Wir wollen hier rein! Lada und Dacia (r.) suchen ihre Chance im Westen mit einfacher Technik und extrem günstigen Preisen.
Der Preis ist es, der Kalina und Logan für uns interessant macht. Beispiel Kalina (links): Für gerade mal 7990 Euro gibt es eine Menge Auto. Das viertürige Stufenheckmodell ...
... kommt mit zwei Airbags, Servolenkung, Zentralverriegelung und elektrischen Fensterhebern. Aber ohne ABS oder ESP. Letzteres ...
... bietet auch der Logan nicht. Für 7200 Euro gibt es aber wenigstens ABS – und vier Türen, Stufenheck, Frontantrieb, zwei Airbags. Servolenkung, elektrische Fensterheber und Zentralverriegelung ...
... sind für die Basis nicht lieferbar. Trotzdem kommt der Dacia (im Gegensatz zu Lada-Modellen) bei uns in Deutschland recht gut an: 4250-mal wurde er 2006 bereits zugelassen.
Ein erster Blick in den Lada überrascht: Das Design ist freundlich, um eine eigene Linie bemüht. Funktionell gibt es wenig Probleme, es stören aber winzige Huptasten ...
... und fummelige Türöffner. Unschön ist auch die sehr nachlässige Verarbeitung.
Klapprig: Zwar fahren die Fenster elektrisch auf und nieder, die Schalter ...
... wirken aber insgesamt billig und wackelig. Nicht zu vergessen auch der Muffelgeruch: Im Cockpit riecht es wie im Labor des Chemiekombinats Roter Oktober.
Schlicht und einfach: die Instrumente. Die 8,7 Liter Verbrauch sind übrigens recht hoch gegriffen – im Test verbrauchte der Kalina genau wie der Dacia im Schnitt 7,2 Liter.
Schöner Schein: Die Sitze sehen nett aus, sind aber viel zu weich gepolstert, und im Fond ...
... fehlen sogar die Kopfstützen. Gefährlich!
Immerhin: Ein Verbandskasten ist an Bord. Wenn auch das Drumherum nicht so Vertrauen erweckend aussieht.
Der Kofferraum fasst zwar nur 400 Liter, dafür lassen sich Bank und Lehne aber geteilt klappen. Der gesamte Laderaum ist voll verkleidet, und der Deckel ...
... klappt dank aufwendiger Scharniere leicht auf und zu.
Verarbeitung zwischen Genie und Wahnsinn: Der Motorraum ist blitzsauber gekapselt – da hat Frost keine Chance. Und im Cockpit ...
... sind die Sicherungen perfekt zugänglich untergebracht. Aber wie lange hält wohl der an den Leitungen hängende Lichtschalter?
Inakzeptabel: Der Lada schlingert und torkelt um die Kurven, als hätte er zu viel Wodka getankt. Die Servolenkung ...
... arbeitet erschreckend indirekt, die Lenkräder jeder Spielekonsole vermitteln deutlich mehr Fahrbahnkontakt. Kriminell wird es beim Bremsen: Der Kalina ...
... steht aus Tempo 100 erst nach 59,4 Metern! Das ist automobile Steinzeit und lebensgefährlich.
Bitte draußen bleiben: Rote Karte für den Kalina. So gehört der Lada nicht auf unsere Straßen – sondern schnellstens zurück ins Werk.
Auch der Dacia bekleckert sich in Sachen Bremsen nicht mit Ruhm: 41,4 Meter sind auch zu viel, nehmen sich in diesem Vergleich aber gar nicht so schlecht aus. Auch das Fahrverhalten ...
... des behäbigen Dacia ist (vergleichsweise) annehmbar: Er liegt sicherer und ruhiger als der Lada. Und die Lenkung ist zwar extrem schwergängig, aber relativ zielgenau.
Der Basis-Logan hat einen 1,4-Liter-Vierzylinder mit 75 PS unter der Haube, der in diesem Vergleich die bessere Wahl ist. Er läuft ruhiger, leiser und drehfreudiger als der 1,6-Liter im Lada (81 PS).
Der Billig-Renault ist der flottere Renner: Er sprintet in 13,8 Sekunden auf Tempo 100, der Russe braucht sechs Zehntel länger. Die Spitzengeschwindigkeiten: Dacia 162 km/h, Lada 165 km/h.
Die Sicherungen sind auch im Logan gut zugänglich.
Nackte Basis: Immerhin ist die günstige Schüssel mit Drehzahlmesser und zwei Airbags ausgerüstet – der für den Beifahrer ...
... ist sogar abschaltbar. Servolenkung und E-Fenster gibt's aber nicht.
Für gemütliche Fahrten: Die Sitze sind zwar eine Spur komfortabler als im Lada, aber immer noch zu weich.
Der Kofferraum fällt mit 510 Litern riesig aus, allerdings gibt es keine klappbare Lehne. Außerdem stören ...
... viel nacktes Blech und gefährlich scharfe Kanten.
Wer (be-)greift das? Die versenkten Türgriffe außen sind zu klein, lassen sich schlecht fassen.
Auch wenn er jetzt Chevrolet heißt: Der Matiz ist ein Koreaner, kein Ami. Er kostet mit 52 PS ab 8190 Euro.
Der C1 ist mit 8750 Euro der Günstigste aus dem Trio mit 107 und Aygo. Der Japaner ...
... kostet mit Einliter-Motor (68 PS) ab 8950 Euro, der Peugeot liegt mit 9250 Euro über der 9000-Euro-Grenze.
Daihatsu Cuore: flinker, zuverlässiger Japaner, 58 PS, ab 7995 Euro.
Fiat Panda: schicker Italiener aus Polen, 54 PS, ab 8890 Euro. Der kleine zweitürige Bruder Seicento 1.1 (55 PS) gehört mit 6950 Euro ebenfalls zu den günstigsten Autos.
Der Ka wird bald zehn Jahre alt, besitzt aber dennoch ein gutes Fahrwerk. Mit 1,3-Liter-Motor, 60 PS, ab 7990 Euro.
Fast ein Van, dieser kleine Koreaner. 63 PS, ab 8890 Euro.
Mit 65 PS ab 8900 Euro zu haben: der Picanto, ein ansehnlicher Koreaner mit eigenem Stil.
Noch ein antiquierter Russe mit Stufenheck: der Lada 110. 1,6 Liter, 81 PS, ab 8450 Euro.
Der neue, dritte Clio ist bereits seit einiger Zeit auf dem Markt, doch der Vorgänger wird als "Campus" weiter angeboten. 60 PS, ab 8950 Euro.
Mit alten Besen kehrt es sich am besten? Der Twingo ist seit 13 Jahren praktisch unverändert auf dem Markt. Das Erfolgsmodell kostet mit 58 PS ab 8950 Euro.
Falscher Eindruck: Der Logan (r.) hat in der Wertung eindeutig die Nase vorn.
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