HGP Golf R36 gegen Enco Porsche 911 Turbo
Nur auf den ersten Blick ein ungleiches Duell: AUTO BILD SPORTSCARS ist mit dem HGP Golf R36 Bi-Turbo und dem Enco 911 Turbo zum Flughafen Cochstedt ...
... in der Nähe von Magdeburg gefahren, um zu sehen, was die beiden Asphaltraketen aus ihren Krafträumen holen. Mit jeweils mehr als 600 PS sollen sich ...
... Golf und Porsche im Sprint von 0 auf Tempo 300 messen. Bei dieser wahren Königsdisziplin in Sachen Beschleunigung ...
... kann die 3,1 Kilometer lange Landebahn schon ganz schön kurz werden. Das Bild täuscht übrigens nicht: Der Golf zieht dem Porsche weg, braucht bis Tempo 300 ...
... nur 28,3 Sekunden – atemberaubend. Und auch die Zeit des Enco Porsche ist mit 30,2 Sekunden alles andere als schlecht.
Was Enco hinten hat, zeigt HGP vorne: Der 911er atmet durch dicke Doppelenrohre aus, der Golf durch breite Nüstern ein.
Duell auf guten Schuhen: Für Tempi jenseits der 300 sind die Autos mit Dunlop SP Sport Maxx GT (Enco 911) und Conti SportContact 3 (HGP Golf) ausgerüstet.
Shake-Hands bei einem Zweikampf ohne Verlierer: HGP-Chef Martin Gräf (links) gibt Enco-Boss Jens Engelmann die Hand. Der kann sich trotz der Niederlage in der Sprintwertung nämlich ...
... über den Sieg seines 911 Turbo in der Gesamtwertung freuen. Der durchtrainierte Porsche ist für sich genommen sauschnell und ...
... gewinnt, weil er in allen Belangen reibungslos funktioniert. Für den Sprint auf Tempo 100 braucht der bunte Bolide lediglich 3,7 Sekunden.
Das Geheimnis seiner Gewalt: Zwei optimierte Turbolader blasen aus 3,6 Litern Boxer-Hubraum lässige 630 PS und 820 Nm Drehmoment. Das ist mehr als ordentlich ...
... für ein Auto, das "nur" 1589 Kilogramm auf die Waage bringt. Oder anders gesagt: Bei Enco muss jedes PS nur 2,5 Kilogramm Auto bewegen. Das Leistungsgewicht eines Pferdes ist unvorstellbar viel schlechter.
Freundlich rund: Dieser Porsche hat einen bösen Blick für mehr Überholprestige absolut nicht nötig.
Kostbar: Das AEZ-Schmiederad des Porsche kostet in 19 Zoll 1200 Euro pro Stück.
Nein, hier glüht nicht der Asphalt: Bei Vollgas werden die Landebahnlichter zu leuchtenden Strichen.
Sicher verschnürt: Die Porsche-Sportschalen sitzen wie angegossen.
Durchtrainierte Drahtigkeit: Enco verstärkt den Porsche mit einem weißen Überrollkäfig.
Preisfrage: Für die Enco-Version des Porsche 911 Turbo werden 185.927 Euro fällig. Allein die Leistungssteigerung verschlingt inklusive Sportauspuff 18.000 Euro.
Für den Zweitplatzierten gehen die Superlative aus: HGP-Chef Martin Gräf macht sich mit dem Golf R36 endgültig unsterblich. Obwohl der VW den Porsche düpiert, wirft ihn ein Getriebedefekt in der Gesamtwertung zurück.
Doppelt rast besser: Zwei Turbos setzen den V6 unter Druck und ringen den 3,6 Litern Hubraum 640 PS und 800 Nm Drehmoment ab. So extrem gut im Futter schiebt die Maschine ...
... den Allrad-Golf in 3,6 Sekunden in den dreistelligen Geschwindigkeitsbereich. Bereits nach 9,9 Sekunden steht die Tachonadel bei 200 Sachen – 0,9 Sekunden eher als im Enco-Porsche.
Unglaublich: Erst bei 333 km/h endet der Vortrieb des Über-Golf von HGP.
Er hat die Raserei überprüft: SPORTSCARS-Testfahrer Sebastian Schneider bei der Montage der Messgeräte.
Dem aufgemotzten Wolfsburger ist seine Leistung kaum anzusehen – selbst dann nicht, wenn man ihm tief in die Augen blickt. HGP übt sich bei der Optik in Zurückhaltung, aber ...
... auf große Räder kann der Veredler dann doch nicht verzichten. Die kommen von OZ, hören auf den Namen Ultraleggera und kosten im kompletten Satz inklusive Reifen 3000 Euro.
Null Nachbesserung nötig: Das VW-Gestühl passt ganz gut und zwickt nicht.
Ein absoluter Wolf im Schafspelz bleibt der Golf auch innen: Bis auf den 360-km/h-Tacho und die Handy-Halterung ist hier alles serienmäßig.
Auch ein Golf kann mehr als 100.000 Euro kosten: Zum Grundpreis von 35.500 Euro für einen R32 summieren sich die Leistungssteigerung für 51.000 Euro und diverse "Kleinteile" wie Bremsanlage und Getriebeverstärkung zum Endpreis von 114.400 Euro.
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