Der
Dacia Duster stellt sich zum Vergleich mit peisgünstigen Alleskönnern von
Suzuki und
Lada. Wo reiht er sich ein?
Erste Unterschiede schon beim Zugang zum Laderaum: Beim
Jimny ist der über eine nach rechts schwenkende Hecktür möglich, an der auch das Reserverad montiert ist; die anderen Kandidaten verfügen über konventionelle Kombi-Heckklappen.
Behutsame Neuerung für 2010 beim
Lada Niva: Wer das Foto genau betrachtet, erkennt die größeren Blinker.
Gute 215 Millimeter Achsverschränkung bei kurzem Radstand – der 1976 vorgestellte
Lada ist eben ein echter Geländewagen.
Der Niva punktet mit vier vollwertigen Sitzplätzen. Er ist herrlich übersichtlich, mit ordentlicher Bodenfreiheit, großer Watttiefe und knappen Überhängen gesegnet.
Trotz Magerausstattung ist der
Lada mit 1246 Kilo überraschend schwer. Dazu kommen hoher Verbrauch, mäßige Fahrleistungen, hoher Geräuschpegel und niedriger Sicherheitsstandard.
Unter der Haube, in direkter Nachbarschaft zum 82 PS starken und 1,7 Liter fassenden Vierzylinder, findet sich ein vollwertiges Ersatzrad.
Nicht berauschend: Schweißtreibende, tief montierte Sitze, streng riechender Kunststoff.
Im Niva wird noch richtig gearbeitet: Zwei Zusatzhebel für Zentralsperre und Untersetzung.
Der Russe hat im Fond deutlich mehr Platz als der noch kleinere Suzuki Jimny.
Noch eine Neuerung des aktuellen Modelljahres: Die nun einfacher umzuklappende Rücksitzbank. Weitere Pluspunkte: unschlagbarer Preis (10.990 Euro), sehr niedrige Versicherungskosten und die höchste Anhängelast (max. 1900 kg) im Vergleich. Aber auch das bewahrt den Lada nicht vor Platz vier (410 Punkte) in diesem Vergleich.
Der
Suzuki Jimny ist der Nachfolger des legendären Samurai. Modernisiert wurden 1,3 Liter kleine Motor sowie 2005 der Innenraum. Sein geringes Leergewicht von 1090 Kilo entlasten den 86 PS starken Motor für gute Beschleunigung (0 auf 100 km/h in 14,4 Sekunden).
Der Jimny verfügt über einen dürftigen Federungskomfort und eine miserable Bremsleistung (kalt 47,6 m/warm 49 m).
Vorsicht ist geboten: Schmale Spur, gut haftende Reifen, kein ESP – das birgt Kippgefahr bei ruckartigen Ausweich- und Lenkmanövern.
Ordentliche 215 Millimeter verschränkt der
Jimny im Gelände.
Wie der
Lada hat auch der Jimny ein flexibles Fahrwerk mit Geländewagen-typischer Achsverschränkung, aber deutlich weniger Watttiefe.
Der 86 PS stake 1.3-
Suzuki-Motor braucht wie gewohnt Drehzahl.
Ein hauch von Luxus: Fensterheber, zentrale Türverriegelung, alles serienmäßig.
Allradantrieb und Geländereduktion (4WD-L) werden elektrisch aktiviert.
Erwachsene können hinten nur dann sitzen, wenn der Vordermann Platz lässt.
Nicht ganz praktisch: erst Kopfstützen raus, dann umklappen. Unterm Strich reicht es für den Jimny (14.600 Euro) zu Platz drei (419 Punkte).
Der Newcomer
Dacia Duster (13.700 Euro) übernimmt zahlreiche Baugruppen von den Dacia-Pkw. Er ist im Vergleich mit Lada Niva, Suzuki Jimny und Suzuki SX4 ...
... das längste, breiteste und schwerste Auto, bleibt aber mit einer Länge von 4,32 Metern 13 Zentimeter kürzer als beispielsweise ein
VW Tiguan.
Die Bodenfreiheit gefällt, der Federungskomfort ist angenehm und die Karosserieüberhänge sind schön kurz.
Der Duster fährt sich zumindest auf trockener Straße gutmütig und trotz eines fehlenden ESP frei von Tücken. Die nach hinten hochgezogene Fensterlinie kostet etwas Übersichtlichkeit. Beim Rückwärtsrangieren nicht hilfreich.
Für ein SUV mit Einzelradaufhängung rundum verschränkt er einigermaßen. Wir messen 160 Millimeter. Die Bodenfreiheit liegt bei für diese Klasse erstaunlichen 205 Millimeter.
Der 105 PS starke 1.6-Benziner kommt von
Renault, wahlweise gibt es einen 1.5-Diesel. Die Fahrleistungen sind ausreichend, die Bremsen nur mäßig (kalt 43,7 m/warm 43,9 m).
Alt-französisch ist nur die Hupe im Blinkerhebel, sonst findet man alles auf Anhieb.Die Grundausstattung ist spartanisch, ESP nur für den Top-Diesel lieferbar.
Allrad von
Nissan: Der 2WD-Modus bringt leider keine Verbrauchseinsparung.
Der Knieraum im Duster reicht gerade aus, dafür kann man auf der weich gepolsterten Bank auch in der Mitte bequem sitzen.
Die 1,68 Meter lange Ladefläche steigt nach vorn leicht an. Der neue Dacia Duster landet in diesem Vergleich auf Platz zwei (452 Punkte). Damit ist klar ...
... dass der
Suzuki SX4 (18.100 Euro) den Sieg mit 479 Punkten nach Hause fährt. Der Japaner fühlt sich in Kurven überraschend vertrauenerweckend an.
Für 2010 gab es ein Facelift mit neuen Motoren. Der von uns gefahrene Benziner leistet 120 PS.
Der
SX4 ist der niedrigste Wagen im Vergleich. Das bringt im Verein mit dem kräftigen Motor die beste Fahrleistung.
Der
SX4 hat Probleme im Gelände: knappe Bodenfreiheit sehr lange Nase, tiefer Bauch.
Nur 140 Millimeter Verschränkung: Der SX4 braucht zum Fortkommen bei abhebenden Rädern deshalb seine Schlupfregelung – aber immerhin hat er eine!
Toller Antrieb: Der 1.6-
Suzuki ist der Leiseste, Kräftigste und Sparsamste im Vergleich.
Klimaanlage, Radio, Bordrechner und Höheneinstellungen sind serienmäßig. Ein Wippschalter bedient den Allrad. Die 2WD-Funktion bringt wie im Duster nichts, aber die Sperre.
Hinten sitzt man recht gut, ähnlich wie im
Dacia. Und auch in der Mitte ist ausreichend Platz.
Wermutstropfen: Hinter der Rückbank bietet der Suzuki kaum Kofferaum.
Der neue
Dacia verfehlt den Sieg. Er ist zwar preiswert, geräumig und sogar geländetauglich, gerät aber durch Bremsen, Motor und Versicherung ins Hintertreffen. Genau hier überholt der
Suzuki SX4, der zum höheren Preis mehr Sicherheit bietet.
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