Die große Auswahl: Beim
BMW 5er kann der geneigte Kunde dank dreier Karosserie-Varianten und acht Motorisierungen aus 24 Grundmodellen wählen. Dazu gibt es reichlich mehr oder weniger sinnvolle Extras. AUTO BILD zeigt, was bei Limousine, Touring und GT (hinten, von links) alles geht und empfiehlt die besten drei 5er.
Werfen wir zunächst einmal einen Blick auf die Motorisierungen: Die Limousine darf sich aus der kompletten verfügbaren Palette bedienen, sie ist lieferbar als 523i (204 PS), 528i (258 PS), 535i (306 PS), 550i (407 PS), 520d (184 PS), 525d (204 PS), 530d (245 PS) und 535d (300 PS) zu Basispreisen von 39.950 Euro (520d) bis 73.100 Euro (550i xDrive).
Für den Lademeister im 5er-Programm, den Touring, gibt es fast jeden Antrieb, außer den dicken Achtzylinder des 550i. Der Kombi ist lieferbar als 523i, 528i, 535i, 520d, 525d, 530d und 535d zu Basispreisen von 42.600 Euro (520d) bis 59.050 Euro (535d).
Sie wollen Ihren 5er mit kleinem Benziner oder Diesel? Dann sind Sie beim GT falsch. Zu haben sind hier 535i, 550i, 530d und 535d. Die Preise reichen von 55.200 Euro (530d) bis 77.900 Euro (550i xDrive). Während man jeden GT mit Allradantrieb ordern kann, ist diese Option bei der Limousine dem 550i vorbehalten. Den Kombi gibt es nur mit Heckantrieb.
Äußerlich sind Limousine, Touring und Gran Turismo natürlich leicht zu unterscheiden, der GT fällt im Rückspiegel zusätzlich durch seinen deutlich größeren Nierengrill auf. Nieren? Eigentlich sind das schon eher vergitterte Fenster.
Um zu erkennen, was ein 5er vorne unter der Haube hat, empfiehlt sich ein Blick aufs Heck. Dieses Doppelrohr verrät 523i, 528i, 520d, 525d und 530d.
Trägt der 5er ein solches Endrohr links und rechts unter der Heckschürze, dann steckt vorne im Bug einer der kräftigeren Beschleuniger. Infrage kommen zwei Maschinen: der 535i oder der 535d.
In jedem Fall das Topmodell hat man vor sich, wenn es seine Verbrennungsrückstände über zwei flache Öffnungen rechts und links am Heck entsorgt: Hier atmet der V8 des 550i aus.
Basis-Getriebe in fast allen 5er-Modellen: ein gut abgestufter Sechsgang-Schalter.
Für 2200 Euro Aufpreis verteilt der 5er seine Kraft über eine Achtstufenautomatik. Das Getriebe ist Serienausstattung im GT und gehört auch bei 535d und 550i grundsätzlich zum Lieferumfang.
Wer es etwas knackiger mag, der greift zur Achtstufen-Sportautomatik für 2350 Euro. Hier sind auch Schaltwippen am Lenkrad möglich.
Drei Lenkräder stehen zur Wahl. Alle besitzen Multifunktionstasten für die serienmäßige Geschwindigkeitsregelung (links) und Radio-Bedienung (rechts). Die Telefontaste kostet extra. Auf Wunsch gibt es Lenkradheizung (250 Euro; muss nicht sein), aber nur in Verbindung mit Sitzheizung (380 Euro; grundsätzlich empfehlenswert).
Im Bild das völlig ausreichende Basis-Lederlenkrad. Es ist handlich und griffig sowie mechanisch in Höhe und Länge verstellbar.
Das M-Lederlenkrad kostet 240 Euro Aufpreis und ist noch griffiger als das in Bild zwölf gezeigte "Sport-Lederlenkrad" (140 Euro).
Bei den Sitzen gibt es zahlreiche Möglichkeiten zur Aufwertung: Die Spanne reicht von Teilleder "Tudor", (850 Euro) über Leder "Dakota" (2010 Euro) ...
... bis zum Exklusivleder Nappa (ab 3030 Euro). Am Gestühl ihres 5ers sollten Vielfahrer nicht sparen. Beheizung (vorn 380 Euro, hinten ebenfalls) ist Pflicht, ...
... Belüftung (ab 810 Euro) im Sommer sehr angenehm.
Die Basis-Navigation für 1840 Euro sollte man sich gönnen, ein Saugnapf-Medion passt nicht zu dieser Wagenklasse. Vielfahrer sollten die Handy-Vorbereitung "Business" (750 Euro) nehmen. Dann können sie auch den BMW-Service "ConnectedDrive" nutzen. Der bietet Notruf und allerlei Auskunft-Funktionen.
Auf den Internetzugang im 3800 Euro teuren Navi "Professional" können Käufer locker verzichten. Mit jedem Smartphone ist man heute schon schneller.
Integral-Aktivlenkung (Allradlenkung, 1750 Euro) und ...
... das Adaptive-Drive-System (unter anderem mit einstellbaren Dämpfern, 3000 Euro) sind nur etwas für die wirklich "aktiven" Fahrer, die mit dem Auto verschmelzen wollen.
Koppelpreise machen unfroh. Wer etwa den automatisch auf- und abblendenden "Fernlichtassistenten" für 150 Euro haben möchte, muss Xenonlicht (1200 Euro) und den automatisch abblendenden Innenspiegel (210 Euro) mitbestellen. Macht zusammen 1560 Euro.
Der 5er-Interessent sollte ein Englisch-Wörterbuch heranziehen. Da gibt es Center-Lock-Schalter, Cornering Brake Control, Adaptive Drive oder Speed Limit Info (Bild), ...
... aber die Spurverlassenswarnung etwa zeigt, dass wohl doch noch ein paar Deutsche im BMW-Marketing mitarbeiten.
Daumen hoch für das Head-up-Display. Es liegt super im Blickfeld (1390 Euro), zeigt alles Wichtige. Ebenfalls sehr nützlich und deshalb auch eine Empfehlung ist die elektrische Sitzverstellung (1100 Euro). Zusätzlich ins Auge fassen können 5er-Käufer das gute "Innovationspaket" (Xenon etc.), was allerdings 6000 Euro kostet, weil Navi mit zu ordern ist.
Kann man kaufen, muss man aber nicht: Der Panorama-Blick ums Auto dank Surround-View kostet 1930 Euro – im Prinzip bietet das System übertrieben viele Informationen. Zum Einparken genügt "Park Distance Control" für 810 Euro völlig.
Für das Night-Vision geht der Daumen eindeutig nach unten. Kostet 3200 Euro, da Xenonlicht Pflicht ist. Das "Extra-Kino" nützt aber wenig. Ebenso wie "Ambientes Licht" (280 Euro) oder ...
... riesige Alus, die den Komfort nur unnötig schmälern. Beim 5er ist man auch mit den serienmäßigen 17-Zöllern gut und schick unterwegs. Sie sind die Basis für 225/55-Reifen. Wer mehr will, bekommt bei BMW aber natürlich auch mehr, wie die folgende Auswahl der Leichtmetallräder zeigt.
17 Zoll Leichtmetallrad "Sternspeiche 327" mit Notlaufeigenschaften, 8J x 17, Bereifung 225/55 R17. Aufpreis: 550 Euro.
17 Zoll Leichtmetallrad "Streamline 363" mit Notlaufeigenschaften, 8J x 17, Bereifung 225/55 R17. Aufpreis: 550 Euro.
18 Zoll Leichtmetallrad "V-Speiche 328" mit Notlaufeigenschaften, 8J x 18, Bereifung 245/45 R18. Aufpreis: 900 Euro.
18 Zoll Leichtmetallrad "Radialspeiche 237" mit Notlaufeigenschaften 8J x 18, Bereifung 245/45 R18. Aufpreis: 1450 Euro.
18 Zoll Leichtmetallrad "Turbinenstyling 329" mit Mischbereifung und Notlaufeigenschaften, vorn 8J x 18, Bereifung 245/45 R18, hinten 9Jx18, Bereifung 275/40 R18. Aufpreis: 1450 Euro.
18 Zoll Leichtmetallrad "Sternspeiche 330" mit Mischbereifung und Notlaufeigenschaften, vorn 8J x 18, Bereifung 245/45 R18, hinten 9Jx18, Bereifung 275/40 R18. Aufpreis: 1450 Euro.
19 Zoll Leichtmetallrad "V-Speiche 331" mit Mischbereifung und Notlaufeigenschaften, vorn 8,5J x 19, Bereifung 245/40 R19, hinten 9Jx19, Bereifung 275/35 R19. Aufpreis: 2200 Euro.
19 Zoll Leichtmetallrad "W-Speiche 332" mit Mischbereifung und Notlaufeigenschaften, vorn 8,5J x 19, Bereifung 245/40 R19, hinten 9Jx19, Bereifung 275/35 R19. Aufpreis: 2750 Euro.
Kommen wir nun zu den 5er-Varianten, die wir empfehlen. Tipp 1: BMW 520d Touring – der Vernünftige. Das bietet er: Die Hinterachs-Luftfederung mit Niveauregulierung ist beim Basismodell drin, auch die Zweizonen-Klimaautomatik. Was braucht man mehr? Wenig.
So fährt er: Sein Vierzylinder (zwei Liter Hubraum, 184 PS, 380 Nm) gibt sich untenrum noch verhalten. Erst der Turboschub macht ihm Feuer. Der Testverbrauch mit 6,1 Litern liegt für seine Leistung verblüffend niedrig, ...
... Serienlenkung und Fahrwerk (verstellbare Stoßdämpfer gegen Aufpreis) verdienen Lob, ...
... lediglich beim Raumangebot ist die
Mercedes E-Klasse besser. Was aber nicht heißt, dass es im 5er Touring nicht genügend Raum zum Räkeln auch auf der Hinterbank gibt.
Der große Laderaum schluckt zwischen 560 und 1650 Liter, bei umgelegten Sitzlehnen entsteht keine ebene Fläche. Haken und Schienen zur Ladungssicherung gibt es für 380 Euro extra.
Durchaus praktisch: Wer die Heckklappe nicht unbedingt immer komplett öffnen will, ...
... der kann das Gepäckabteil auch über das separat zu öffnende Heckfenster beladen.
Das kostet er: Der 520d Touring liegt mit einem Basispreis von 42.600 Euro knapp unter den Preisen von
Audi A6 und Mercedes E-Klasse. Die Versicherung ist mit 19/25/28 (HPF/VK/TK) vergleichsweise teuer.
Diese Extras sollte der Wagen haben: Xenon-Licht (1200 Euro), Sitzheizung vorn (380 Euro), Navigationssystem (ab 1840 Euro) und eine Anhängerkupplung (1180 Euro) für Gespannfahrer. Der Gesamtpreis erhöht sich so auf 47.200 Euro.
Tipp 2: BMW 528i – der Kompromisslose. Der Wagen erfüllt fast alle Wünsche an die bald legendäre "Freude am Fahren". Das bietet er: Kraft, samtigen Klang und Status. Mit seinen 258 PS ...
... schafft der kräftige Sechszylinder locker die 250-km/h-Grenze, verbraucht aber nach EU-Norm mit 7,8 Litern nur 0,2 Liter Super mehr als der schwächere 523i. Ideal für Kunden, die genug Leistung beruhigt. Somit ist der Mehrpreis von 3500 Euro gut angelegt.
So fährt er: Der 528i ersetzt den bisherigen 530i und dürfte dessen dominante Rolle fortsetzen. Der Reihensechser gibt sich laufruhig, macht den Wagen auch ohne Turbo zum souveränen Sprinter, und ...
... da starke 5er sportlich und bequem sein sollen, empfiehlt sich das einstellbare Fahrwerk (1300 Euro).
Platz satt: Das praktische Durchladesystem kostet 500 Euro Aufpreis. Der reine Kofferraum aller Limousinen fast 520 Liter.
Das kostet er: Für einen 528i werden mindestens 45.400 Euro fällig. Ärgerlich ist vor allem die teure Versicherung mit 20/25/28 (HPF/VK/TK).
Diese Extras sollte man dem 528i neben der dynamischen Dämpfer-Kontrolle gönnen: Innovationspaket mit unter anderem Xenonlicht und Navigationssystem (6000 Euro) sowie elektrische Sitzverstellung vorn und Sitzheizung (1480 Euro). Gesamtpreis der AUTO BILD-Empfehlung: 54.180 Euro.
Tipp 3: BMW 535d GT – der Überflieger. Das bietet er: Zehn Zentimeter mehr in Höhe und Länge, vier Zentimeter mehr in der Breite – das macht den GT sicht- und fühlbar größer, allerdings auch unhandlicher.
Der 300-PS-Diesel erfüllt alle Leistungswünsche, macht den durstigen und 15.200 Euro teureren 550i überflüssig. Die Automatik ist in allen GT Serie.
So fährt er: Der Dieselmotor wummert kaum hörbar und sorgt für klasse Fahrleistungen bei akzeptablem Verbrauch. Das Fahrwerk gibt sich stuckerig, Verstellung muss sein.
Vor allem Fond-Insassen wissen das stattliche Raumangebot zu schätzen. Die Sicht nach hinten ist im GT allerdings miserabel, es bleibt nur ein kleiner Sehschlitz.
Ohne Mehrpreis: Der 5er GT bietet eine Heckklappe à la Skoda, die entweder komplett ...
... oder nur eine kleine Luke zur Beladung öffnet. Dahinter verbirgt sich ...
... ein mit 440 Liter vor allem im Vergleich zur Limousine eher enttäuschender Kofferraum, ...
... der sich durch Umklappen der Rücksitzlehnen aber auf bis zu 1700 Liter erweitern lässt.
Das kostet er: Für den 535d GT berechnet BMW mindestens 60.100 Euro. 1050 Euro Mehrpreis im Vergleich zum Touring ist wenig. Teuer die Versicherung: 23/28/30 (HPF/VK/TK).
Wir empfehlen folgende Extras für den GT: Fahrwerk-Verstellung "Adaptive Drive" (3000 Euro), Rückfahrkamera wegen der Unübersichtlichkeit (760 Euro), Xenonlicht (1200 Euro) und das Business-Navi (1840 Euro). Das ergibt unter dem Strich einen Gesamtpreis von 66.900 Euro.
Das Fazit: "Ein hartes Stück Arbeit, die dicken Preis- und Ausstattungslisten zu erforschen. Was es da alles gibt! BMW beherrscht inzwischen meisterhaft das Geschäft, moderne Technik zu bieten und Wünsche zu wecken. Nicht zu vergessen: Der 5er ist eigentlich fast ein
7er. Verständlich, dass dann Wünsche nach duftendem Luxus-Leder ...
... oder glänzenden Alurädern aufkommen. Zücken Sie als Kunde mal den Rotstift, bremsen Sie die teure Begehrlichkeit. Unter der Haube gefallen uns nach Testfahrten mit allen acht Motoren am besten klassische Markenwerte. Der Reihensechser imponiert mit Leistung und einer Stimme, die zu dieser Klasse passt, auch als Diesel."
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