Luxusklasse-Vergleich, zweiter Teil: Wieder stehen sich S-Klasse und Lexus gegenüber, nur geht es diesmal nicht um die Sicherheitssysteme, sondern um ...
... Karosserie, Kosten und Fahrdynamik. Und hier macht die S-Klasse unter anderem beim Bremsen (zwei Meter besser als der Lexus) eine so gute Figur, dass ...
... sie als Sieger aus dem Vergleich hervorgeht. Für den S 450 sprechen der tolle Komfort, die feine Verarbeitung und ...
... der muntere Motor. Der Achtzylinder schöpft seine Kraft von 340 PS und 460 Nm aus 4,7 Litern Hubraum und agiert so kraftvoll und kultiviert, dass den 500er mit 388 PS eigentlich niemand vermissen muss.
Fahrleistungen: In 6,5 Sekunden sprintet der über zwei Tonnen schwere S 450 aus dem Stand auf Tempo 100. Maximal sind 250 Sachen drin.
Quer ohne elektronischen Rettungsanker: Wer ESP abschaltet, kann dezent driften – passieren kann dabei aber nichts.
Der dunkelgraue Kunststoff wirkt recht trostlos, lässt sich aber sehr gut sauber halten. Die Verarbeitung stimmt bis ins Detail, ein Festplatten-Navi kostet 2154 Euro Aufpreis.
Alles am Volant: Die wichtigsten Bedienelemente wie zum Beispiel der Hebel für die Siebenstufen-Automatik oder ...
... der Regler für den Abstands-Tempomaten gruppieren sich ums Lenkrad. Für alle anderen Funktionen ...
... gibt es den zentralen Dreh-Drück-Regler auf dem Mitteltunnel. Das System erfordert allerdings eine gewisse Eingewöhnung.
Besser Einparken: Die Rückfahrkamera mit Hilfslinien im Display schafft mehr Überblick, kostet im Paket aber auch 1779 Euro Aufpreis.
Platz satt: Das Gepäckabteil des großen Mercedes schluckt 560 Liter. Damit einzelne Gepäckstücke nicht wild durch den Kofferraum wandern, ...
... lassen sie sich an einem praktischen Haken hängend fixieren – sofern sie einen Henkel haben.
Reserverad war gestern: In der Mulde unter dem Kofferraum findet der pannengeplagte Automobilist Tire-Fit und einen Kompressor.
Für einen Mercedes-Benz S 450 werden mindestens 79.254 Euro fällig. Unglaublich, aber wahr: Damit fährt die S-Klasse in diesem Vergleich auch noch den Preis-Leistungs-Sieg ein.
Der zweite Platz geht an den LS 460. Er scheitert an seinen Bremsen, der Zuladung und dem kurzen Wartungsintervall von nur einem Jahr oder 15.000 Kilometern.
Hier gibt es nichts zu meckern: Der 4,6-Liter-V8 des Lexus mobiliert 380 PS und 493 Nm Drehmoment, die ...
... den 2155 Kilogramm schweren Wagen in 6,4 Sekunden aus der Parkposition auf Landstraßentempo schieben. Wie beim Mercedes ist auch hier bei 250 km/h Schluss.
Ausbrecher: Ohne ESP wird das Heck schnell zum Quertreiber, mit Elektronik bleibt der LS brav.
Das helle Interieur macht einen vornehmen Eindruck, nur die vielen Schalter wirken eher einfach. Getriebe- und Klimaautomatik sowie Navigation gibt es ohne Aufpreis.
Klare Sache: Die beiden großen Rundinstrumente im Cockpit sind gut abzulesen, dazwischen ...
... informiert ein kleines Display über das Abstandsradar und den Lenkassistenten.
Qual der Wahl beim Fahrwerk: sportlich hart oder doch lieber weich?
Aufpreisfrei: Rückfahrkamera und Einparkassistent sind Bestandteil des serienmäßigen Navigationssystems.
Elektronisches Helferlein: Gurthöhenverstellung per Knopfdruck.
That's entertainment: Von der zweiten Sitzreihe aus bietet der Lexus ganz großes Kino. Die Bedienung ...
... für den DVD-Player erfolgt ganz bequem und standesgemäß über eine Fernbedienung.
Alles andere als eng geschnitten, und doch deutlich kleiner als beim Benz: Der Lexus-Kofferraum schluckt 505 Liter. 340 Kilogramm Zuladung sind allerdings ein Witz.
Luxus geht ins Geld: Lexus verlangt für den LS 460 einen Basispreis von 82.000 Euro.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Gerald Czajka: "Die Sensation bleibt aus, doch Mercedes muss auf der Hut sein. Der LS 460 präsentiert sich als ausgreiftes und ...
... sehr anspruchsvolles Luxus-Automobil. Wären da nicht die Patzer bei Bremsen, Zuladung und Wartungsintervall – das Ergebnis hätte leicht anders aussehen können." Bereits Ende 2006 waren ...
... S-Klasse und LS 460 gegeneinander angetreten. Damals testete AUTO BILD die Sicherheitssysteme – und der Lexus verbuchte den Sieg.
Extra-Sicherheit bieten beide allerdings nicht gratis. Zu den 82.000 Euro Grundpreis eines Lexus LS 460 kommen noch einmal 14.600 Euro Aufschlag für das komplette Sicherheitspaket, ...
... beim Mercedes S 500 landen wir inklusive Rundum-Schutz bei mehr als 100.000 Euro.
Bei Mercedes greift das ESP ins Bremssystem und in die Motor-/Getriebesteuerung ein. Dabei hilft die Wankstabilisierung ABC, dass die Karosserie weniger in die Federn eintaucht. Lexus geht weiter. Neben den gleichen ESP-Funktionen ...
... werden Lenkkraft, Lenkübersetzung und das Fahrwerk verändert. Bereits vor einem eventuellen Hindernis (bei Mercedes erst während des Ausweichens!) verhärten die Luftfedern, so wird ...
... die Karosserieneigung minimiert. Der wichtigste Aspekt: Das System verkleinert die Lenkübersetzung (Variable Gear Ratio Steering, VGRS). So ist mit deutlich weniger Lenkbewegung ein schnellerer Richtungswechsel möglich.
Richtungsweisend: Hat der Lexus ein Hindernis erkannt, unterstützt das Lenksystem den Ausweichvorgang, ....
... der Spurwechsel erfolgt spontaner. Gleichzeitig bleibt der Lexus problemlos beherrschbar.
Beim Ausweichen im Mercedes muss der Fahrer deutlich höhere Lenkkräfte aufbringen und viel mehr kurbeln, ...
... um das Manöver einzuleiten. Beim Einfädeln braucht die S-Klasse mehr Platz als der Lexus.
Fahrversuch mit weichen Hindernissen: Vor dem unvermeidlichen Crash baut der Lexus selbsttätig Tempo ab. Der Mercedes ...
... bremst in der gleichen Übung ebenfalls automatisch, die Restgeschwindigkeit ist aber höher.
Bodenhaftung: Bei der S-Klasse sorgt das tadellose ESP für Sicherheit. Auch der Lexus ...
... weicht sicher aus, das VSC (ESP) regelt souverän.
Neben Radartechnik sucht im LS zusätzlich eine Infrarotkamera nach Objekten auf der Straße. Im Infrarotbereich fallen so auch "weiche" Hindernisse (z.B. Tiere) auf. Der Radarstrahl selbst ...
... tastet zudem in feiner definierten Teilbereichen ab als beim Mercedes. Damit identifiziert das Lexus-System auch schmale Objekte wie ein Motorrad eindeutig. Die Front-Kamera sitzt hinter dem Marken-Emblem.
Lexus hält mit zehn Luftsäcken ein rekordverdächtiges Airbag-Sortiment bereit. Wie effektiv die allerdings im Falle eines Unfalls schützen, muss ein späterer Crash-Test zeigen.
Im Lexus wird auch der Fahrer gecheckt. Infrarotlinsen auf der Lenksäule prüfen die Aufmerksamkeit des Chauffeurs. Ist er eventuell abgelenkt? Dreht er gerade den Kopf zur Seite? Wenn ja, dann erfolgt bei drohender Gefahr ...
... akustisch oder per kurzem Bremsimpuls ein Hinweis. Selbst bei Dunkelheit tastet das Lexus-Auge die Gesichtszüge des Fahrers ab.
Clevere Kopfstützen: Elektrisch betätigt und von einem Magnetfeldsensor überwacht, fahren sie bei Kollisionsgefahr bis zu 25 Millimeter nach oben und maximal 60 Millimeter nach vorn.
Schnell stehen: "Brake by wire" nennt Lexus das elektrohydraulische Bremssystem mit Bremsassistent. Das Bremslicht pulsiert, damit Nachfahrende deutlicher gewarnt werden.
Noch ein Lexus-Plus: die Spurhaltekontrolle. Bei gefährlichem Sekundenschlaf greift die Elektronik ein. Beim Überfahren von seitlichen Fahrbahnmarkierungen ...
... wird die elektromechanische Lenkung selbst aktiv, lenkt das Fahrzeug zurück auf die Fahrbahn. Das funktioniert recht gut, solange eine Hand am Lenkrad bleibt.
Beim Benz blinkt's: Die Bremsleuchten passen sich der Verzögerungsstärke an. Die Pulslichtfunktion (viermal schnellere Frequenz als beim Blinken) ...
... verbessert die Reaktionszeit des Hinterherfahrers um ca. 0,2 Sekunden. Der Anhalteweg kann sich so um bis zu fünf Meter aus Tempo 100 verkürzen.
Die Technik sieht mehr: Infrarot und Video lassen Personen und Tiere im Dunkeln deutlicher erscheinen.
Der Abstandswarner Distronic Plus greift gleich auf zwei Radar-Systeme zurück: Ein Sensor erfasst auf Autobahnen bis zu drei Spuren, der zweite ...
... hält Ausschau nach Vorausfahrenden.
Da guckst du: das technische Auge des Mercedes.
99 Luftballons hat der S 500 nicht – es sind "nur" acht: jeweils einer für Fahrer und Beifahrer, vier Sidebags und zwei Windowbags.
Eine hübsche Aussicht auf Wald und Wiesen neben der Straße hat etwas für sich. Sinnvoller ist es aber, ...
... wenn das Scheinwerferlicht wie beim S 500 in Kurven und beim Abbiegen die Straße ausleuchtet.
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