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Kia Carens im 150.000-Kilometer-Dauertest

Kia Carens 1.7  CRDi Spirit
Da Kia eine extralange Garantie gibt, haben wir den Dauertest des Carens auf die versprochenen 150.000 Kilometer verlängert. Schon im Zwischenbericht nach den üblichen 100.000 Kilometern hatte der Carens nur eine Drei plus erzielt. Wie ging es also weiter mit AUTO BILD und dem Koreaner?
Bild: Toni Bader / Werk
Kia Carens 1.7  CRDi Spirit
Klar, wer in unserer Hitliste ganz oben steht, wer mit dem Sportage den fast fehlerfreien Dauertest hingelegt hat, der weckt höchste Erwartungen. Doch schon nach 100.000 Kilometern waren beim Carens Parksensoren und ein Radlager defekt und einmal war Starthilfe nötig – von wegen Einser-Kandidat.
Bild: Toni Bader / Werk
Kia Carens 1.7  CRDi Spirit
Die zusätzlichen 50.000 Kilometer trat der Carens zudem sichtbar lädiert an. Zahlreiche Dienstreisen hatten da bereits ihre Spuren hinterlassen, hatten eine Sitzwange angescheuert, Dichtleisten eingerissen. Auch Rostansätze an den vorderen Crashboxen waren bereits sichtbar.
Bild: Toni Bader / Werk
Kia Carens 1.7  CRDi Spirit
An der grundsätzlichen Sympathie für den siebensitzigen Alleskönner hatte sich wenig geändert: "Der Carens erledigt alles, was man von ihm erwarten darf", notierte Redakteur Frank B. Meyer im Fahrtenbuch. "Er ist geräumig, leicht zu bedienen und variabel mit seinen schnell umgelegten Sitzen und der ebenen Ladefläche." Nichts, was dieser Kia mit seinen 1694 Liter Kofferraum im praktischen Format nicht packte.

Bild: Toni Bader / Werk
Kia Carens 1.7  CRDi Spirit
Nach vorne seitlich stehen aber die schrägen Dachsäulen im Sichtfeld, dafür entschädigen ein wenig die Außenspiegel im Format von Dumbo-Ohren. Aber warum piepten die Parkwarner sogar dann, wenn gar kein Hindernis im Weg stand? Zweimal mussten defekte Sensoren ausgetauscht werden – Eigenverschulden, so die Werkstatt. Also zahlte AUTO BILD!
Bild: Toni Bader / Werk
Kia Carens 1.7  CRDi Spirit
Womit wir bei den kleinen Ärgernissen im Alltag wären: Der Multimedia-Monitor leuchtet nachts zu hell, Touchpad und Navi reagieren träge. Dem Beifahrersitz fehlt eine Höhenverstellung, die Scheibenwischer heben bei schneller Fahrt ab. Und Volltanken wird zum Geduldsspiel: Die meisten Zapfpistolen schalten schon ab, wenn mit geduldigem Klicken noch bis zu 15 Liter in den Tank hineinpassen. Ein altes Leiden bei Kia und Hyundai.
Bild: Toni Bader
Kia Carens 1.7  CRDi Spirit
Im Winter wurden die Ledersitze trotz ihrer dreistufigen Heizung zu langsam warm. Ansonsten sorgte die kräftige Heizung aber zügig für muckelige Temperaturen.
Bild: Toni Bader / Werk
Kia Carens 1.7  CRDi Spirit
Sosehr der Carens von der Seite dem BMW 2er Active Tourer ähnelt, sowenig ist der Kia ein Dynamiker. Die Lenkung will entspannen statt anspornen, seine 17-Zoll-Räder sehen nur sportlich aus, ...
Bild: Toni Bader / Werk
Kia Carens 1.7  CRDi Spirit
... rumpeln und poltern dafür lautstark in Löcher hinein und laufen jeder Spurrille nach. Am besten machte sich das Reiseauto beim Kilometerfressen, ...
Bild: Toni Bader / Werk
Kia Carens 1.7  CRDi Spirit
... dann spielte auch der 1.7 CRDi in der 136-PS-Ausbaustufe den flotten, laufruhigen und sparsamen Begleiter.
Bild: Toni Bader / Werk
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In der Stadt dagegen nervte "das ausgeprägte Turboloch alter Schule: erst nichts, nichts, dann rums" (so Mitarbeiter Peter Michaely). Und das Start-Stopp-System bestrafte Hektiker, die an der Ampel zu flott einkuppeln, mit einem abgestorbenen Motor. Also immer schön langsam, schön ruhig.
Bild: Toni Bader / Werk
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Die Präzision der Schaltung ließ mit zunehmender Testdauer nach. Ab rund 120.000 Kilometern verlangte das Einlegen des zweiten Gangs schon einen ordentlichen Nach-Drrruck. Ursache? Außer etwas Spiel in der Schaltübertragung haben wir am Getriebe selbst sowie an der Kupplung nichts gefunden.
Bild: Toni Bader / Werk
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Dafür kam bei der Zerlegung nach 150.000 Kilometern ein gänzlich unerwartetes Problem ans Tageslicht: Rost im Heckklappenausschnitt. Rost! Bei einem Koreaner! Dunkle Flecken auf der weißen Weste der Qualitätsmeister. Wie konnte ...
Bild: Toni Bader / Werk
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... das passieren? "Oberflächlich", beteuert der Hersteller. Auch im AUTO BILD-Kummerkasten gibt es keine Leserklagen über Korrosion. Dabei war der Rostbefall am Testwagen so stark, dass er schon bei einer Zerlegung nach 100.000 Kilometern aufgefallen wäre.
Bild: Toni Bader / Werk
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Außer Rost am Heck offenbarten sich noch einige andere Schwachpunkte: blanke Stellen an der Karosserie, weil Radhausschalen scheuerten, oder den ölverschwitzten Ventildeckeln – da hatte ein O-Ring am Nockenwellensensor nicht dicht gehalten.
Bild: Toni Bader / Werk
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Gammel am Ventil: Im Bereich Abgasrückführung ist das Gestänge der Druckdose eines Bypassventils festgerottet.
Bild: Toni Bader / Werk
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Ärger am Kühler: Die untere Leiste des Wasserkühlers hängt durch. Wirkt, als würde er grinsen, dabei wird er instabil.
Bild: Toni Bader / Werk
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Entspannung im Motor: Die Vermessung der Zylinder bestätigt den optischen Eindruck. Der Kia hat keinen Verschleiß.
Bild: Toni Bader / Werk
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Was genau deckt Kias Sieben-Jahres-Versprechen nun ab? Verschleißteile sind ausgenommen. Bei den defekten Parksensoren entschied die Werkstatt: Unfallschaden. Wie gesagt: AUTO BILD zahlte. Voreilig, wie wir jetzt wissen, denn wir hätten auf Garantie bestehen müssen, ebenso beim defekten Radlager.
Bild: Toni Bader / Werk
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Es bleibt zu sagen: Bei einem Kia erwartet man vor allem Zuverlässigkeit – die der tolle Sportage und der cee'd ja auch nachgewiesen haben. Hier enttäuschte das Familienauto Carens.
Bild: Toni Bader / Werk
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Fazit: 150.000 Kilometer Garantie – was ist die wert? Die Technik des Carens ist grundsätzlich zuverlässig. Allerdings hatte der Van mehr Defekte als andere Kia-Dauertester zuvor, zudem wurden sie teilweise nicht von der Garantie abgedeckt. Überrascht hat uns der Rost an der Heckklappe. Ob die Modellpflege der Koreaner ausreicht, muss sich erst zeigen. Note: 3-
Bild: Toni Bader