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McLaren 720S gegen Porsche 911 GT2 RS

McLaren 720S Porsche 911 GT2 RS
Die Saga vom Krieg der Sterne endet nie, immer wieder kommen neue Teile. Für eine andere, ebenso großartige Geschichte gilt das genauso – die vom Kampf der Autos und der ewigen Frage: Wer ist schneller? Aktuell auf der Suche nach einer Antwort: McLaren 720S und Porsche 911 GT2 RS.
Bild: Uli Sonntag
McLaren 720S
Der 720S sieht aus wie ein schneller Kreuzer aus der Sternenflotte. Schwingende Formen, schlank und organisch. Ringsum ein raffiniertes Löcher-Spoiler-Labyrinth, der Motor in rötliches Licht getaucht. Galaktisch.
Bild: Toni Bader
Porsche 911 GT2 RS
Der Porsche wirkt erdverbundener, vertrauter, 911er eben. Aber was für einer: der stärkste und schnellste aller Zeiten. Bisher. Mit riesigen Lufteinlässen, ...
Bild: Toni Bader
Porsche 911 GT2 RS
... mächtigem Heckflügel und Carbon überall. Man sieht es förmlich, das 55 Jahre alte 911er-Konzept wurde optimiert, ausgereizt, zugespitzt.
Bild: Toni Bader
Porsche 911 GT2 RS
An Bord fühlst du dich praktisch wie im Golf, alles bekannt hier, Zündschloss links, großer Drehzahlmesser in der Mitte. Aber dann: Tacho bis 400, ...
Bild: Uli Sonntag
Porsche 911 GT2 RS
... zupackende Carbon-Schalensitze, immerhin mit einer Art Polsterung, Türgriffe als Schlaufen, kein Radio, kein Navi, selbst eine Klimaanlage haben sie uns beim Testwagen nicht gegönnt.
Bild: Uli Sonntag
McLaren 720S
Beim McLaren gelingt der Einstieg in die Pilotenkanzel erstaunlich mühelos. Die Türen reichen weit ins Dach – praktisch, da kann man sich von oben hineingleiten lassen. 
Bild: Uli Sonntag
McLaren 720S
Unter der tropfenförmigen Glaskuppel mit ihren dünnen Säulen ist die Rundumsicht dann bemerkenswert gut. Du sitzt weit vorn, nah an der Vorderachse, ungewohnt.
Bild: Uli Sonntag
McLaren 720S
Die knallengen Sitzschalen, bei denen sie die Polsterung vergessen haben, sind leicht nach hinten geneigt, man liegt nicht wirklich, aber fast. Die Einrichtung beschränkt sich auf ein paar wesentliche Elemente, alles filigran, leicht und hochfunktionell.
Bild: Uli Sonntag
McLaren 720S
Der 4,0-Liter-V8-Doppelturbo ist längs eingebaut, liefert 720 PS bei 7500 Touren, ...
Bild: Uli Sonntag
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... die Kraftübertragung besorgt ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe.
Bild: Uli Sonntag
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Im Porsche stellt der 3,8-Liter-Boxer 700 PS bei 7000 Touren bereit, auch hier ist ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe dabei. Klingt alles ziemlich Ehrfurcht gebietend, aber es sind doch nur Zahlen auf dem Papier, dürr und nackt. 
Bild: Uli Sonntag
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Im wirklichen Leben grollt der Boxer dunkel und böse, sprotzt und brüllt. Ein wildes Tier. Er dreht nicht, er explodiert – Schluss ist erst bei 7200 Touren – und entwickelt dabei einen irren Schub.
Bild: Uli Sonntag
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Das Getriebe veranstaltet blitzschnelle, auf Wunsch brutale Gangwechsel. 
Bild: Tobias Kempe / AUTO BILD
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Wie stets bei Porsche fällt die sagenhafte Traktion auf, Resultat ist eine wahnwitzige Beschleunigung. In 3,1 Sekunden springt der GT2 RS auf 100 km/h, in 8,9 Sekunden auf 200.
Bild: Uli Sonntag
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Das kann der McLaren aber auch. Der 720S reißt in 3,2 Sekunden die 100er-Marke, in 8,1 Sekunden die 200er. Beide Autos verfehlten damit ihre Werksangaben, aber keine Panik: Der Test fand bei 28 Grad in Süditalien statt, und Super Plus war einfach nicht aufzutreiben.
Bild: Uli Sonntag
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Die Tendenz ist aber klar: Der Porsche hat den heftigeren Antritt, der McLaren wird oben raus schneller. Der GT2 ist gnadenlos auf Abtrieb getrimmt, der 720S unter anderem mit seinem elektronisch gesteuerten, beweglichen Heckflügel auf aerodynamische Effizienz.
Bild: Uli Sonntag
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Der Flügel kann je nach Situation hohen Anpressdruck für schnelle Kurven aufbauen (49–56 Grad Neigung), sich für lange Geraden flach in den Wind legen (21 Grad Neigung) oder als Luftbremse aufstellen (70 Grad), um den Bremsweg zu verkürzen.
Bild: Uli Sonntag
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Der McLaren-V8 dreht zornig und stürmt ohne jede Atempause auf 8200 Touren, ab 3000 Touren wird der Schub gewalttätig.
Bild: Uli Sonntag
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Die Lader zischeln, der Motor brüllt schlürfend, metallisch und kreischt nicht ganz so infernalisch wie der Porsche. Das Getriebe erledigt den Start erstaunlich gefühlvoll, ...
Bild: Uli Sonntag
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... unter Last ist dann Schluss mit Gefühlen, dann gibt es den sprichwörtlichen Tritt in den Hintern. Die Lenkung arbeitet mit äußerster Präzision, direkt und mit feiner Rückmeldung. Großartig, doch ...
Bild: Uli Sonntag
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... der Porsche verfügt über keine Lenkung mehr, sondern eindeutig über telepathische Kräfte: Nur dran denken, schon geht er messerscharf um die Ecke, zumal ja auch die Hinterräder einschlagen. 
Bild: Uli Sonntag
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Man kommt da – so als mittelalter Erdenmensch – kaum noch hinterher. Kein Wunder, sie haben alle Gummilager der Fahrwerkslenker eliminiert und durch stählerne Kugelgelenke ersetzt, praktisch spielfrei.
Bild: Uli Sonntag
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Im direkten Vergleich auf der Strecke fährt der GT2 lauter und brutaler als der McLaren, bissig und direkt, stabil und unerschütterlich, mit sagenhafter Traktion. Er fordert dich mehr, braucht einen festen Griff am Lenkrad und schnelle Reaktionen. Es gilt: keinen Aktionismus, bitte! Mit einer ruhigen, sauberen Linie bist du schneller.
Bild: Uli Sonntag
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Der 720S ist ein anderes Wesen. Er zieht linear und präzise seine Radien, geschmeidig, kühl und kontrolliert, auf fast unheimliche Weise perfekt bis in die letzten Fasern seiner Carbon-Konstruktion. Mit äußerst agilem Einlenkverhalten, raffiniert abgestimmter Elektronik und einer feinen Balance.
Bild: Uli Sonntag
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Das Fazit von Dirk Branke: "Beim GT2 RS spürst du die ganze Erfahrung von Porsche. Eine brutale, heißblütige Fahrmaschine, ausgereift bis ins letzte Detail. Der 720S ist ganz anders. Ultramodern, hochintelligent, kühl und technoid. Einzigartig sind beide. Schade, dass wir nur fünf Sterne vergeben können – und die bekommen beide."
Bild: Uli Sonntag