Bei diesen Gebrauchten gilt größte Vorsicht: Irgend etwas ist immer kaputt. Das wissen auch die TÜV-Prüfer und verweigern gern mal die Plakette. AUTO BILD zeigt die schlimmsten Gebrauchtwagen – Autos, die mehr Mängel als Qualitäten haben. Trauriger Spitzenreiter ist der Kia Carnival, der im
TÜV-Report zuverlässig den letzten Platz belegt.
Egal ob in der Kategorie Zwei- und Dreijährige, Vier- und Fünfjährige oder noch älter: Der
Kia übernimmt stets die Rolle der roten Laterne. Wie kann ein Auto nur sooo schlecht sein?
Der Carnival macht es uns vor: Motor und Getriebe tropfen wie ein Kieslaster, ...
... das Lenkungsspiel ist viel zu groß, ...
... ausgeschlagene Gelenke an der Hinterachse bemängelt der TÜV regelmäßig.
Und dann die Bremsen! Jedem dritten Carnival bescheinigt der TÜV einseitige Wirkung der Handbremse, und das schon nach der ersten HU. Nach sieben Jahren sind verrostete Bremsleitungen ein Thema, betroffen ist jeder fünfte Carnival. Arbeitet unter der Haube der 2,9-Liter-Diesel, ...
... droht weiterer Ärger: reißende Zahnriemen, defekte Turbolader und Zylinderkopfdichtungen, leckende Kraftstoffanlagen und Hydraulik, defekte Einspritzpumpen. Preis des Testwagens: 8400 Euro (Baujahr 2005, 93.000 km). Gebrauchte Carnival gibts aber schon ab 2000 Euro – kein Wunder. AUTO BILD-Urteil: nicht empfehlenswert.
Warum ist so ein schönes Auto nur so schlecht? Schon nach sieben Jahren fällt jeder fünfte
Alfa 156 (1997–2006, ab 2500 Euro bei Laufleistungen um 110.000 km) durch die TÜV-Prüfung, nach elf Jahren liegt die Quote der erheblichen Mängel bei 32 Prozent. Die Schwächen: Im Alter rostet der Alfa, die Achsgelenke verschleißen, ...
... Motor und Getriebe ölen, die Bremsscheiben werden riefig, der Auspuff gammelt. Im AUTO BILD-Kummerkasten sind Klagen wegen Motorschäden (Benziner: gerissener Zahnriemen; Diesel: Turbodefekte) verzeichnet, die Elektronik spinnt bei vielen 156, Lichtmaschinen geben ihren Geist auf. AUTO BILD-Urteil: bedingt empfehlenswert.
Dieser Ford ist eine einzige Ka-tastrophe! Von 1996 bis 2008 gebaut, fielen 2009 viele
Ka (ab 700 Euro bei Laufleistungen um 60.000 km) der Verschrottungsprämie zum Opfer – gut so.
Die Probleme: Nach elf Jahren hat jeder fünfte Ka Rost an tragenden Teilen, ...
... die Vorderachse ist so labil, als hieße der Zulieferer Playmobil, Fuß- und Handbremse hinten verlieren mit den Jahren immer mehr an Wirkung, die Bremsschläuche werden porös und rissig.
Das reicht, um im TÜV-Report 2010 bei den Zehn- und Elfjährigen auf den letzten und bei den Acht- und Neunjährigen auf den vorletzten Platz zu fahren. Sonst noch was? Ach ja, die Zündschlüssel verbiegen. AUTO BILD-Urteil: nicht empfehlenswert.
Chrysler PT Cruiser (seit 2000, ab 3500 Euro bei Laufleistungen um 90.000 km): Das Design dieser Gangsterkutsche ist von gestern, die Technik auch, nur die Verarbeitung nicht. Die ist von vorgestern. Schon bei der ersten TÜV-Prüfung stürmt der PT Cruiser auf den vorletzten Platz, nach fünf Jahren fällt jeder Fünfte durch die HU, nach sieben jeder Vierte.
Woran das liegt? An einer Mischung aus allem: ausgeschlagene Gelenke der Vorderachse, Lenkspiel, ...
... Ölverlust, einseitige Wirkung der Handbremse. Einziger Pluspunkt des Retro-Amis: Er rostet nicht. Und er hat ...
... einen Riesen-Kofferraum. 2150 Liter sind es bei umgeklappter Rückbank. Genügend Platz für Ersatzteile aller Art. AUTO BILD-Urteil: wenig empfehlenswert.
Chrysler Voyager: Große Familien lieben diesen Riesen-Ami. Platz für sieben, viel Raum für wenig Geld. Der Typ GS (1996–2001) ist mit einer Laufleistung um 120.000 km für 3400 Euro zu haben, der Nachfolger RG (2001–07) kostet 2000 Euro mehr.
Die Kehrseite der Raumfähre: Der Voyager rangiert im TÜV-Report immer ganz weit hinten. Das liegt beim alten Modell am zu großen Lenkungsspiel, ...
... am zu hohen Ölverlust, an einseitiger Wirkung der Feststellbremse und korrodierten Bremsleitungen.
Zu den Störungen, die richtig ins Geld gehen, zählen gerissene Zylinderköpfe an den
Dieselmotoren und defekte Automatikgetriebe. AUTO BILD-Urteil: wenig empfehlenswert.
Jetzt kümmern wir uns mal um Autokauf ganz unten: Fiat Punto, Baujahr 1998, 100 000 km, 990 Euro. Kaufen?
Nur wenn der beste Kumpel Mechaniker ist. Der allererste Punto (1993–99) ist im TÜV-Report ganz weit hinten in der Tabelle, jeder Dritte fällt nach elf Jahren durch
die HU. Das liegt am viel zu hohen Ölverlust, der einseitigen Wirkung der Handbremse, ...
... an porösen Bremsschläuchen, den rostigen Auspuffanlagen und manchmal
auch an der braunen Pest an tragenden Teilen.
Zugegeben: Vieles kann der Mechaniker-Kumpel für kleines Geld reparieren. Dann kann so ein Auto Sinn machen. AUTO BILD-Urteil: wenig empfehlenswert.
So ein
Mini von BMW (ab 6500 Euro bei 100.000 km) ist wie ein Luxus-Handtäschchen: schön und teuer. Aber spätestens beim TÜV ist Image nicht mehr alles. Nach sieben Jahren rasseln fast 23 Prozent aller Mini durch die HU.
Beschämend! Der englische Patient hat rostige Auspuffanlagen, ...
... einseitig ziehende Handbremsen, die Bremsscheiben sind riefig, die Fußbremse
hinten zeigt wenig Wirkung, der Motor ölt. Das stellt der TÜV fest. Was die Fahrer nervt: Die 1,6-Liter-Motoren von Chrysler ölen nicht nur, ...
... sie saufen auch, die Getriebe waren bis Baujahr 2004 anfällig, Sitzgestelle brechen, rund um die Heckklappe rostet es. AUTO BILD-Urteil: wenig empfehlenswert.
Renault Kangoo (Testwagenpreis: 4500 Euro, Baujahr 2002, 155.000 km): "Das Auto hat Mängel", warnt uns der Händler. "Klar", sagen wir, "welcher Kangoo hat die nicht?" Der Franzose ist Dienstwagen der Post, Gemüsetransporter und Pampersbomber.
Aber leider viel zu oft eine Kiste voller Murks. So steht es auch im TÜV-Report 2010. Hier findet sich der Mini-Frachter auf den hinteren Plätzen wieder. Die Problemzonen des Kangoo? Der Franzose hat zuviel Lenkungsspiel, ...
... die TÜV-Prüfer Ölverlust an Motor und Getriebe, rostige und riefige Bremsscheiben, weil die Franzosen die Abschirmbleche eingespart haben.
Und dann wäre da noch eine Mängelhäufung an der Vorderachse. Bei einigen Kangoo kamen sogar schon Federbrüche vor, andere leiden unter verschlissenen
Dichtringen an den Antriebswellen. Also alles mies beim Kangoo?
Nicht ganz. Durchrostungen diagnostiziert der TÜV eher selten. Aber es gibt die braune Pest am Franzosen-Transporter. Der Dauertest-Kangoo von AUTO BILD hatte schon nach zwei Jahren einen angerosteten Längsträger. Bei vielen Gebrauchten breitet sich Rost an den Schnittkanten im Motorraum und den Türen aus.
Und die Mängel unseres Testwagens? Der letzte Zahnriemenwechsel war vor 80.000 km, ist längst überfällig. Und nach einer halben Stunde leuchtete das Airbaglämpchen. Mangel? Erheblicher Mangel! AUTO BILD-Urteil: wenig empfehlenswert.
Es klappert die Mühle am laufenden ... Nee, dieser Franzose hier, der klappert auch. Und zwar an der Vorderachse.
Peugeot 407, seit 2004 auf dem Markt (ab 6900 Euro bei Laufleistungen um 120.000 km). Und schon auffällig beim TÜV.
Nach drei Jahren fallen zwölf Prozent aller geprüften 407 durch die HU. Meist geht es um die labile Vorderachse, oft sind Querlenker und Lager am Ende – und das bereits nach drei Jahren.
Außerdem bemängelt der TÜV überhöhten Ölverlust, mangelhafte Wirkung der Fußbremse hinten und riefige Bremsscheiben. Hier heißt es: Augen auf beim Kauf. Ganz abraten können wir vom 407 aber nicht – bei so kleinen Preisen. AUTO BILD-Urteil: bedingt empfehlenswert.
VW Sharan (1995-2003, ab 3000 Euro bei Laufleistungen um 100.000 Sorry, VW, dass wir hier den Sharan in die Pfanne hauen. Es hätte genauso gut den Seat Alhambra oder (bis 2006) den Ford Galaxy erwischen können. Denn alle sind baugleich.
Fangen wir beim Fahrwerk an: Radaufhängung und Lenkung sind mit den 1,8 Tonnen Leergewicht überfordert, oft sind Spurstangen, Traggelenke, Federbeinlager oder alles auf einmal hin, ...
Gelegentlich geben auch die Buchsen der hinteren Achslenker den Geist auf, das Lenkspiel ist zu groß, die Bremsleitungen korrodieren, die Bremsschläuche werden porös.
Zum Facelift Ende 2000 wurde der Sharan nur etwas besser. AUTO BILD-Urteil: wenig empfehlenswert.
Weitere Bildergalerien und Videos zum Thema finden Sie in den Empfehlungen auf der linken Seite.