Wer fünf sagt, muss auch drei sagen: Nach den Fünftürern im ersten Teil des großen Kleinwagen-Vergleichs unter dem Motto "Zehn für 10.000" nimmt AUTO BILD nun die Dreitürer der neuen Modeklasse unter die Lupe.
Der Frischste fährt vorne: Neben dem neuen Ford Ka und seinem technischen Bruder Fiat 500 treten VW Fox, Renault Twingo und Citroën C1 an, um den König der Kleinen zu finden. Gibt das Foto auch die Reihenfolge am Ende wieder?
Mit 260 Punkten landet der Citroën C1 auf dem fünften Platz. Ein Verlierer ist er aber nicht: Das spartanisch ausgestattete Sparmobil verbraucht wenig und gibt sich äußerst agil.
Der heiser knurrende, entfernt nach Porsche-Boxer klingende Dreizylinder ist mit seinen 68 PS und 93 Nm Drehmoment ein temperamentvoller Motor, der ausgesprochen gierig am Gas hängt und den 840 Kilo leichten C1 energisch vorantreibt.
Da kann die Konkurrenz nicht mithalten: In 12,8 Sekunden stürmt der C1 aus dem Stand auf Tempo 100. 157 km/h Spitze reichen für einen Platz im Test-Mittelfeld.
Das sportlich-straff ausgelegte Fahrwerk geht jedes Tempo mit. Keine Frage, fahrdynamisch ist der kleine Franzose in diesem Vergleich die ganz große Nummer.
Der Zwang zum Sparen ist beim Basis-C1 offensichtlich: Innen gibt es viel lackiertes Blech und Hartplastik, an den Türen Dichtungen der einfachsten Sorte. Die Instrumente informieren nur über das Nötigste. Servolenkung, ESP und Kopfairbags kosten extra, Zentralverriegelung gibt es nicht.
Bequemer, als sie aussehen: Die dünn gepolsterten Sitze ermöglichen eine entspannte Haltung. Auf den hinteren Plätzen fühlen sich allerdings nur Kinder wirklich wohl.
Der 3,44 Meter kurze Straßenfloh geizt auch im Kofferraum mit Platz: 139 bis 712 Liter passen in das Gepäckabteil, das nur über die hochklappende Scheibe zu beladen ist. Schon für einen mittleren Wocheneinkauf muss die einteilige Rückbank umgeklappt werden.
Für einen C1 1.0 in der Ausstattung Advance werden inklusive Servolenkung 9780 Euro fällig. Positiv: Der Citroën spart am Ende nur dort, wo es den Fahrspaß nicht beeinträchtigt.
Ein kleiner Charmeur mit 270 Punkten auf dem vierten Platz: Der geräumige und komfortable Renault Twingo pflegt ein paar sympathische Eigenheiten.
Angetrieben wird der Twingo von einem 1,2-Liter-Motor mit 58 PS und 93 Nm Drehmoment. Der brave Vierzylinder läuft bis zu mittleren Drehzahlen unauffällig und leise, dröhnt bei hohen Touren aber kräftig, und ...
... er reißt wirklich keine Bäume aus: Für den Sprint auf Tempo 100 braucht der Renault stolze 16,7 Sekunden, maximal sind 150 km/h drin. Langsamer ist nur noch der VW.
Sportliche Ambitionen hegt der Renault nicht: Er ist betont weich abgestimmt, fährt sich mit seiner teigigen und gefühllosen Lenkung bedächtiger und nicht so agil wie die anderen.
Französische Spezialitäten: hakenförmige, flache Türgriffe, die Hupe im Blinkerhebel, einen bei direkter Sonneneinstrahlung schlecht ablesbaren Digitaltacho in der Mitte des Cockpits und manches mehr. Typisch Renault. Aber ehrlich, wir mögen das.
Die Sitze sind weich gepolstert und insgesamt bequem. Allerdings ist die Auflage zu kurz.
Vergleichsweise großzügig: Der Kofferraum des Twingo schluckt zwischen 230 und 951 Liter – da schafft nur der Fox noch etwas mehr.
Dickes Minus: Für die Basisversion ist ein ESP nicht zu haben. Das sollte sich noch ändern, ...
... dann wäre der 9690 Euro teure Twingo eine französische Spezialität, deren Genuss man vorbehaltlos empfehlen könnte.
Kommen wir nun zum geteilten zweiten Platz: Mit 272 Punkten landet dort der Fiat 500. Er betört mit Retro-Formen, ist aber technisch auf der Höhe der Zeit.
Der aufgeweckte Basismotor gefällt: Mit seinen 69 PS und 102 Nm Drehmoment hängt er gut am Gas und schafft als einziger Motor im Vergleich Euro 5. Trotz des sehr lang übersetzten fünften Gangs ist er ...
... sogar auf der Autobahn mit maximal 160 Sachen nicht überfordert – schneller ist kein Konkurrent in diesem Vergleich. Den Sprint auf Tempo 100 erledigt der Fiat in 13,1 Sekunden.
Wenig angenehm: das lästige Stuckern bei hohen Geschwindigkeiten, wenn Querfugen die Vorderachse zu Schwingungen anregen. Die komfortable Federung der Hinterachse könnte mehr Dämpfung vertragen.
Der 500er sieht innen schnuckelig aus – so viel Charme hat kein Zweiter. Aber der kleine Italiener ist eng: Auf der Rückbank müssen bereits Teenager den Kopf einziehen, ...
... vorn fällt die Kopffreiheit wegen der hohen Sitzposition ebenfalls knapp aus. Große müssen sich hier zusammenkauern, was auf Dauer anstrengt.
Beim Maximalvolumen ist der Fiat-Kofferraum mit 610 Litern der kleinste. Auch 185 Liter Mindestvolumen sind alles andere als üppig.
Den 500 1.2 in der Ausstattung Pop lässt sich Fiat mit glatten 11.000 Euro bezahlen – immerhin schon zehn Prozent oberhalb der 10.000-Euro-Marke. In Sachen Wiederverkaufswert ist der Italiener dafür nahezu unschlagbar.
Der zweite Zweitplatzierte mit 272 Punkten ist der Ford Ka. Der kleine Kölner ist der Zwillingsbruder des Fiat 500. Er sieht flott aus – und fährt auch so.
Wer es eilig hat, wird vom munteren 1,2-Liter-Benziner nicht enttäuscht. Der kräftig tönende Zweiventiler des Ka mobilisiert 69 PS und 102 Nm Drehmoment.
Auf Augenhöhe mit dem Fiat: Der Ford spurtet in 13,2 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht maximal 159 km/h.
Der Ka fährt dank strafferer Abstimmung und überarbeiteter Lenkung etwas knackiger und präziser als der Fiat 500, Schlaglöcher kommen dafür schon mal trocken durch. Das unangenehme Stuckern auf rasch folgenden Autobahn-Querfugen konnten die Ford-Techniker nur mildern, nicht jedoch eliminieren.
Wuchtiger, aber übersichtlicher: Das Cockpit unterscheidet sich vom Fiat, der hoch liegende Schaltknüppel zeigt die gemeinsame Basis.
Beim Ford Ka sind die Sitze straffer und besser konturiert als beim Fiat, außerdem sitzt man etwas tiefer.
Einer der größten Unterschiede zwischen 500 und Ka wird beim Kofferraum deutlich: Mit 224 bis 710 Liter hat der Ford erheblich mehr Fassungsvermögen und ...
... macht sich beim Preis trotzdem schön klein: Mit einem Grundpreis von 9750 Euro ist der Ka 1.2 Trend das zweitgünstigste Auto des Vergleichs.
Der erste Platz mit 288 Punkten geht nach Wolfsburg. Der VW Fox sieht zwar aus, als wäre er fürs Gewerbe gebaut, innere Werte machen ihn aber zum Sieger dieses Kleinwagen-Vergleichs.
Unter der Haube des Fox arbeitet der gleiche Motor wie im Skoda Fabia, der 1,2-Liter tritt hier allerdings mit 55 PS und 108 Nm Drehmoment an. Aber was heißt schon antreten, ...
... der Fox ist mit dem gedämpft kernigen Dreizylinder nur gemächlich unterwegs und im Vergleich deutlich der Langsamste. Bis er Tempo 100 erreicht, vergehen 17,9 Sekunden, maximal sind 148 km/h drin.
VW hat dem Fox ein fein abgestimmtes Fahrwerk mit ausgewogener Federung und einem souveränen, sicheren Fahrverhalten spendiert. Auch die vergleichsweise gefühlvolle (Servo-)Lenkung und die leichtgängige Schaltung gehören zu den besten des Testfeldes.
Das spartanische Fox-Cockpit kommt mit vielen groben Kunststoffen und wirkt etwas freudlos gemacht. Der Fahrer wird über ein Rundinstrument mit großem Tacho und winzigem Drehzahlmesser informiert. Die Bedienung ist natürlich VW-typisch problemlos.
So große und straff gepolsterte Sitze haben in diesem Vergleich nicht viele. Die aufrechte Position ist angenehm.
Der VW hat vorn und mehr noch hinten bemerkenswert viel Platz und dazu auch den größten Kofferraum, der zwischen 260 und 1016 Liter fasst. Für den geräumigen Fond empfehlen wir noch die verschiebbare Rückbank für 99 Euro.
Einen VW Fox 1.2 gibt es inklusive Servolenkung ab 10.220 Euro. Der Testsieger ist damit das zweitteuerste Auto in diesem Vergleich.
Das Fazit: "VW steht wieder einmal auf dem Treppchen, sogar mit dem betagten Fox. Ja, ja, wieder die VW-Brille. Stimmt einfach nicht! Der Fox bietet eben bei den Dreitürern am meisten Auto fürs Geld. Er ist mit Abstand ...
... am geräumigsten und komfortabelsten. Auf Platz zwei landen die Zwillinge Ford Ka und Fiat 500. Von Geburtsort und Technik zwar enge Verwandte, zeigen sie aber unterschiedliche Stärken: Der modern gezeichnete Ford fährt sich sportlich-spaßiger, der Fiat im Retro-Schick zieht mit besserer Ausstattung gleich. Noch erstaunlicher ist sein hoher Wiederverkaufswert.
Knapp dahinter: der komfortable Renault Twingo. Ein ausgewogenes Auto, dem jedoch die Dynamik des Citroën fehlt. Trotzdem landet der sparsame C1 nur auf dem letzten Platz. Kofferraum und enger Fond reichen nicht für einen besseren."
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