Welcher darf's sein? AUTO BILD-Redakteur Jan Horn zeigt den Weg durch den Golf-Dschungel – er hat sieben Modelle von 80 bis 160 PS getestet.
Ganz simpel: Der Einstieg in die Welt des Golf VI beginnt mit der dreitürigen Variante in der Ausstattung Trendline mit 80 PS aus einem 1,4 Liter großen Vierzylinder. Der Motor reicht aus, ...
... um einfach von A nach B zu kommen. Er schiebt den Golf passabel zügig an, ohne groß Lärm zu machen, zeigt aber Schwächen im Durchzug. Frei von Extras kostet der mehr oder weniger große Spaß 16.500 Euro – darunter geht nichts.
Über dem Basismotor rangiert der 1.6 mit 102 PS, der ab 17.900 Euro in der Preisliste steht. Ein reifer Routinier – nicht sparsam, nicht schnell –, der zwischen Stadtgewühl und Wochenendfahrt für alles gerüstet ist.
Der Motor für alle: Den 1.4 TSI mit 122 Turbo-PS gibt es ab 20.675 Euro. Er bringt den Golf sparsam und zügig voran. Noch mehr Fahrspaß garantiert die per Turbo und Kompressor aufgeladene Variante des 1.4 TSI, bei der 160 PS ab 22.200 Euro zu haben sind.
Und noch ein Benziner – zumindest ein bisschen: Der Golf VI BiFuel basiert auf dem 1.6er, tankt Flüssiggas und leistet damit 98 PS. Trotz des relativ hohen Grundpreises von 21.150 Euro ist er auf lange Sicht eine lohnenswerte Anschaffung für Pendler.
Alle Diesel haben zwei Liter Hubraum, Common-Rail und Turbolader. Das Leistungsspektrum reicht von 110 PS (ab 20.625 Euro) bis 140 PS (ab 24.100 Euro). Auch der Allrad-Golf 4Motion (ab 25.750 Euro) setzt auf den starken Diesel.
Sämtliche Motoren sind serienmäßig mit einem manuellen Schaltgetriebe gekoppelt. Ob sechs oder fünf Gänge, alle Getriebe schalten butterweich und knackig. Ideal für Sparer ohne großen Komfortanspruch.
Das Sechsgang-DSG ist ausschließlich für die TDI-Motoren zu haben. Wegen des hohen Drehmoments laufen die Kupplungen im Öl, das kostet Sprit. Eine Sache für komfortorientierte Vielfahrer.
Das Siebengang-DSG ist die verfeinerte Variante des Direktschaltgetriebes – mit Trockenkupplung. Es läuft leichter, sogar sparsamer als ein Schalter. Das erfreut Sportfahrer und Rechner.
Trendline heißt bei VW das Kassenmodell. Bis auf das glatte Lenkrad ist die Basis gar nicht so übel. Klimaanlage, Bordcomputer mit wichtigen Funktionen zum Verbrauch und Fensterheber vorne stecken drin im preisgünstigsten Golf, ...
... dennoch ist die nächsthöhere Linie Comfortline (plus 1500 Euro) die bessere Wahl. Man bekommt einen Schuss Luxus (unter anderem Radio und Einparkhilfe), eine Menge praktischer Dinge wie Ablagen und Fächer sowie ...
... nochmals bessere Sitze, die mit Lendenwirbelstütze und optimaler Seitenführung verwöhnen. Soll das gesamte Gestühl ...
... in Leder ausgeführt sein, werden inklusive Sitzheizung und elektrischer Lendenwirbelstütze vorn 2125 Euro (Highline 1850 Euro) fällig – für die Basis gibt es dieses optisch sehr ansprechende aber letztlich überflüssige und teure Extra nicht.
Die automatische Einparkfunktion (623 Euro für Trendline, sonst 103 Euro) braucht ebenfalls keiner. Kleine Lücken verweigert sie ohnehin, große trifft jeder selbst.
Absolut verzichtbar: Anders als der Tiguan hat der Golf VI das adaptive Fahrwerk DDC (925 Euro) absolut nicht nötig, ...
... das Standard-Fahrwerk zeigt sich immer souverän und ausgewogen.
Jeder Golf kommt mit einfacher Climatic – und kein Mensch braucht wirklich mehr, aber ...
... die Zweizonen-Klimaautomatik für Verwöhnte könnte durchaus eine Überlegung wert sein. Sie kostet 340 Euro extra, ist in der Ausstattungslinie Highline Serie.
Sitzhöhenverstellung Beifahrerseite – kann man ordern, muss man aber nicht: Der bequeme Sessellift für den Copiloten gehört ab Comfortline zur Serie, beim Basis-Golf steckt er im Ablagenpaket (195 Euro).
Luxus, den man sich gern gönnt. RNS 510 (2575, ab Comfortline 2110 Euro) ist ein exzellenter Pfadfinder, die 30-GB-Festplatte bietet Lieblingsmusik nonstop. Wer zusätzlich ...
... 255 Euro für die Rückfahrkamera unter dem Markenemblem investiert, dem zeigt der Navimonitor beim Rangieren den Bereich hinterm Auto.
Das gehört unbedingt in den Golf VI: Die Schubladen unter den Vordersitzen und zwei Gepäcknetze im Kofferraum machen das Leben an Bord einfach einfacher, kosten ab Comfortline 103 Euro.
Seitenairbags und Gurtstraffer hinten: Wer Kinder, Kollegen oder Kameraden mitnimmt, sollte auf den Schutz in der zweiten Reihe nicht verzichten (330 Euro).
Das Sicherheitspaket: Alle Golf VI haben serienmäßig ESP und sieben Airbags inklusive Knieairbag auf der Beifahrerseite. So weit, so sicher, aber ...
... die Seitenairbags für die Fondpassagiere gibt es ausschließlich für den Fünftürer und nur im Paket.
Apropos Paket: Nicht alles, was es kombiniert zu kaufen gibt, muss auch günstig sein. Da es viele Komponenten nicht einzeln gibt, kann man einen Preisvorteil nur vermuten. Dennoch: Ablagen-, Licht- und Sicht-, Winter- oder Sportpaket können Sinn machen.
Beim Licht ist VW nicht unbedingt eine Leuchte: Adaptive Bi-Xenon-Scheinwerfer sind erst ab Sommer 2009 zu haben, ein einfaches, adaptives System mit Kurven- und Abbiegelicht bietet VW gar nicht an.
Serienmäßig ab Ausstattung Comfortline an Bord: Die Durchreiche mit integrierter Mittelarmlehne ...
... erhöht die Variabilität des Wolfsburger Kompakten erheblich. Ins Gepäckabteil passen zwischen 350 und 1305 Liter.
Elf Grundfarben in Metallic und Perleffekt liefert VW für den Golf, dazu kommen ...
... 27 Sonderfarbtöne zwischen 1595 Euro und 1980 Euro (im Konfigurator). Die einzige Farbe, die VW nicht extra berechnet, ...
... ist Candy-Weiß aus dem Uni-Programm. Gut, dass das gerade modern ist. Für sämtliche anderen "einfachen" Farben ...
... berechnet VW einen Aufpreis. Dieses "Tornadrot" kostet beispielsweise 128 Euro. Einfaches Schwarz gibt es für 220 Euro.
Gutes Rad muss nicht teuer sein: Dieses Stahlrad in 15 Zoll mit 195er-Reifen und Radvollblenden gibt es aufpreisfei für die Ausstattungslinie Trendline. Wer es am Basis-Golf ...
... etwas schicker mag, der kann zum Leichtmetallrad "Wellington" greifen. Mit 195er-Reifen kosten die 15-Zöller 425 Euro.
Hübsche Blender: Hinter den Plastikabdeckungen im Fünfspeichen-Design stecken 16 Zoll große Stahlfelgen mit Reifen im Format 205/55 R 16. Das ist das Serienschuhwerk des Comfortline-Golf.
Serienmäßig deutlich schicker unterwegs ist man mit der Ausstattung Highline: Die 17 Zoll großen Leichtmetallfelgen namens "Porto" tragen 225er Reifen.
Das preiswerteste Extra-Rad für die Highline-Ausstattung lässt sich VW mit 370 Euro im Paket bezahlen. Die 17-Zöller "Seattle" tragen Reifen im Format 225/45 R 17.
Das Top-Rad unter den 17-Zöllern ist "Siena" im Doppelspeichen-Design für 390 Euro im Paket.
Es geht noch größer beim Highline-Golf – und teurer: 805 Euro im Paket kostet das Leichtmetallrad "Vancouver" mit Reifen der Dimension 225/40 R 18.
Das Topmodell im Felgenprogramm für den Golf VI hört auf den Namen "Bilbao". Im Paket kosten die 18-Zöller für die Ausstattungslinie Highline 915 Euro.
AUTO BILD-Redakteur Jan Horn hat seinen perfekten Golf gefunden: Es ist der 1.4 TSI mit 122 PS in der Ausstattung Comfortline als Fünftürer mit Chrom im Grill und Seitenairbags hinten für 21.755 Euro.
Das Fazit: "Trotz unzähliger Wahlmöglichkeiten bei den Motorisierungen zählt für mich nur ein Kürzel: TSI. Der moderne Motor mit intelligenter Aufladung schafft den Spagat zwischen niedrigem Verbrauch und guten Fahrleistungen. Die Version Comfortline trifft den richtigen Mix aus Komfort, Funktionalität und Preis."
Natürlich wird auch der Golf VI wieder zu einer großen Familie ausgebaut: Spätestens im Juni 2009 erscheint der GTI, der es mit 210 PS aus einem Zweiliter-Turbo faustdick unter Haube hat.
Neuer Anblick für Hinterherfahrer: Die beiden Auspuff-Endrohre bollerten beim letzten GTI noch in direkter Nachbarschaft. Jetzt sitzen sie links und rechts außen.
Alu-Pedale, rote Ziernähte am unten abgeflachten Lederlenkrad, schwarzer Dachhimmel und knackige Sportsitze mit Karo-Dekors kennzeichnen den Innenraum des vorerst stärksten Golf.
Auch der Golf Plus bleibt weiterhin im Programm. Allerdings wird der Hochdach-Ableger ...
... bereits im März 2009 mittels Facelift an die Optik des Golf VI angepasst. Das Gleiche blüht im Spätsommer dem Golf Variant, der neben den optischen Retuschen auch auf die Technik der Limousine umgestellt wird.
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