Beliebteste Beute der Autoknacker: Der VW T4 Caravelle mit TDI-Motor eignet sich als Fluchtfahrzeug, zum Wegschleppen der Beute und notfalls auch zum Einrammen von Gefängnistoren. Beachtliche Quote: Pro 1000 versicherter T4 wurden elf geklaut.
Hält sich wacker auf Platz 2: Der BMW X5 Modell 3.0 D trug schon im Vorjahr die Silbermedaille; eine zweifelhafte Ehre. Von 1000 Stück verschwanden rein rechnerisch 7,8 im Dunkel der Nacht.
Bei Luxusautos wie dem Porsche Cayenne wird vermutet, dass es sich um Auftrags-Diebstahl handelt. In der Klau-Statistik belegt er mit 6,3 Diebstählen auf 1000 Fahrzeuge Rang 3 und stieg damit um eine Position auf.
Der Mercedes E 250 D (Baureihe W124) kam vermutlich auf Position 4, weil er als Ersatzteilspender attraktiv ist. Generell gilt laut GdV, dass Autodiebe ältere Typen bevorzugen, weil deren Sicherheitssperren leichter zu überwinden seien.
Auf Platz 5 landete der vorletzte 7er, gebaut seit 1996, mit einer Klaurate von 5,4 auf 1000 Fahrzeuge.
Schnelle Autos sind immer etwas für Langfinger; für den Eigenverbrauch wie auch für Kunden, die auf solch heiße Ware stehen. Beim VW Golf IV 2.8 VR6 Synchro verschwanden 5,4 von 1000 Fahrzeugen sang- und klanglos.
Noch so ein Kandidat: Der BMW M3 Baureihe E46, seit 2000 auf dem Markt, übt auf Tunichtgute einen ähnlich hohen Reiz aus wie weiland schnelle Pferde auf die Outlaws des Wilden Westens. Vom bayerischen Sportler verschwanden im letzten Jahr 5,1 pro 1000 Autos.
Platz 8: Aha, würde der Polizei-Profiler sagen, langsam erkenne ich ein System. Stimmt genau: Es sind immer die Spitzenmotorisierungen, die den Langfinger zum Dietrich greifen lassen. In diesem Fall ein VW Passat V6 2.5 TDI.
Und hier gleich der schöne Bruder aus Ingolstadt: Vom Audi A6 2.5 TDI quattro wurden im Vorjahr 4,9 pro 1000 Stück englisch verkauft.
Okay, werden Sie sagen, den würden Sie vielleicht auch noch klauen: Das Design des BMW 645 CI lässt Gangster ebenfalls schwach werden. So war der Sportler auch nachts stark gefragt - 4,6 pro 1000 Stück gingen weg.
Mitunter hat auch eine Klaustatistik einen Ehrenplatz. Dieser gebührt Nr. 11. Warum der T4 Caravelle Diesel so beliebt ist, können wir nur vermuten (Interviewpartner von der Nachfrageseite waren so schnell nicht aufzutreiben). Möglich, dass der Bus nur als Teileträger interessant ist. Herzlos, diese Kriminellen!
Platz 12: Der Toyota LandCruiser 100 4.2 D hätte sicher auch Jesse James bei seinen legendären Zugüberfällen gut zu Gesicht gestanden. Hinten ist jedenfalls ordentlich Platz für Dynamit, Winchester und Whisky.
Und wieder ein Spitzen-Typ: Der VR6 ist auch im Golf III immer einen Klau wert. Das jedenfalls geschah im Vorjahr bei 4,3 auf 1000 Autos.
Noch einer dieser Teileträger (das Auto, nicht der Fußballer daneben): Mit dem Audi S6 und anderen Oberklasseautos fing die Auto-Mafia ihre neue Taktik an, die Beute nicht komplett zu verticken, sondern in Einzelteilen.
Nicht viel anders erging es Nr. 15: Der Audi A6 2.5 TDI verschwand bevorzugt Stück für Stück, getarnt als Schrott, im östlichen Ausland.
Meistgeklautes Auto in Relation zum Gesamtbestand: Porsche 911 Carrera. Wen wundert's.
Gleich danach kommt schon der Anti-Sportwagen: Zweit-meistgeklautes "Auto" ist der Trabant P601, aber nur aufgrund verzerrter Statistik - 2007 wurden nur vier Fahrzeuge entwendet, doch bei einem Gesamtbestand von rund 2800 Trabis ist das schon ziemlich viel.
Noch ein Rekord: Hier haben Sie statistisch gesehen die größten Chancen, Ihren Wagen über Nacht loszuwerden. Berlin ist mit Abstand das gefährlichste Pflaster, 2007 verschwanden hier 2065 Autos. Als Bundesland liegt die Hauptstadt damit direkt hinter NRW, dem Spitzenreiter, wo 4192 Wagen abhanden kamen.
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