3,5 von fünf Punkten.

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Bild: Sven Krieger