Feuer frei in Tokio! Knallbunte Studien, knackige Sportler, skurrile Konzepte: Die Tokyo Motor Show 2007 hat ihre Pforten geöffnet und jede Menge Weltneuheiten im Gepäck.
Einer der ultimativen Hingucker aus deutscher Sicht: Die Studie Metroproject quattro von Audi. Sie zeigt eindrucksvoll, wie der 2009 zu uns rollende A1 aussehen wird.
Aluminiumbögen von der Schnauze bis zum Stummelheck, fette 18-Zöller mit Reifen der Dimension 235/35 sowie bullige Schweller zeigen, dass die Ingolstädter auch mit ihrem "Kleinen" auf pure Sportlichkeit setzen.
Angetrieben wird die Metroconcept getaufte Studie von einem Hybridmodul. Ein 41 PS und 200 Newtonmeter starker E-Motor auf der Hinterachse sowie ein 1,4-Liter-TFSI-Benziner mit 150 PS füttern den Mini mit vier Ringen.
Auch VW zaubert eine Weltpremiere unter edlem Tuch hervor: Die neue Kleinstwagenfamilie der Wolfsburger geht in die zweite Runde.
space up! heißt der Micro-Van, der als zweites Mitglied der "New Small Familiy" in Tokio einen der Messe-Stars 2007 gibt.
Der Motor sitzt im Heck, geplant sind ein Benziner, ein Diesel und ein Elektroantrieb.
Flexibilität ist Trumpf bei dem Maxi-Mini: Das Raumkonzept erlaubt verschiedene Sitzkonfigurationen bis hin zum drehbaren Beifahrersitz.
Strahlende Gesichter! Die AUTO BILD-Mannschaft vor Ort möchte den knuffigen Wolfsburger offenkundig am liebsten schon jetzt mit nach Hamburg nehmen.
Noch ein Highlight "made in Germany": 1971 sorgte das Kürzel "tii" erstmals für erhöhten Puls bei allen positiv Begasten. Das funktioniert auch 2007: In Tokio steht das BMW Concept 1 Series tii mit Rennsportgenen. Basis ist der 135i.
Unter der Haube findet der ursprünglich 306 PS starke Biturbo Platz, in der Studie wurde er auf 340 PS getrimmt. Um Beschleunigung und Kurventempo noch weiter nach oben zu schrauben, setzt BMW auf Leichtbau. So sind neben der Motorhaube ...
... die Spiegelgehäuse und die Luftabrisskante auf dem Heckdeckel aus carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK) gefertigt. Retro-Gag: tii-Schriftzug auf der Frontstoßstange in Spiegelschrift. Damit beim Blick in den Rückspiegel klar ist, wer da vorbei will.
Die wahren Studien-Fetischisten sind nach wie vor die Japaner. In Tokio fahren die Gastgeber wieder einmal volle Geschütze auf. Serientauglichkeit – völlig schnuppe. So kommt der Toyota Hi-CT ...
... wie ein Mondfahrzeug daher und erinnert eher an eine blecherne Dampfnudel als an ein Straßenfahrzeug.
Der "hi ride city truck" ist als "ungewöhnliches Stadtauto" gedacht. Die Optik des Kleinwagens basiert auf dem zwanglosen Spiel mit Proportionen: Der Hi-CT ist 3,30 Meter lang, 1,70 Meter breit und 1,78 Meter hoch.
Auch der Innenraum verlangt eher nach Captain Future als nach Mutti. Cool ist der Würfel auf Rädern allemal – und dank Hybrid-Antrieb an der Steckdose aufladbar.
Noch so eine kantige Kutsche! Der Rin ist das neue Gute-Laune-Auto von Toyota. Die lichtdurchflutete Wellness-Oase reagiert auf Stimmungen des Fahrers und will einfach nur ein gutes Gefühl vermitteln.
In der Instrumententafel werden Bilder angezeigt, die den Gemütszustand des Fahrers positiv beeinflussen. Abgedreht: Das Interieur- und Exterieur-Design stammt vom Yakusugi-Baum, einer japanischen Zypressenart.
R(e)ine Chef-Sache: Ein Sauerstoffregler und ein Luftbefeuchter sorgen für gutes Raumklima. Das grüne Glas der Fensterscheiben verringert das Eindringen von UV-Strahlen und Infrarotlicht und lässt zugleich die Umgebung heller und klarer erscheinen.
Die beheizten Sitze sollen eine gesunde Körperhaltung unterstützen. AUTO BILD-Chefredakteur Bernd Wieland (links) und Tomas Hirschberger scheint diese Aussicht sichtlich Freude zu bereiten.
Der Mitsubishi iMiEV Sport ist ein gelungenes, hübsches Konzept. Der 2+2-Sitzer mit Elektroantrieb und Retro-Elementen zeigt sich als spritziger Micro-Sportler.
Zwei Radnaben-Motoren mit je 27 PS unterstützen den Heckmotor mit 64 PS. Das schnuckelige Coupé soll so gut 180 km/h Spitze schaffen. Neue Kraft tankt der Kleine zusätzlich über das Solardach oder an der Steckdose.
Was bei uns der 911 ist, heißt bei Nissan jetzt GT-R. Wichtigste technische Daten: 480 PS und 3,8-Liter-V6 mit zwei Turboladern, der sein maximales Drehmoment von 588 Newtonmeter bei 3200 Umdrehungen entfaltet.
Der bullige Sportler soll lediglich 3,8 Sekunden bis Tempo 100 benötigen und rund 310 km/h schnell sein. Das ist eine klare Kampfansage an die deutsche Premium-Konkurrenz rund um Porsche, Mercedes und BMW.
Der Biturbo wird ebenso komplett von Hand zusammengebaut wie das sequenzielle Sechsganggetriebe mit Doppelkupplung. 2008 soll die bullige Sahneschnitte zu uns rollen.
Huch - der sieht aber sehr nach Mercedes CLS aus. Ist aber die Nissan-Studie Intima!
Das viertürige Coupé verzichtet auf die B-Säule, die Türen sind gegenläufig angeschlagen und öffnen extrem weit. Den Antrieb übernimmt ein V6-Clean-Diesel.
Honda präsentiert bei seinem Heimspiel die sportlich-hybride Studie CR-Z. Mit dem Leichtbau-Konzept wollen die Japaner ausdrücken, wie ein kompakter Sportler der Zukunft aussehen kann.
Extrem ansteigende Seitenlinie, fette 19-Zöller und aggressive LED-Leuchten – der CR-Z fällt auf.
Mit dem Ei-förmigen Puyo stößt Honda hingegen in völlig neue Karosserie-Dimensionen vor. Das kuriose "One-Box-Design" soll maximales Platzangebot auf kleinstem Raum bieten.
Noch so'n Ei. Diesmal von Nissan. Doch der Pivo 2 hat wohl eher keine Chance auf die Serie. Er ist eine reine Vision, wie Mobilität in Städten mal aussehen könnte.
Da kommt es nicht auf PS, Verbrauch oder Sicherheit an, hier geht es um Ideen, um das Miteinander von Technik und Mensch. Die vier Elektromotoren an den Rädern, die den Pivo 2 auch seitlich einparken lassen, sind da nur Nebensache.
Kern der zukünftigen Mobilität sei das "Personalisieren des Autos". Bei dem Dreisitzer übernimmt das ein elektronischer Passagier auf dem Armaturenbrett. Das so genannte Robotic Interface beobachtet den Fahrer, scannt sein Gesicht ab und reagiert auf den Gemütszustand.
Fühlt er sich gut, oder etwa schlecht? Ärgert er sich, ist er hungrig oder müde? Der mitfühlende Roboter-Kopf hat stets die richtige Antwort parat.
Er spielt die Lieblingsmusik ein, schaltet die Lüftung an, muntert bei Bedarf den Pivo-Piloten mit lockerer Konversation wieder auf, oder gibt einfach mal einen Kalauer zum Besten. Schöne neue Welt.
Nein, das ist kein Audi! Moderne Antriebstechnologie in Seriennähe bietet Mitsubishi in der Studie "Concept-ZT". Als Antrieb dient ein neues, mit dem Doppelkupplungsgetriebe SST kombiniertes 2,2-Liter-"Clean Diesel"-Triebwerk.
Interessante Neu-Entwicklung: Die Pop-up-Motorhaube, die sich bei Fußgängerkollisionen selbsttätig entriegelt und dadurch den Aufprall besser abfedern soll.
Noch immer auf der Suche nach der perfekten Welle stellt Mazda in Tokio den Sportler Taiki vor – die vierte und letzte "Fluss-Studie".
Er komplettiert somit die Familie um seine Vorgänger Nagare, Ryuga und Hakaze. Der riesige Kühlergriff wird durchzogen von wellenförmigen Luftleitelementen, die nach einem atemberaubenden Schwung des mächtigen Kotflügels in der Seitenansicht wieder aufgenommen werden.
Den Antrieb übernimmt ein neu entwickelter Wankelmotor mit Benzindirekteinspitzung, der seine Kraft aus zwei je 800 Kubikzentimetern großen Kammern schöpft und an die Hinterräder verteilt.
Auch in der Heckansicht macht der Taiki die Welle: Von den seitlichen erhöhten Kotflügeln stürzt die Blechlinie in ein Wellental, untermalt von einem darunter liegenden, ebenfalls wellenförmigen Diffusor.
Sauber und geräumig soll das G4e Concept von Subaru mittelfristig in Japan zum Kunden rollen. Damit fünf Personen bequem reisen können, wurden die Lithium-Ionen-Batterien im Unterboden verstaut. Sie sollen 200 Kilometer Reichweite ermöglichen und an einer gewöhnlichen Steckdose neue Nahrung erhalten.
Optisch hat Subaru immer wieder Dreiecksformen aufgenommen, um Dynamik zu erzielen. So taucht das Motiv im Scheinwerferband, der Seitenlinie der dunkel eingefärbeten Scheiben oder im Heckfenster auf. Im Gegensatz zur giftgrünen Lackierung kommt innen ein knalliges rot gepaart mit hellem Leder zum Einsatz.
In Tokio stehen nicht nur flippige Zukunfts-Kisten, sondern auch reine Zweckmobile. Der Suzuki Palette ...
... ist so ein funktionaler Begleiter. Und könnte locker der Zwillingsbruder vom ...
... Daewoo Tanto sein. Kasten-Design, spindeldürre Türen, ...
... aber jede Menge Platz und Mini-Durst.
Sein Marken-Bruder "Mud Master-C" ist ein typisches Angebot für den japanischen Markt. Der 3,40 Meter lange Kasten ...
... kann je nach Aufbau als Pick-up oder Lieferwagen genutzt werden. Dann verfügt der Matsch-Meister über zwei Flügeltüren, die den Zugang zum Gepäckraum öffnen. Da passen dann beispielsweise zwei Fahrräder rein.
Die Suzuki-Studie X-Head zeigt einen kleinen possierlichen Truck, der je nach Ausstattung ...
... als Camper für zwei Erwachsene oder als Rettungsfahrzeug genutzt werden kann.
Einer für Arbeitswütige, die selbst in ihrem Vehikel malochen müssen, ist Nissans Konzept-Van NV200. Die Lieferwagen-Studie ist die Umsetzung eines kombinierten Büro-/Arbeits-Autos. Herzstück der Studie ist der ausfahrbare Laderaum im Laderaum.
Herzlich Willkommen im Kuriositätenkabinett! Wer sich den eben gezeigten Honda Puyo nicht leisten kann, bekommt ihn immerhin als spacige Lavelampe.
Die lässt AUTO BILD-Mann Hirschberger jedoch völlig kalt. Tomas nimmt lieber schmunzelnd Platz im flippigen "i-REAL". So heißt dieser Fahr-Stuhl von Toyota. Sieht aus wie der Segway auf japanisch. Mal sehen, ob er es bis Hamburg schafft...
Baukastenprizip: "Sustainable Mobility" nennt sich das Projekt von Suzuki, in dem ein Ein-Personen-Fahrzeug namens "Pixy" und eine Mobilitätseinheit namens SSC ("Suzuki Sharing Couch") zu einem Minicar verschmelzen. Damit soll man sich nicht nur auf der Straße, sondern auch auf Bürgersteigen und in Gebäuden fortbewegen können.
Zur Abwechslung ein paar Snapshots aus der Beauty-Kiste. Denn auch in Tokio gibt es zu jedem Auto eine passende hübsche Begleiterin. Wer Bikes bevorzugt: Ab Bild 62 gibt es Zweirad-Neuheiten.
Auch Zweirad-Fans kommen in Tokio voll auf ihre Kosten. Der Asiate ist ja bekanntlich Motorrad-verrückt, daher sind in der japanischen Hauptstadt jede Menge futuristische Kisten zu sehen. Ein Ofen für Werner und seine Biker-Freunde aus Süderbrarup wäre mit Sicherheit die Suzuki Biplane.
Auf Retro getimmt und eher etwas für Einsteiger in die Zweirad-Zunft: Die Honda CB400SS Special Edition mit 396er Hubraum und 29 PS.
Sauscharf designt in die Zukunft: die Suzuki Crosscage mit Wasserstoffantrieb. Die Motorrad-Trends ...
... stehen somit ganz im Zeichen der Klimadebatte. Das Werbemotiv im Hintergrund beweist es.
Der Roller Adiva erinnnert stark an die selige BMW C1. Unterschied: Das Hardtop lässt sich abnehmen. Der fahrende Überrollbügel auf zwei Rädern ist eine japanisch-italienische Co-Produktion und soll auch nach Deutschland kommen. Kosten: ca. 5000 Euro.
Dieses futuristische Brennstoffzellen-Zweirad heißt Yamaha FC-Dii. Die Studie wiegt 72 Kilogramm und leistet drei PS.
Die Yamaha Luxair setzt auf Hybrid-Antrieb. Eine Kombination aus luftgekühltem Benziner und ...
... Elektromotor sorgen für den Antrieb des Konzept-Bikes. Angaben über die Leistung machte Yamaha (noch) nicht.
Wunderschönes Retro-Bike: Die Yamaha XS-V1 Sakura ist laut Hersteller ein Bike für Oldies. Der 1,0-Liter-Motor wird luftgekühlt.
Ein Roller für den schnellen Wochenend-Ausritt soll die neue Yamaha C3+ sein. Stressfrei vorwärts geht's mit Elektromotor.
Dieser ulkige fahrbare Untersatz von Yamaha heißt "Bobby". Ganz nach Vorbild der guten alten Klappräder ...
... lässt sich das kleine motorisierte Zweirad zusammenfalten und problemlos im Kofferraum eines Autos verstauen. Sehr praktisch für fußmüde Großstädter.
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