Der VW Golf ist seit fünf Generationen eine wahre Erfolgsgeschichte. Zweithand-Käufer sollten sich davon allerdings nicht blenden lassen, denn einige Typen sind im Alter nur mit Vorsicht zu genießen.
Ein Fall für Sammler: Der Einser-Golf hat ein rostiges Wesen und ist deshalb nicht gerade alltagstauglich. Als Kultobjekt aber unbedingt erhaltenswert!
Als Armaturenträger noch "Bretter" waren: viel Hartplastik, Rundinstrumente in tiefen Höhlen, wenige Schalter.
Ausgebremst: Die Radzylinder der Trommelbremsen sind häufig undicht.
Inkontinenz: Motor und Getriebe zeigen meist unübersehbare Ölspuren.
Alterserscheinung: Der Golf I rostet an allen Ecken und Kanten.
Ausgespielt: Sowohl die Antriebswellen als auch die Manschetten sind anfällig.
Der Golf II hat gute Anlagen als Langzeitauto. Insbesondere der Korrosionsschutz war damals vorbildlich. Mangelnde Pflege kann im Alter dennoch Rost zur Folge haben. Außerdem ...
... kann ein überalterter Zahnriemen reißen. Weitere Schwächen: undichte Wasserpumpen, ausgeleierte Stoßdämpfer, leckende Radbremszylinder, poröse Bremsschläuche.
Karg, aber robust: das übersichtliche Cockpit aus Hartplastik. Eine Servolenkung ist selten an Bord.
Der Zahn der Zeit: Trotz guter Rostvorsorge blüht es hier.
Typisch: Ölverlust. Teuer wird es bei defekten Wellendichtringen.
Sieh mal an: Die DDR-Scheinwerfer werden schnell blind.
Der Sparzwang bescherte dem Golf III viele Qualitätsprobleme. Die Verarbeitung ist nicht langzeitstabil. Speziell die Karosserien früher Baujahre ...
... rosten mitunter heftig. Weitere Schwächen: reißende Zahnriemen, Lecks im Kühlkreislauf, mannigfaltige Klappergeräusche.
Anfällig: Die Bremsschläuche bemängelt der TÜV sehr oft.
Schmierig: Motor und Getriebe verlieren oft Öl.
Wackelig: Die Gummilager der Hinterachse schlagen häufig aus.
Wuchtig: Das Armaturenbrett ist einfach ablesbar, klappert aber meist. Airbags gibt es erst ab Modelljahr 1993.
Die edle Anmutung täuscht, der Golf IV hat ein breites Spektrum typischer Mängel: Getriebeprobleme, defekte Fensterheber, Elektronik-Störungen, schlechte Verarbeitung (Klappergeräusche, knackende Türschlösser, wackelnde Sitze), ...
... Ölverlust am Antrieb, Undichtigkeiten im Kühlkreislauf. Gut ist hingegen der Rostschutz.
Nicht perfekt: Das Armaturenbrett des Vierers ist zwar übersichtlich und lässt sich einfach bedienen, klappert aber ebenfalls oft.
Kommt vor: Bruch des flexiblen Auspuffstücks.
Häufige Störquelle: die Mechanik der Handbremse.
Immer prüfen: Wie steht es um den Zahnriemen? Vor allem beim TDI reißen sie häufig. Und das wird teuer.
Die fünfte Generation hatte 2003 einen eher verhaltenen Start. Zu bieder das Design, zu offensichtlich der verstärkte Einsatz von Hartplastik im Innenraum. Um die Langzeitqualität ...
... ist es offenbar gut bestellt. Klagen über Elektronikprobleme oder Klappergeräusche sind jedenfalls selten.
Guter Arbeitsplatz: Schalter und Taster sind perfekt zu bedienen. Doch die Anmutung ist weniger edel als beim Vorgänger.
Vergänglich: Der Softlack an den Türgriffen verabschiedet sich frühzeitig.
Unschön: Rost am Querlenker der Hinterachse.
Rüstig: Der Auspuff hat ein langes Leben.
Rückblickend betrachtet unterschieden sich die fünf Golf-Generationen nicht nur optisch, sondern auch qualitativ. Gut war (und ist) der Golf II. Redakteur Uli Holzwarth empfiehlt allerdings das aktuelle Modell (V).
Kantig und kultig: Der Einser-Golf ist etwas für Sammler.
Weitere Bildergalerien und Videos zum Thema finden Sie in den Empfehlungen auf der linken Seite.