So dynamisch kann Hybrid sein: Lexus macht mit der Studie LF-Ch klar, wohin die Reise geht: gegen Audi und BMW im C-Segment. Bereits 2010 soll es losgehen.
19 Jahre nach dem ersten Lexus-Modell in Deutschland (LS 400) wollen die Japaner jetzt auch in der Golf-Klasse mitmischen – mit einem technischen Knüller.
Das könnte der Sparer werden, der deutsche Autobauer mächtig in Zugzwang bringt. Denn einheimische Kompakte mit moderner Doppelherz-Technik sind weit und breit nicht zu sehen.
Der Lexus LF-Ch steht als Serienauto auf dem Genfer Salon Anfang 2010, der Verkauf könnte ab Sommer beginnen.
Tief und breit: So gierig kann ein Kompakter aussehen. Kurze Überhänge, die fetten 20-Zöller schaffen es wohl nicht in die Serie.
AUTO-BILD-Redakteur Jürgen von Gosen ist nach der ersten Begegnung jedenfalls beeindruckt vom Japan-Golf.
Details zum Antrieb verraten die Japaner noch nicht. Sie werden sich aus ihrem reichhaltigen Hybrid-Baukasten bedienen. Einfach dem Prius eine andere Hülle zu verpassen, das wäre zu wenig.
So verwendet der LF-Ch angeblich auch Technik von den größeren RX-Typen. Klar ist: Es wird ein Vollhybrid, Benziner wie E-Motor können das Auto allein antreiben. Rein elektrisches Fahren in der Stadt ist möglich, die Reichweite soll gegenüber dem Prius (zwei Kilometer) weiter wachsen.
Die System-Leistung wird bei knapp 150 PS liegen. Der Lexus-Hybrid bekommt Frontantrieb, auch wenn die Japaner damit von ihrer Lexus-Philosophie der heckgetriebenen Limousinen abrücken. Der Grund: Der Hinterradantrieb kostet Platz und ist in der Golf-Klasse zu teuer.
Doch der Hybrid allein reicht nicht, der Lexus soll mit modernem Design punkten. Die Kühlluft-Öffnung ist nur angedeutet. Dazu seitlich tiefe Löcher für Tagfahrlicht.
Scharfe Linie: Die spitzen Rückleuchten verleihen dem breiten Heck eine Portion Leichtigkeit. LED-Technik macht's möglich.
Die Hybrid-Plakette in der Zierleiste ist typisch für Lexus-Modelle mit Doppelherz.
Klar, das ist noch eine Studie, aber so eine Kombination von Blinker und Rückfahrkamera wäre auch für die Serie interessant. Eine Frage des Preises.
Rahmenlose Seitenscheiben ergänzen den schicken Auftritt – der Kompakte wirkt fast wie ein viertüriges Coupé.
Typisch Lexus: Alles wirkt edel, die Materialauswahl ist erstklassig.
Reinsetzen und wohlfühlen. Lenkrad mit Schaltwippen, der große Info-Monitor wird über Einhand-Bedienung auf der Mittelkonsole gesteuert.
Die Instrumente in Durchlicht-Technik werden in Blau illuminiert.
Unter dem großen Monitor sitzt der Starter-Knopf, ...
... die Sitze sind mit Leder bespannt, dazu poliertes Aluminium, Holz und mit edlem Stoff kaschierte Türtafeln.
Und hinten? Da geht es ähnlich eng zu wie im 1er-BMW. Da sollten die Japaner bis zum Serienauto noch ein wenig Platz rausschlagen.
Durchaus geschmackvoll, eher coole Lounge-Atmosphäre als bayerischer Barock.
In der Kopfstütze der Vordersitze sitzt ein kleiner Monitor.
Hochwertige Verarbeitung bis ins Detail, mal sehen, ob es blaues Leder in die Serie schafft.
Denken wir uns die Sitze ein wenig schlichter, dazu etwas mehr Platz auf der Rückbank: Das könnte was werden. Der Himmel ist blau bespannt.
Fazit von Jürgen von Gosen: "Glückwunsch, Lexus! Der Kompakte setzt ein Signal – dass Hybrid nicht gleich Stützstrumpf-Design bedeutet, sondern rassig sein kann. Das wird für Unruhe bei deutschen Autobauern sorgen. Sie laufen beim Hybrid-Antrieb dieser Form weit hinterher."
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