Ausgerechnet an US-Präsident Obama fährt der Wandel gerade vorbei: Während die US-Regierung derzeit die staatliche Fahrzeugflotte auf Hybridmodelle umstellt, muss der Wandel-Prediger weiterhin mit konventioneller Technik fahren. Der Geheimdienst legte sein Veto gegen den Umstieg wegen Sicherheitsbedenken ein.
Hintergrund: Der
Cadillac DTS Presidental Limousine – das sicherste Auto der Welt – ist mit seinen rund acht Tonnen Gewicht zu schwer für den alternativen Antrieb. Mit ihm trat Obama am 20. Januar 2009 sein Amt an. Hersteller
GM knausert mit Informationen; unter Hinweis auf Sicherheitsbestimmungen.
Fest steht, dass die rollende Festung auf Basis des SUV Chevrolet Suburban aufbaut und mit allen erdenklichen Kommunikationsgeräten ausgerüstet wurde. Sandwich-Lagen aus Stahl, Keramik und Spezialschaumstoffen halten sogar Raketen auf. Das fällt natürlich ins Gewicht: Acht Tonnen soll das Obama-Mobil auf die Waage bringen.
Auf Haube und Türen prangt stolz das Wappen der Vereinigten Staaten, vorn flattern rechts das Sternenbanner, ...
... links der Präsidentenstander. Die beiden niedlichen Winkelemente kann man übrigens des nachts durch LED-Leuchten anstrahlen.
Strahlen kann auch GM, denn mit dem geschätzt zehn Millionen US-Dollar schweren Auftrag über insgesamt drei der Monster-Limos wurde eine 90 Jahre alte Tradition fortgeführt: Erstmals fuhr US-Präsident Woodrow Wilson in einem Caddy durch Boston. Er nahm damit an der Siegesparade nach dem Ersten Weltkrieg teil.
Im Dezember 2008 wurden erste Erlkönig-Fotos herumgereicht. Gut ist dabei die enorm solide Verglasung zu erkennen. Experten schätzen die Dicke auf rund 14 Zentimeter. Das ist mehr als doppelt so viel wie bei europäischen Staatskarossen.
Seitenscheiben: Die Glasfläche ist klein, damit Terroristen schlechter zielen können. Wegen der Glasdicke sind die Insassen kaum zu sehen.
Türen/Karosserie: Die Panzerung besteht aus Stahl, Keramik und Spezialschaumstoffen. Sie soll selbst einer Stinger-Rakete trotzen können.
Chassis: Das Fahrgestell stammt von einem 2500er Chevrolet-Suburban-Truck. Der Lkw-Unterbau muss sein: Der Wagen wiegt um die acht Tonnen.
Motor: Der V8-Block leistet normalerweise 600 PS. Im Notfall bringt Lachgas 400 zusätzliche Pferdestärken. Reichweite: knapp 115 Kilometer.
Reifen: 19,5 Zoll messen die Pneus. Sie sollen selbst Maschinengewehr-Salven standhalten und verfügen über extreme Notlaufeigenschaften.
Die Basis: Chevrolet Suburban. Der US-Truck bildet das Gerüst für die Staatslimousine Obamas. Sie soll härteste Tests bestanden haben.
Schon seit über 100 Jahren besteht ein sehr enges Verhältnis zwischen der
Marke Cadillac und dem mächtigsten Mann im Staate: So fuhrt der US-Präsident William Howard Taft 1907/08 einen Cadillac Modell G.
Das Foto von 1947 zeigt den US-Präsidenten Harry S. Truman mit einem der beiden Staats-Cadillacs, die nach den legendären Oceanlinern "Queen Mary" und "Queen Elizabeth" benannt waren.
Wir schreiben das Jahr 1982, der Kalte Krieg wird zusehends eisiger, die Schlachtrösser der US-Präsidenten fetter, und die Fahnen wachsen fleißig mit. Dieser üppig beflaggte Cadillac transportierte 1982 den US-Präsidenten Ronald Reagan.
Wirtschaftswachstum in Blech: Hier die Präsidentenlimousine von 1996 – ist die schon wieder um einige Zentimeter länger geworden?
Das Bush-Mobil hat ausgedient: Mit diesem Cadillac DTS wurde Obamas Vorgänger George W. Bush herumchauffiert. Das Auto des 44. US-Präsidenten ist eine Weiterentwicklung dieser Limousine.
Was für ein Auto, was für eine Pose! US-Präsident Dwight D. Eisenhower 1953 in seinem Cadillac Eldorado vor dem Kapitol in Washington. Von dem wunderschönen Convertible erhielt der Regierungschef eines der ersten.
Monica, hol' schon mal den Wagen: Mit diesem Cadillac von 1993 fuhr US-Präsident Bill Clinton.
Traumpaar im Traumauto: Ein geschlossener Cadillac Fleetwood 75 mit dem US-Präsidenten John F. Kennedy darin, um 1959. Wäre er vier Jahre später, am 22. November 1963, in dieser Limousine durch Dallas gefahren, hätte er das berühmte Attentat vielleicht überlebt. Doch die Kennedys fuhren in einem offenen Lincoln Continental – und saßen wie auf dem Präsentierteller.
Ehre den Verlierern: Der Vollständigkeit halber hier noch das Auto von Obamas Gegner John McCain von der Republikanischen Partei: ein
Cadillac CTS. Deutsche Politgrößen machen's übrigens ein paar Nummern kleiner. Das sind die
Dienstwagen der Politiker.
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