Im Staub und Schotter der texanischen Steppe muss der
BMW X5 als Reifentestfahrzeug herhalten.
Brütende Hitze treibt uns zum Reifenwechsel in die klimatisierte Box: Das Wetter im US-amerikanischen Bundesstaat Texas ist ideal, um Sommerreifen einem echten Härtetest zu unterziehen.
Schlangen sind ein normaler und nicht immer ungefährlicher Anblick in Uvalde, nur 50 Meilen von der mexikanischen Grenze entfernt. Das Testareal hat einst der Hersteller General Tire gebaut. Heute gehört es dem deutschen Conti-Konzern.
Unsere Testfahrzeuge
BMW X5 und
Nissan Navara mussten zwar mehrfach vom festgebackenen Lehm befreit werden, ...
... hielten aber trotz Hitze, Staub und Tempo tapfer durch – genau wie die fünf getesteten Reifen, denen in unseren 14 Testkategorien einiges abverlangt wurde.
Die Traktion auf Gras wird nach der durchschnittlichen Zugkraft in Newton bewertet. Sportliche Straßenreifen können auf feuchtem Grasboden erstaunlicherweise manchmal mehr leisten als grobe AT-Reifen. Der Continental (7540) zieht hier wirklich gut. Der sportliche Dunlop (6258) landet auf dem letzten Platz.
Die Traktion auf Kies wird nach der durchschnittlichen Zugkraft in Newton bewertet. Auf dem losen Geröll mit Untergrund aus festem Sandboden zieht ebenfalls der Continental (4184) erstaunlich gut. Deutlich besser jedenfalls als Goodyear, Dunlop und Nokian. Schlusslicht ist der Bridgestone (3858).
Die Traktion auf Sand wird nach der durchschnittlichen Zugkraft in Newton bewertet. Fein profilierte Straßenreifen sind im weichem Sand oft gar nicht so schlecht. Der finnische Nokian (5770) tut sich auf Sand besonders positiv hervor. Aber selbst der Letztplatzierte Dunlop (5380) verdient noch eine gute Note.
Die Traktion auf Schlamm wird nach der durchschnittlichen Zugkraft in Newton bewertet. Fieser, glitschiger Schlamm – das ist die von Straßenreifen am meisten gefürchtete Disziplin. Da können alle nicht viel. Innerhalb der Kategorie siegt Conti (1180) mit deutlichem Abstand zum Schlusslicht Goodyear (730).
In der Kategorie Slalom Schotter wird nach der durchschnittlichen Zeit in Sekunden bewertet. Der Dunlop (21,37 s) lässt sich auf dem mit scharfkantigen Steinen gespickten Schotterweg am besten auf Kurs halten, doch auch Schlusslicht Nokian (21,81) schafft noch ein "gut".
In dieser Kategorie beeindruckt der Sieger Dunlop außerdem damit, dass er die 281 Meter lange Slalomstrecke mit erstaunlich geringen Schäden am Gummi absolviert.
Beim Aquaplaning-Test wird die Geschwindigkeit in km/h gemessen, bei der der Reifen aufschwimmt. Schlecht ist dabei trotz sehr tiefer Wasserlache keiner der Kandidaten, es bildet sich ein Spitzentrio aus Conti (82, 6 km/h), Bridgestone und Dunlop (beide 82,5). Hinten liegt der Nokian (79,1).
In der Kategorie Aquaplaning in der Kurve wird die mittlere Restquerbeschleunigung in m/s² gemessen. Kommt mitten in einer schnell gefahrenen Kurve plötzlich eine tiefe Pfütze, sind alle Kandidaten gut gerüstet. Der Bridgestone (3,54 m/s²) hat dabei die größten Reserven, Goodyear (2,91) ist nur Durchschnitt.
Auf der gleichmäßig nassen Kreisbahn wird die mittlere Rundenzeit in Sekunden bewertet. Alle haften hier gut, ganz vorne liegt jedoch erneut der Continental (11,52 s). Der Goodyear (11,92) bringt etwas weniger Kurvengrip bei Nässe als die Konkurrenz.
Beim Bremsentest bei Nässe wird der Bremsweg aus 100 km/h in Metern gemessen. Erstaunlich, dass es beim Bremsen auf regennasser Fahrbahn auch unter hochwertigen Straßenreifen deutliche Unterschiede gibt. Zwischen Gewinner Conti (53,8 m) und Schlusslicht Bridgestone (61,4) liegen 7,6 Meter.
Das Handling bei Nässe wird nach der durchschnittlichen Geschwindigkeit in km/h bewertet. Vor allem Continental (79,6 km/h) und Dunlop (78,9) lassen sich auf dem nassen Asphaltkurs nervenschonend und flott bewegen, der Letztplatzierte Goodyear (77,3) erreicht die Note "noch gut".
Im Rollwiderstandstest wird der Rollwiderstandsbeiwert in CR ermittelt. Deutlich vorne liegt Goodyear (0,943), gefolgt von Nokian (0,967), der ebenfalls ein "sehr gut" erreicht. Schlusslicht Bridgestone (1,141) kommt nur auf eine 3+, da die Benotung in dieser Kategorie kürzlich verschärft wurde.
Das Vorbeifahrgeräusch wird bei 50 bzw. 80 km/h in dB gemessen. Keiner der fünf Kandidaten fällt hier mit ungebührlichen Abrollgeräuschen auf. Auch subjektiv ist jedoch ein Unterschied zwischen Sieger Goodyear (65,6 bzw. 72,5 dB) und Letztplatziertem Bridgestone (68,7/75,7) festzustellen.
Für die Handling-Note auf trockener Fahrbahn wird die durchschnittliche Geschwindigkeit in km/h gemessen. Dunlop (95,4 km/h) ist bei Trockenheit besonders haftstark und erreicht die besten Rundenzeiten, doch groß sind die Unterschiede hier nicht. Ein "gut" als schlechteste Note geht an den Continental (93,0).
Beim Bremsentest auf trockener Fahrbahn wird der Bremsweg aus 100 km/h in Metern gemessen. Es überrascht, dass auch bei diesem Test deutliche Unterschiede sichtbar werden: Conti (34,5 m) siegt auch hier mit herausragenden Werten, Goodyear (37,1) bleibt erst gute zweieinhalb Meter später stehen.
Continental CrossContact UHP • Stärken: sehr ausgewogener und fahrsicherer Reifen, auch bei Nässe, kürzeste Bremswege • Schwächen: vergleichsweise hoher Rollwiderstand, durchschnittliche Lenkreaktion • Preis: ca. 175 Euro • Urteil: vorbildlich.
Nokian Z SUV • Stärken: wenig Rollwiderstand, ausgewogenes Fahrverhalten, verblüffend gut auf Sand • Schwächen: verringerte Traktion auf Schlamm, nur durchschnittlicher Nassbremsweg • Preis: ca. 170 Euro • Urteil: vorbildlich.
Dunlop SP Quattromaxx • Stärken: ausgewogenes und sicheres Fahrverhalten, auch bei Nässe, gute Lenkreaktion • Schwächen: wenig Traktion auf Gras, mäßiger Abrollkomfort, durchschnittlicher Nassbremsweg • Preis: ca. 185 Euro • Urteil: empfehlenswert.
Goodyear Eagle F1 Asymmetric SUV • Stärken: wenig Rollwiderstand, leises Abrollen, sehr gutes Trockenhandling • Schwächen: wenig Traktion auf Schlamm, verlängerter Nassbremsweg • Preis: ca. 195 Euro • Urteil: empfehlenswert.
Bridgestone Dueler H/P Sport • Stärken: überraschend gut auf Sand und Schotter, viel Aquaplaningsicherheit, Trockenhandling • Schwächen: verlängerter Nassbremsweg, hoher Rollwiderstand, verringerte Schlammtraktion • Preis: ca. 190 Euro • Urteil: empfehlenswert.
Kleine Kürzelkunde für Kenner: Die Dimensionsangabe 235/50 R 18 bedeutet, dass der Reifen eine Nennbreite von 235 Millimetern besitzt und die Flankenhöhe im Verhältnis zur Nennweite etwa 50 Prozent beträgt. Das R kennzeichnet die Radialbauweise des Reifenunterbaus, der Felgendurchmesser beträgt 18 Zoll.
Hinter der Dimensionsangabe des Reifens folgen Tragfähigkeitskennzahl (101 = 825 Kilo) und Geschwindigkeitsindex (H = 210 km/h).
Die letzten vier Ziffern der DOT-Nummer verraten die Produktionswoche des Reifens, ...
... in diesem Fall bedeutet die 4303, die auf die Buchstaben NXBU folgt, dass der Reifen in der 43. Kalenderwoche 2003 gefertigt wurde.
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