Neue Konkurrenz für den VW Tiguan: Skoda bringt den Yeti an den Start, der wie der Wolfsburger Bruder im Segment der kompakten SUV um die Publikumsgunst kämpft. Im großen Markenvergleich von AUTO BILD bilden die beiden soften Geländegänger eines von fünf Duellen.
Yeti und Tiguan sind gleich hoch. Der Skoda ist 20 Zentimeter kürzer, hat zwei Zentimeter weniger Radstand und darum knappere Überhänge. Gerades Dach und senkrechtes Heck verbessern die Raumausnutzung.
Exklusiv in AUTO BILD liefert sich der Yeti einen ersten Schlagabtausch mit dem Tiguan. Nicht statisch oder als Fernduell, sondern bei einem Fahrvergleich auf identischen Strecken. Ein spannender Zweikampf mit einem eindeutigen Sieger, der ...
... den Namen Yeti trägt. Attraktiv sieht er aus, der hochbeinige Skoda. Mit riesigen Nebelleuchten blickt der Yeti auffällig auf die Straße. Seine kantige Karosserie ...
... mit senkrechtem Heck macht ihn zu einer Mischung aus Land Rover Freelander und dem nur in den USA erhältlichen Honda Element. Die in dicke Blechrahmen eingefassten Seitenfenster geben dem ersten Skoda-SUV den Charme eines rollenden Tresors.
Nochmal nach vorne zurück: Die große Nebelleuchte und der Scheinwerfer bestehen aus einem Stück, ...
... der Yeti-Schriftzug beweist viel Liebe fürs Detail.
Gute Wahl: Mit dem direkteinspritzenden, 1,8 Liter großen 160-PS-Turbo-Benziner ...
... ist der 1,5-Tonner ideal motorisiert. Kraftvoll und leise legt er an Tempo zu. Enge Kurven durcheilt der Yeti so gelenkig, wie man es von einem Sports (!) Utility Vehicle eigentlich erwarten sollte.
Auf schlechten Straßen federt der Yeti straffer als der Tiguan und manchmal auch ruppig, insgesamt zeigt er aber einen gelungenen Kompromiss aus Komfort und Fahrpräzision.
Der Yeti verfügt über das gleiche Allradsystem wie der Tiguan. Im Normalfall sorgt die Vorderachse fast vollständig für den Antrieb, ...
... wobei 96 Prozent der Motorkraft vorn landen. Anders im Gelände: Auf rutschigem Untergrund leitet eine Haldex-Kupplung bis zu 85 Prozent des Drehmoments an die Hinterräder. Abseits befestigter Pisten ...
... erkämpft sich der Yeti leichte Vorteile. Geringeres Gewicht, knappere Überhänge, kleinerer Wendekreis und 2,6 Zentimeter kürzerer Radstand sorgen dafür, dass der Yeti dem Tiguan wegkraxelt. Nur bei groben Verwerfungen ...
... kommt er mit 18 Zentimeter Bodenfreiheit eher an Grenzen als der VW.
Gut gerüstet für Ausflüge ins Grobe: Sogar ein Offroad-Modus mit Gelände-ABS, sensiblerer Gasannahme, mehr Radschlupf sowie Bergabfahrhilfe steht in der Skoda-Aufpreisliste.
Das Yeti-Cockpit sagt: Ich bin ein VW mit mehr Pkw-Charme als der Tiguan. Die Optionsliste ist so lang wie beim Wolfsburger Rivalen, ...
... umfasst unter anderem ein großes Panorama-Glasdach.
Tunnelblick: Anders als im Tiguan liegen die Instrumente beim Yeti in tiefen Röhren.
Im Fond ist es gemütlich: Für Kopf und Beine gibt es reichlich Platz, der Mittelsitz wird zur Armauflage.
Die Rückbank stammt aus dem Roomster. Die drei Sitze sind nicht nur verschiebbar, sondern auch spielerisch leicht einzeln herauszunehmen. Das macht den Skoda ...
... viel flexibler und schafft bis zu 1760 Liter Stauvolumen – 250 Liter mehr als im Tiguan. Haken und Stauhilfen erleichtern zudem den Alltag.
17.990 Euro sollten mindestens im Budget sein, um mit einem Yeti auf Tour zu gehen. Dafür gibt es dann das besonders interessante Basismodell mit Frontantrieb und dem brandneuen 1.2-TSI-Motor (105 PS).
Eine Frage des Geschmacks: Gegen seinen tschechischen Bruder wirkt der zweitplatzierte Tiguan mit seinen Rundungen und Sicken verspielter, weicher und weniger entschlossen.
Trotz des größeren Hubraums muss sich der Zweiliter-Turbo mehr anstrengen als die Yeti-Maschine. Der VW ist mit 170 PS zwar zehn PS stärker, ...
... aber eben auch rund 150 Kilo schwerer als der Skoda. Außerdem erfüllt bei den Benzinern bislang nur der 150-PS-Tiguan die EU-5-Schadstoffnorm. Hinzu kommt, dass schnelle Richtungswechsel das VW-SUV mehr ins Wanken bringen. Dafür punktet der Wagen ...
... mit mehr Geschmeidigkeit beim Abrollkomfort. Zumindest wenn er wie der Testwagen mit optionaler Dämpferregelung DCC (1025 Euro) ausgerüstet ist.
Im Gelände vertraut auch der Tiguan auf eine Haldexkupplung, die bis zu 85 Prozent des Drehmoments (280 Nm) an die Hinterachse leitet. Als "Sport & Style" ...
... bietet der Tiguan aber keine speziellen Offroad-Talente, wenn man mal davon absieht, ...
... dass die Bodenfreiheit mit 20 Zentimetern zwei Zentimeter größer als beim Yeti ausfällt.
Im Tiguan ist die Bedienung ebenfalls gut, aber die Gestaltung des Innenraums weniger elegant. Im Vergleich zum Yeti ...
... fühlt man sich hier von der hohen Schulterlinie und der klotzigen Mittelkonsole eingemauert.
Gerade Wände machen den Stauraum gut nutzbar. In fünfsitziger Konfiguration passen 470 Liter ins Heck, ...
... die verschieb- und umklappbare Rückbank vergrößert das Volumen auf maximal 1510 Liter. Hier zeigt sich der Skoda größer und variabler.
Preisfrage: Den VW Tiguan mit 170 PS starkem Zweiliter-Benziner gibt es ab 28.100 Euro. Wie teuer auch immer den vergleichbare Yeti am Ende sein wird, er dürfte seinen Bruder an der Kasse unterbieten.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Jörg Maltzan: "Mit kühler Präzision zieht der Yeti Konzernbruder Tiguan das Fell über die Ohren. Er macht alles so gut wie der VW. Oder besser! Warum also Tiguan kaufen? Wer bereit ist, ...
... Imagefragen auszublenden, macht mit dem Yeti den besseren Kauf. Und erhält durchweg die saubereren Motoren." 1:0 für Skoda.
Nummer fünf lebt. Und wie. Musste die vierte Polo-Generation sich noch damit abfinden, dass der tschechische Stiefbruder Fabia die gemeinsame Plattform schon zwei Jahre früher bekam, ...
... rückt VW das Familienbild jetzt wieder gerade. Fabia II (seit 2007) muss die technische Basis des Vorgängers auftragen, den neuen Polo ziert die Weiterentwicklung der alten Bodengruppe. Dennoch zaubern ...
... die tschechischen Raumgestalter bei fast identischen Abmessungen mehr Platz unters Blech. Innen gibt sich der Fabia so schlicht wie außen. Übertrieben einfach fällt aber die Basisausstattung aus, die zudem kaum Optionen bietet.
Luftiger reisen: Kopf und Knie genießen mehr Freiheit, ...
... der Laderaum fällt beim Fabia zwischen 20 und 211 Liter größer aus als beim Polo.
Vom Golf inspiriert und dennoch eigenständig, bereichert der Polo die Kleinwagen-Klasse. Verarbeitung und Materialanmutung hinterlassen schon jetzt einen sehr sauberen Eindruck.
Mit 1,68 Meter ist die fünfte Polo-Generation die breiteste. In keinem anderen Wagen dieser Klasse ist zu den Seiten so viel Platz wie im VW.
Obwohl der Polo mit 1,49 Meter sogar einen Zentimeter höher ist als der Golf, ecken hochgewachsene Menschen überall an. Mit dem Kopf am Dach, mit den Knien am Vordersitz. Zusätzlich drückt die Kopfstütze zwischen die Schulterblätter.
Der Polo-Kofferraum schluckt immer 280 Liter. Bei umgeklappter Rückbank können 952 Liter transportiert werden.
Technisch notieren wir ein klares West-Ost-Gefälle: Wo im Fabia noch ungehobelte Pumpe-Düse-Diesel grummeln, ...
... schnurrt der VW mit moderneren Common-Rail-Motoren, Partikelfilter (bei Skoda optional, nicht für 70 PS) und Euro 5 (Skoda Euro 4) davon.
Im August 2009 sorgen zwei neue Leistungsstufen des 1.6 TDI (90/105 PS, 90 PS auch als BlueMotion mit 3,8 l/100 km) und der 1.2 TSI mit 105 PS für weiteren VW-Vorsprung. Und das ESP, ...
... das bei Skoda unterhalb der 80-PS-Modelle 300 Euro extra kostet, liefert VW stets ohne Aufpreis. Kehrseite der Medaille: VW verlangt mehr Geld. Selbst bei vergleichbarer Ausstattung bleibt Skoda über 1000 Euro günstiger.
Das Fazit: "Der Fabia punktet als kluger Mini mit Platz und günstigen Preisen, ...
... der teurere Polo setzt sich dank modernerer Technik (ESP, EU 5, Common Rail, TSI, DSG) dennoch knapp durch." VW gleicht zum 1:1 gegen Skoda aus.
Caddy Life gegen Skoda Roomster: Auf den ersten Blick scheint in diesem Vergleich David gegen Goliath anzutreten. Der gewaltige VW misst 20 Zentimeter mehr, bietet reichlich Platz für bis zu sieben Raumfahrer und schluckt fast alles von Umzug bis Urlaub.
Ohne seine fünf Gäste in die Platzangst zu treiben, wirkt der Roomster eine Klasse kleiner. Im Laderaum fehlen 300 bis 1070 Liter zum VW. Doch Größe allein ist nicht alles, denn ...
... der Tscheche sammelt mit Pkw-Fahrkomfort, freundlicher Einrichtung sowie den günstigeren Preisen viele Sympathiepunkte.
Der Caddy passt mit seiner hinteren Starrachse und dem schlichten Design dann doch eher ins Transporter-Gewerbe. Er punktet aber unter der Haube: Erdgas-Antrieb finden wir nur bei VW, sonst ist die Motorenpalette ähnlich.
Der über 300 Kilo leichtere Roomster sprintet schneller, trinkt weniger. Außerdem gehören Kopfairbags hinten und ab 80 PS auch ESP zur Serie, ...
... VW spendiert ESP nur den Allradlern gratis. Kopfairbags kosten 169 Euro (nur vorn).
Im Cockpit des Roomster scheint jeder Schalter zu sagen: Ich bin ein VW, darf es aber nicht laut sagen. Das ist ordentlich verarbeitet und fühlt sich gut an.
Ein bekannter Anblick: Beim Cockpit des Caddy Life schimmert der Golf durch – und das ist wirklich kein Nachteil.
Der fünfsitzige Roomster bietet Einzelsitze zum Verschieben und Ausbauen, ...
... im Caddy gibt es für 595 Euro Aufpreis noch eine weitere Sitzbank im Heck und ...
... den mit deutlichem Abstand größeren Kofferraum. Als Fünfsitzer schluckt der VW üppige 750 Liter, maximal gehen 2850 Liter ins Heck.
Das Fazit: "Obwohl deutlich enger, empfehlen wir den Roomster. Er bietet die bessere Sicherheitsausstattung und ...
... fährt sich wie ein Pkw. Der riesige Caddy bleibt eher Nutzfahrzeug." Damit geht Skoda im großen Markenduell mit 2:1 in Führung.
Souverän hat der neue Golf bisher jeden Vergleich gewonnen – hat der gerade geliftete Octavia da überhaupt eine Chance? Es wird auf alle Fälle sehr schwer. Obwohl der Skoda stattliche 37 Zentimeter länger ist, ...
... hat er nicht mehr Platz. Der Golf ist großzügiger geschnitten. Ganz neu und doch vertraut blickt die sechste Generation des Wolfsburger Bestsellers energisch nach vorne.
Seit Oktober 2008 trägt der Octavia das neue Gesicht mit deutlich mehr Schwung als der Vorgänger.
Kaum Unterschiede gibt es bei den Motoren. 160 PS leistet im Octavia der 1,8-Liter, im Golf der neuere 1,4-Liter. Der VW tritt grundsätzlich mit Common-Rail-Diesel an, im Skoda lärmt noch der rappelige Pumpe-Düse-TDI. Und nur für den Golf ist ein LPG-Motor (102 PS) lieferbar.
Der Punkt fürs Fahrverhalten geht an den VW, der sich federleicht, agil und komfortabel fährt. So locker-geschmeidig ...
... kann der Skoda das einfach nicht, er bleibt hüftsteif und eine Spur schwerfälliger. An solchen Dingen zeigt sich die ganze Raffinesse und Reife des Golf, da kann der brave Octavia nicht ganz mithalten.
Beim Kofferraum liegt der Octavia vorn: Die endlosen 560 Liter unterm Schrägheck machen Kombis überflüssig und lassen ...
... das Gepäckabteil des Golf ganz schön alt aussehen. Hier gibt es mit 350 Litern Fassungsvermögen Kompaktgröße – mehr nicht.
Der Octavia verwöhnt seinen Fahrer mit einem sehr ansehnlichen, klaren und funktionalen Arbeitsplatz. Auch wenn der Skoda ordentlich zusammengebaut ist, ...
... an die sorgfältige Verarbeitung des VW kommt er nicht heran. Vielleicht darf er das auch gar nicht. Im Golf gibt es ein fast schon edles, perfekt zu bedienendes Cockpit, ...
... die Ledersitze inklusive Sitzheizung und elektrischer Lendenwirbelstütze für 2125 Euro Aufpreis passen gut ins Ambiente.
Das Fazit: "Der Skoda ist eine grundehrliche Haut und viel mehr als ein Geheimtipp. Doch alles, was er leistet, ...
... kann der ausgefeilte und im Detail perfekte Golf noch besser – er ist und bleibt der Klassenprimus." Und erzielt den Ausgleich: Zwischen Skoda und VW steht es 2:2. Das letzte Duell entscheidet.
Das muss doch ein Irrtum sein: Nur 50 Euro weniger als der Einstiegs-Passat kostet der preiswerteste Superb – 23.250 zu 23.300 Euro. Doch das vermeintlich günstige VW-Angebot ...
... relativiert sich schnell: Der Passat fährt mit dem alten 1,6-Liter-Benziner und 102 PS vor, der Superb mit modernem 1,4-Liter-TSI und 125 PS. Der gleiche Motor (mit 122 PS) treibt den Passat auf 24.850 Euro. Auch nicht so viel mehr, könnte man denken, ...
... doch der Superb ist das größere Auto, hat mehr Platz – vor allem im verschwenderischen Fond. Der Tscheche muss sich weder mit seinem Design noch mit der blitzsauberen Verarbeitung ...
... vor dem VW verstecken. Der brave Stufenheck-Passat gefällt vor allem mit harmonischem Fahrverhalten und komfortabler Federung. Ganz so perfekt ...
... fährt der Skoda noch nicht, vor allem die staksige, auf Querfugen holprige Federung will nicht so recht zur üppigen Limousine passen.
Bei den VW-Motoren gibt es das breitere Angebot, eine Erdgas-Variante (EcoFuel) ist dabei, die Diesel fahren mit Common-Rail-Einspritzung.
Skoda bietet auch noch Pumpe-Düse-TDI. Aufpreis Common Rail/170 PS gegenüber Pumpe-Diesel/140 PS: 1400 Euro.
Beim Kofferraum herrscht, so ein Zufall, Gleichstand. Beide zählen mit 565 Litern zu den schluckfreudigsten Lademeistern, ...
... doch der Skoda hat dem VW seine raffinierte, zweifach zu öffnende Heckklappe voraus: Zwischen kleiner Öffnung und großer Ladeluke liegt nur ein Knopfdruck. Dies ist ein gutes Beispiel dafür, wie durchdacht und praktisch der Skoda ist.
Und auch in Reihe zwei ist der Skoda größer: So üppig geht es im Fond des Superb zu, der Beinraum reicht für Basketballer, ...
... da kann der Passat nicht annähernd mithalten.
Großes Können verrät die Verarbeitung des Skoda-Topmodells. Einen Bordcomputer gibt es hier serienmäßig, beim Passat nicht. Insgesamt fallen die Aufpreise bei Skoda ...
... deutlich niedriger aus, als bei VW. Ein Knieairbag ist im Passat allerdings auch gegen Geld nicht zu haben – bei Skoda ist er ab Werk an Bord.
Das Fazit: "Üppiges Platzangebot, komplette Ausstattung, günstigere Preise – der Superb ist hier unser Sieger, ...
... da hat selbst der ausgereifte, souveräne Passat das Nachsehen." Das Markenduell zwischen Skoda und VW ist damit entschieden: Der knappe Sieg geht mit 3:2 Punkten an die Tschechen. Trost für die Wolfsburger: Der Sieg bleibt ja in der Familie.
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