Karmann ist mehr als hundert Jahre alt – und insolvent. Am 22. Juni 2009 endete die Fahrzeugproduktion beim Cabrio-Spezialisten. Als letztes Auto rollte ein Mercedes CLK Cabrio vom Band. An ruhmreicher Vergangenheit mangelt es nicht: Klicken Sie sich auf den nächsten Bildern ...
... durch die schönsten Karmann-Klassiker von 1901 bis heute! Zum Beispiel der hier: Ein Spyker C8 Roadster von 2002.
Nissan Micra CC, 2005: Für das Nissan Micra Cabrio fertigt Karmann Karosseriemodule.
Chrysler Crossfire Roadster, 2003
Karmann SUC, Studie 2005
Karmann SUC, Studie 2005
Chrysler Crossfire Coupé, 2003
Renault Mégane CC, 2004
Renault Mégane CC, 2004
Audi A4 Cabrio, 2006
Hyundai CCS (Studie, 2003)
Mercedes CLK Cabrio (A209), 2003
Mercedes CLK Cabrio, 2003
Chrysler Sebring Cabrio (Studie, 2001)
Seit April 2000 wird ein Teil der sonst im Werk Bremen gebauten CLK-Coupés in Osnabrück zusammen mit dem CLK Cabriolet gefertigt. Insgesamt laufen bis Mai 2002 insgesamt 28.706 Einheiten dieser Baureihe bei Karmann vom Band.
Im März 2001 präsentiert Karmann auf dem Automobil-Salon in Genf die Mercedes DCC Stilstudie. Basisfahrzeug ist das im Herbst 2000 in Paris vorgestellte C-Klasse-Sportcoupé von Mercedes-Benz, aus dem die Osnabrücker in eigener Regie ein sportliches Cabriolet entwickeln.
Mit der viersitzigen Studie Transformer stellt Karmann zur Feier seines hundertjährigen Unternehmensjubiläums einen neuen Ansatz bei der Konstruktion variabler Fahrzeugkonzepte vor. Dreh- und Angelpunkt ist das "Dual-Top"-Verdecksystem. Es besteht aus einem vorderen weichen textilen Softtop und einer hinteren festen Glaskuppel.
Nachdem in Rheine bereits von 1990 bis 1996 fast 30.000 Rohkarosserien und Verdecksysteme für das Renault 19 Cabriolet entstanden sind, werden seit Juni 1996 im Anschluss Komponenten für das Nachfolge-Modell Renault Mégane produziert. Gebaut werden die komplette Rohkarosserie sowie das Verdeck.
VW New Beetle Cabrio, 2003
VW New Beetle Cabrio, 2003
Audi A4 Cabrio, 2002
Audi A4 Cabrio, Werk in Osnabrück, 2002
Im Auftrag der Firma Ford entwickelt Karmann 1999 das erste viersitzige Serienfahrzeug mit einem Blech-Klappdach.
Nimm zwei: Auf Knopfdruck verwandelt sich das von Karmann entwickelte Concept-Car in ein Cabrio ohne die klassische Coupé-Linie bei geschlossenem Verdeck zu verlieren.
Im Design zeigt die Studie charakteristische Züge des legendären Karmann Ghia.
Das Dach – eine Fortführung des RHT-Daches - legt sich in drei Teilen gefaltet auf nur einen Quadaratmeter Raum. Diese Dachentwicklung wird zur IAA 1999 und ein Jahr später auf der Expo 2000 in Hannover vorgestellt und sorgt weltweit für große Aufmerksamkeit.
1998 lässt BMW die Karosserie für einen Alleskönner von Karmann entwickeln: Der multifunktionale BMW K2 auf der Basis des BMW 3er Compact (E36) vereinigt mehrere Karosserievarianten in sich. Er ist zugleich Coupé, Pick-Up und Cabriolet.
BMW K2, 1998
Seit 1998 wird das Mercedes-Benz CLK Cabriolet im Auftrag von DaimlerChrysler bei Karmann komplett produziert. Auf der Basis des Mercedes-Benz CLK Coupés entwickelt Karmann die Cabrioletversion. Bis 2003 entstehen 115.264 CLK Cabrios.
Von 1993 bis 1997 wurde das Golf III Cabriolet gebaut, welches sich äußerlich aber kaum vom Golf IV Cabrio unterschied. Das Golf IV Cabrio wurde von 1998 bis 2001 bei Karmann gebaut.
Neue Wege beschreitet Karmann mit der 1997 präsentierten Geländewagen-Studie "Open-View". Die Studie zeigt mit dem "Rigid Retracting Roof" ein richtungsweisendes Verdecksystem. Das Dach des Open View besteht aus drei Glasscheiben, die sich per Knopfdruck zusammenfalten und hinter den Rücksitzen verstauen lassen.
Von der Kombi-Version des Volkswagen Golf III werden von 1997 bis 1999 exakt 80.928 Einheiten bei Karmann gebaut.
Im Dezember 1997 hatte Karmann die Fertigung des Audi Cabriolet übernommen, am 27. Juli 2000 verlässt das letzte Audi-B3-Cabriolet dieser Baureihe das Werk Rheine. Als die Produktion nach Rheine verlagert wird, werden unter Karmann-Regie Front- und Heckbereich des Cabriolets modifiziert.
Im März 1998 präsentiert Karmann in Genf die AFB-Konzeptstudie als Demonstration des patentierten Leichtbau-Materials Aluminium-Sandwich. Das neu entwickelte Material für den Karosseriebau ist nicht nur um 50 Prozent leichter, sondern auch bis zu zehnmal steifer als Stahl.
Unter der Bezeichnung "Retractable Hardtop" (RHT) entwickelt Karmann im Auftrag von Daimler die Dachkonstruktion einschließlich der gesamten technischen und mechanischen Infrastruktur für den Mercedes SLK (Baureihe R170), die aus einem zweisitzigen Coupé per Knopfdruck einen Roadster macht.
Auch an der Konstruktion und der Entwicklung des Fahrzeugkörpers ist Karmann beteiligt. Seit dem Serienstart im September 1995 im Daimler-Werk Bremen ist Karmann Modullieferant und liefert Rohbauumfänge just in time ans Fertigungsband.
In Anlehnung an das historische Vorbild des SL Flügeltürers, der von 1954 bis 1957 bei Mercedes gebaut wurde, entwirft Karmann dieses Einzelstück auf Basis des 300 SL (R129). Die Flügeltüren öffnen sich per Infrarot vollautomatisch.
1992 präsentiert Ford einen außergewöhnlichen Sportwagen – den Ford Escort RS Cosworth. Hintergrund dieses automobilen Projektes war das Engagement von Ford im internationalen Rallye-Sport. Bis Produktionsende 1996 werden von Karmann insgesamt 8.082 allradgetriebene "Rennwagen" gebaut.
Der Volkswagen Corrado (1988 bis 1995) ist ein neues sportliches Coupé. Der mit G-Lader bestückte 1,8-Liter-Vierzylinder leistet 160 PS. Später kommen weitere Versionen hinzu wie der 190 PS starke VR6. Eine konstruktive Besonderheit des Corrado ist der Heckspoiler, der bei Tempo 120 automatisch ausfährt.
VW Corrado, Werk in Osnabrück, 1988
Im Herbst 1990 kommt der Nachfolger des Ford Escort-Cabriolet (FEC). Die Fertigung läuft ebenfalls bei Karmann in Rheine und basiert auf der völlig neuen Escort-Limousine. Zahlreiche Verbesserungen der aktiven und passiven Sicherheit werden bei Karmann realisiert.
Die erste Generation des Ford Escort Cabriolet (Typ FEC) ist eine gemeinschaftliche Styling- und Entwicklungsarbeit von Karmann und Giorgio Giugiaro (Ital Design). Die Karosserie ist eine absolute Neuentwicklung: Fast 80 Prozent aller Blechteile müssen modifiziert oder sogar neu konstruiert werden.
1981 präsentiert Volkswagen einen technisch und optisch überarbeiteten Scirocco-Nachfolger: Eine um 16,5 cm längere Karosserie in gestreckter Keilform bietet mehr Platz im Innenraum, mehr Kopffreiheit im Fond und einen grösseren Kofferraum. Es stehen Motoren mit 75 bis 139 PS zur Auswahl.
Das Golf I Cabrio trat 1979 das Erbe des überaus erfolgreichen Käfer Cabrio an.
Mit 600.585 Einheiten symbolisiert das Volkswagen Golf Cabriolet einen wichtigen Teil der sogenannten "Generation Golf", den Karmann 22 Jahre lang gebaut hat.
Das Golf I Cabrio wurde vierzehn Jahre lang gebaut und abgesehen von diversen kleinen Facelifts kaum verändert. Bis 1993 entstanden 390.000 Cabrios.
1976 präsentiert Karmann auf der Basis der beliebten 3-er Reihe von BMW eine Cabriolet-Variante. Mit diesem Prototyp soll gezeigt werden, dass sich die 3er Reihe aus Sicht von Karmann sehr gut für ein offenes Auto eignet.
Studie Karo As Ital Design, 1976
Das Flaggschiff von BMW, der BMW 635 CSi, hat seine Premiere 1976 beim Automobil-Salon in Genf. Die Serienfertigung wird bis 1977 komplett im Werk Rheine erledigt, danach liefert Karmann noch die Karosserien in das neue BMW-Werk in Dingolfing. Insgesamt werden 96.114 dieser Luxus-Karossen von Karmann produziert.
Im März 1974 vorgestellt, gilt der Volkswagen Scirocco als Sportvariante des VW Golf. Die Serienfertigung beginnt am 1. Februar 1974 und bildet damit eine würdige Nachfolge des VW Karmann Ghia. Beim VW Scirocco kommt erstmals Frontantrieb mit einem vorne quer liegenden Reihen-Vierzylinder zum Einsatz.
Auf dem verkürzten Fahrgestell des 71er Karmann-Ghia-Modells entwirft Giorgio Giugiaro Anfang der 70er den Cheetah. Innovativ zeigt sich das Dachkonzept: Das komplett abnehmbare Verdeck ist auf zwei Längsbügeln, die die rahmenlosen Türrahmen umspannen, aufgezogen.
Der exklusive BMW 3.0 CS wird seit April 1971 bei Karmann in Rheine gebaut. Das viersitzige Coupé ist das Nachfolgemodell des BMW 2800 CS, das Karmann seit September 1968 für BMW gefertigt hat. Von 1971 bis 1975 werden von Karmann 21.147 Dreiliter-BMW in Rheine gefertigt.
Im Karmann-Werk Rheine werden von 1965 bis 1970 genau 13.696 Karosserien für das BMW-Coupé 2000 C/CS hergestellt. In der C-Ausführung bringt das Coupé 100 PS und in der CS-Ausführung 120 PS auf die Straße. Mit diesem Großauftrag kann Wilhelm Karmann ein weiteres renommiertes Automobilunternehmen gewinnen und das neue Werk auslasten.
Für die Audi AG baut Karmann 1969 ein viersitziges Cabriolet auf der Basis des Audi 100 LS, dessen Verdeck elektro-hydraulisch betätigt werden kann.
BMW-Fertigungshalle bei Karmann
Porsche 356-Produktion bei Karmann
VW Käfer und Karmann Ghia nebeneinander auf den Produktionsbändern 1969.
Auch ein großes Kapitel in der Karmann-Geschichte: die Produktion des VW Käfer Cabrio. Seit 1949 fertigt Karmann das Käfer Cabriolet. Nach zahlreichen stilistischen wie technischen Veränderungen läuft am 10. Januar 1980 nach 331.847 Einheiten das letzte Cabrio vom Band.
Auf der IAA 1969 in Frankfurt präsentieren VW und Porsche einen kleinen Flitzer mit Mittelmotor, der bald als "Volksporsche" in aller Munde ist. Der VW-Porsche 914 wird mit Vierzylinder- und Sechszylinder-Motoren ausgestattet, die zwischen 80 und 110 PS leisten.
Sämtliche Vierzylinder-Modelle des VW-Porsche 914 werden komplett bei Karmann gebaut, der Sechszylinder wird bei Porsche gebaut, Karmann liefert die Karosserien zu.
Als Nachfolger der legendären Porsche-Modellreihe 356, für die Karmann Hardtop-Coupés gebaut hat, kommt im Juni 1967 der Porsche 912. Produziert werden in Osnabrück die Karosserien für den 911 und 912, die sich äußerlich kaum unterscheiden.
Von 1961 bis 1965 fertigt Karmann den Porsche 356 B Hardtop. Die ersten Modelle des Porsche 356B Hardtop-Coupé haben noch ein abnehmbares Dach, später bekommt der 356 B ein sogenanntes festes Hardtop, das mit der übrigen Karosserie verschweißt ist.
Kein anderes in Osnabrück gefertigtes Automobil hat das Image von Karmann so entscheidend geprägt wie der ab 1955 gebaute Karmann Ghia (Typ 14).
Verladung von Karmann Ghia-Coupés auf den Autotransporter-Zug 1956
Karmann Ghia, 1955-1974
Als am 31. Juli 1974 in Osnabrück dieses letzte VW Karmann Ghia Coupé vom Band läuft, geht nach fast 20 Jahren ein unvergleichliches Kapitel deutscher Automobilgeschichte zu Ende. Insgesamt 362.601 Fahrzeuge sind seit 1955 an Volkswagen ausgeliefert worden.
Karmann Ghia, 1955-1974
Seit November 1957 rollt auch die offene Version des VW Karmann Ghia bei Karmann vom Band. Die Cabriolet-Version des 50 PS starken Karmann Ghia ist die letzte auf Käfer-Basis. Als im Juli 1974 die Produktion ausläuft, sind 80.881 Wagen gebaut worden.
Karmann Ghia Cabriolet, 1957-1974
Karmann Ghia Cabriolet, 1957-1974
Karmann Ghia, 1955-1974
Karmann Ghia (1955 - 1976)
Karmann Ghia (1955 - 1976)
Am 31. Juli 1974 lief dieses letzte VW Karmann Ghia Coupé in Osnabrück vom Band.
Bereits seit 1959 wird in Osnabrück an einem Nachfolger für den kleinen Karmann Ghia gearbeitet. 1961 ist es dann soweit: Der "große" Karmann Ghia auf der Basis des Volkswagen 1500 (Typ 3) mit markanter "Corvair"-Linie debütiert auf der Frankfurter Automobilausstellung.
Die Serienfertigung bei Karmann in Osnabrück beginnt am 1. September 1961. Die Verkaufszahlen bleiben jedoch hinter den Erwartungen zurück, so dass 1969 die Produktion nach nur 42.505 produzierten Fahrzeugen eingestellt wird.
Offizieller Nachfolger des von 1961 bis 1969 hergestellten Karmann Ghia Typ 34 ist der VW-Porsche 914.
1951 erhält Karmann von den Kölner Ford-Werken den Auftrag, eine Musterkarosserie für eine Kombi-Variante auf Basis des 12 M zu realisieren. Die Serienproduktion beginnt im April 1953 und endet im Juni 1955 nach 12.235 gefertigten Einheiten, die zunächst auf dem 12M, später auf dem Ford 15M basierten.
Karmann auf der IAA, 1961
Nur kurz nach der ersten Vorstellung der Limousine 1950 übernimmt Karmann die Herstellung der Karosserien für das viersitzige DKW Meisterklasse-Cabriolet, dessen Endmontage aber im DKW-Werk in Düsseldorf durchgeführt wird. 1952 fertigt Karmann die letzte Karosserie für das mit 23 PS ausgestattete Cabriolet.
Neben dem Viersitzer-Cabriolet produziert Karmann für die Auto-Union ab 1953 auch eine zweisitzige Version des DKW F 91. Im Unterschied zum Vorgänger-Modell wird die DKW Sonderklasse durch einen Dreizylinder-Zweitaktmotor angetrieben, der 34 PS leistet.
DKW an einer Tankstelle
Der "Autobahn-Adler" genannte Adler 2,5 Liter bildet die Grundlage des bei Karmann konstruierten Cabriolets. Zwei Varianten wurden entwickelt: ein Viersitzer mit Faltverdeck und eine zweisitzige Sport-Cabriolet-Karosserie.
Karmann baut sowohl die Cabriolets als auch die Limousinenkarosserien des Adler Diplomat. Mit einem 60 PS-Motor beschleunigt der Wagen bis auf 105 Stundenkilometer. Zur Zeit der Herstellung kostet ein Cabriolet 8000 Reichsmark.
1932 wird der 32 PS-starke Adler Primus der Öffentlichkeit vorgestellt. Besondere Anerkennung bekommt dabei die Konstruktion und Ausführung des bei Karmann gefertigten wasserdichten Klappverdecks.
Adler Standard, 1928
Adler Standard Allwetter Limousine, 1929
Im Auftrag von Adler baut Karmann insgesamt 20 Sport-Cabriolets nach Entwürfen des Architekten Walter Gropius. Die Wagen treffen allerdings nicht den Publikumsgeschmack und lassen sich nur äußerst schwer verkaufen. Im Bild: Adler Standard
Karmann-Belegschaft, 1908
Für die Dürkopp-Werke in Bielefeld bauen Wilhelm Karmann und seine Mitarbeiter 1902 ihre erste Karosserie.
Den ersten großen Serienauftrag erhält Karmann Anfang der Zwanziger Jahre von der "Aktiengesellschaft für Automobilbau" (AGA) in Berlin-Lichtenberg, für die Karmann fast 1000 Karosserien fertigte, unter anderem den hier abgebildeten Tourenwagen.
Hanomag Kabriolett, 1936
Karmann Kutsche
Karmann Kutsche, 1903
Firmengründer Wilhelm Karmann (1871-1952)
Karmann-Kutschenrad, 1901
Weitere Bildergalerien und Videos zum Thema finden Sie in den Empfehlungen auf der linken Seite.