Schöner kann man frische Luft nicht genießen! Der
Lamborghini Aventador LP-700-4 Roadster bringt die gleichen berauschenden Attribute mit wie sein geschlossenes Pendant: 12-Zylinder, 700 PS, 350 km/h Höchstgeschwindigkeit. Ein sexy Accessoire aber trägt nur er. Nämlich ein zweigeteiltes Carbonfaser-Hardtop. Und wie so oft bei neckischem Beiwerk: So richtig spannend wird es, ...
... wenn die Hüllen fallen. Das ist in diesem Fall ganz einfach. Die beiden Elemente des Hardtops sind abnehmbar und lassen sich mit wenigen Handgriffen im Gepäckfach verstauen. Anwenderfreundlich: Jedes Dachteil wiegt weniger als sechs Kilo.
Für den 357.000 Euro teuren Roadster-Traum musste die hintere Dachsäule des Aventador neu gestaltet werden Sie nimmt nun die abnehmbaren Dachelemente bei geschlossenem Dach auf, bietet einen integrierten automatischen Überrollschut und sorgt für die optimale Belüftung des Monster-Aggregats, das die offene Flunder in glatten drei Sekunden auf Tempo 100 prügelt.
Wie intensiv darf das Frischlufterlebnis sein? Die Passagiere haben die Wahl.
Denn mit der elektrisch versenkbaren Heckscheibe lässt sich nicht nur die Luftströmung im Fahrzeug beeinflussen, sondern auch das Sounderlebnis der zwölf Zylinder steuern. Der Windabweiser auf dem Frontscheibenrahmen sorgt nahezu für Windstille im Auto. Soll die Umwelt etwas unmittelbarer einwirken, kann er ebenfalls im Gepäckraum verstaut werden. Man darf gespannt sein, ...
... auf den ersten Test des Roadsters. Der geschlossene Bruder absolvierte ihn jedenfalls überaus souverän: Über zwei Meter breit und nicht mal 1,20 hoch – der
Lamborghini Aventador LP 700-4 zeigt starke Präsenz. Spielerischer, unkritischer – und schneller – war noch kein V12-Lambo zu bewegen. Der niedrigere Schwerpunkt und das betont straffe und sehr fein austarierte Fahrwerk eröffnen eine neue Dimension der Agilität.
Der automatisch ausfahrende Heckspoiler kennt zwei Stellungen: vier Grad Neigung für Topspeed und elf Grad für bestes Handling und optimalen Anpressdruck bei mittleren Geschwindigkeiten.
Es gibt ein paar Dinge im Umgang mit einem
Lamborghini Aventador, die man nie mehr vergisst. Das morgendliche Angebrülltwerden beim Kaltstart etwa, bei dem man unweigerlich den Kopf einzieht, nachdem man den wie bei einem Kampfjet unter einer roten Klappe verborgenen Startknopf gedrückt hat.
Das Gefühl, beim Schnellfahren in einem ganz anderen Tempo-Universum unterwegs zu sein als alle anderen. Oder die kurzen und heftigen Schläge bei den Schaltvorgängen, wenn die Launch-Control und das ultraschnelle sequenzielle Siebenganggetriebe im Corsa-Modus den 700-PS-Italiener in äußerst kurzweiligen 8,9 Sekunden auf 200 km/h prügeln.
Kein anderer Seriensportler beherrscht den viel bemühten "Tritt ins Kreuz" effektvoller und dramatischer. Beeindruckend, aber das erwartet man auch von einem
Lamborghini: extreme Emotionen, einen extremen Auftritt und das Gefühl, mit einem Fahrzeug unterwegs zu sein, das Maßstäbe zu verschieben scheint.
Das ist der Kern der Marke, und den stellt Lamborghini auch mit dem
Aventador LP 700-4 wieder mal prächtig zur Schau. Doch die Erwartungen sind höher, schließlich wartet der Aventador fahrwerksseitig mit Renntechnik (Doppelquerlenker, liegende, über Pushrods betätigte Dämpfer) auf und setzt auf ein hochfestes und leichtes Chassis aus Kohlefaser.
Dass der Testwagen 1807 Kilo auf die Waage bringt, ist der luxuriösen Ausstattung geschuldet. Längsdynamisch katapultiert sich der
Aventador mit dem neuentwickelten Motor in eine eigene Liga.
Das 700 PS starke Trumm, flacher, leichter und tiefer liegend als der Vorgänger, kennt in keinem Drehzahlbereich auch nur den Ansatz von Gnade und tönt unter Volllast wie ein zwölfstimmiger Bläsersatz, den man durch einen Verzerrer gejagt hat. Bei jedem blitzschnellen Schaltvorgang mit den ...
... nicht gerade handschmeichlerisch geformten Schaltwippen scheint der Lambo im Corsa-Modus einen Satz nach vorn zu machen. Das ist
Lamborghini in Bestform, hart und rau. Trotzdem erfreulich, dass auch bei langsamer Fahrt im Strada-Modus die Nickpausen nicht zu ausgeprägt sind. Die Vorzüge des
Aventador werden auf der ...
... Rennstrecke schnell deutlich: Die Vorderachse neigt auch wegen der perfekt auf den Lambo abgestimmten Pirelli P Zero Corsa weniger zum Untersteuern, das im Grenzbereich nicht unkritische Heckverhalten des Vorgängers kennt der Aventador nicht mehr dank einer sehr stabil geführten und sehr neutralen Hinterachse, ...
... auch das Überfahren der Kerbs meistert er sehr viel geschmeidiger. Die unglaublich bissige (Keramik-)Bremse mit konstantem Bremsdruck/-gefühl und dem völligen Fehlen von Fading führt schnell dazu, vertrauensvoll die Bremspunkte immer weiter nach vorn zu verlegen.
Wie erwartet zeigen die extrem harten Schaltvorgänge im Corsa-Modus auf der Rennstrecke ihre Schattenseite, da die Schläge bis ins Lenkrad durchdringen und hier für Unruhe sorgen. Dagegen hilft ein kurzes Gaslupfen während des Schaltvorgangs, was aber nicht ganz Sinn der Sache sein kann. Dagegen könnte das Zurückschalten einen Tick schneller geschehen.
Spielerischer, unkritischer – und schneller – war noch kein V12-Lambo zu bewegen. Der niedrigere Schwerpunkt und das betont straffe und sehr fein austarierte Fahrwerk eröffnen eine neue Dimension der Agilität.
Der neue 700 PS starke V12 des
Aventador erschließt längsdynamisch unbekannte Dimensionen.
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