Sabine Schmitz hat fast 25.000 Runden in der Grünen Hölle gedreht. Kaum ein Pilot/in ist besser in der Lage, die Feinheiten der Nordschleife des Nürburgrings und die Top-Autos der VLN vorzustellen als die Speedbee des Frikadelli-Teams.
Hatzenbach: Das erste kniffelige Stück ist das Geschlängel kurz nach der Einfahrt auf die Nordschleife. Im dritten Gang geht es durch die Hatzenbach-Kurve, vor der ersten Rechtskurve von Hoheneichen geht es dann voll in die Eisen.
Schwedenkreuz: Das Schwedenkreuz ist die erste Topspeed-Stelle der Strecke. Wer hier in einem Serienwagen unterwegs ist, kann eventuell sogar höhere Geschwindigkeiten erreichen, als später auf der Döttinger Höhe. Bei mir zeigt der Tacho rund 280 km/h an.
Adenauer Forst: Im Adenauer Forst gibt es zwei Linien, die für Touristen und die für Profis. Eigentlich geht dieser Streckenabschnitt schon in der Fuchsröhre los. Wenn ich dort rauskomme, sollte ich den Kerb links nicht mitnehmen. Die Schikane im Adenauer Forst fahre ich mittig an. Das sieht zwar komisch aus, bringt aber den meisten Speed.
Metzgesfeld: Eine langgezogene Linkskurve eröffnet diesen Streckenabschnitt. Hier muss ich mich entscheiden, fahre ich rechts oder links? Die Piste fällt von der Mitte in beiden Richtungen ab, was die Sache schwierig macht. Rechts sind viele Bodenwellen, links kann man nicht so schnell fahren.
Brünnchen: Hier ist immer was los. Bei jedem VLN-Rennen stehen die Fans in Massen im Brünnchen. Für mich heißt es hier: anbremsen, einlenken, den Fans winken und quer fahren. Das lieben die Zuschauer, solange ich nicht abfliege. Die Anfahrt ins Brünnchen ist sehr steil. Hier kann man richtig viel Tempo aufnehmen, muss aber auch höllisch aufpassen.
Pflanzgarten: Wenn ich zum Pflanzgarten komme, sehe ich oben auf dem Berg die Strecke erst mal nicht. Es geht dann schnell bergab in die kleine Schikane. Hier darf ich auf keinen Fall überholen, da einer von uns beiden sonst im Graben landen würde. Außerdem muss ich mich links halten und kurz vor dem kleinen Sprunghügel voll bremsen. Wichtig: Wenn das Auto leicht wird und abhebt, Bremse lösen, sonst landet man mit stehenden Rädern und dann ist die Fahrt im Kiesbett zu Ende.
Karussell: Das Karussell ist wohl der berühmteste Streckenabschnitt und zugleich von außen einer der spektakulärsten. Fahrerisch ist es gar nicht so schwer, hier gut durchzukommen. Für alle Fahrer gilt: Wer zuerst da ist, fährt auch zuerst ins Karussell. Angriffe enden hier meist in der Leitplanke. Bevor ich ins Karussell reinfahre, bremse ich auf etwa 85 km/h ab und bleibe ganz lang im oberen Bereich. Wenn links von mir die Betonplatten anfangen, lasse ich mich langsam in die Steilkurve fallen.
Galgenkopf: Der Galgenkopf ist die letzte Kurve vor der Döttinger Höhe. Hier kann man sich die komplette Runde ordentlich versauen, wenn man zu langsam aus dem Abschnitt herauskommt. Allerdings ist der Galgenkopf auch sehr kompliziert zu fahren. Im ersten Teil bleibe ich mittig. Im zweiten Abschnitt, nur eine ganz kleine Kurve, bin ich dann ganz links, um die lange, abschließende Kurve gut zu treffen. In dieser kommt es nämlich drauf an. Die Strecke geht leicht bergab. Ich setzte links an, lasse mich rechts rüber zum Scheitelpunkt der Kurve tragen und gebe sanft Vollgas, wobei ich wieder nach links rücke.
Black Falcon BMW Z4: Die amtierenden Meister setzen in diesem Jahr auf einen nagelneuen BMW Z4 (3000 cm3/265 PS). Der Wagen wird in der Serienwagenklasse V5 antreten. Am Steuer: Juniormeister Christer Joens und Meister Alex Böhm.
BMW M3 GT4: Die neue GT4-Klasse der VLN kann sich über die Nennung von BMW Motorsport freuen. Der seriennahe M3 GT4 (4000 cm3/420 PS) soll für das 24-Stunden-Rennen fit gemacht werden. Am Steuer des Testträgers: Werkspilot Jörg Müller (39). Den endgültigen VLN-Einsatz stemmt Schuberth.
Premierensaison des neuen Audi R8 V10: Das erste VLN-Rennen war zugleich der erste Renneinsatz des neuen Audi R8 (5200 ccm/525 PS). Phoenix Racing ist für den Start verantwortlich.
Manthey RSR: Mit dem Reglement (neue GT3- und GT4-Klasse und Luftmengenbegrenzer für die Großen) müssen sich die Porsche-Teams neu orientieren. Manthey Racing will mit seinem 997 RSR (3800 cm3/480 PS) um Siege kämpfen.
Alpina B6 GT3 Coupé: Giftgrün und sauschnell. Der Alpina BMW (4400 cm3/530 PS) startet in der neuen GT3-Klasse. Basis für den Renner (hier im FIA-GT3-Kleid) ist der B6-Motor aus dem Straßenmodell. Claudia Hürtgen (37) sitzt am Steuer.
Competition Cup Corvette R: Bisher wurde nur ein Auto für den neuen Cup angemeldet. Die Corvette Competition R mit dem V8-Motor (6200 cm3/480 PS) wird von German Maxxcars eingesetzt. Fahrer: Thomas Koll und Ed Nicelife.
Der orangefarbene Lamborghini Gallardo (5000 cm3/480 PS) von Raeder Motorsport geht in seine letzte Saison. Im vierten Jahr soll die Flunder wieder ganz vorne mitfahren und einzelne Rennsiege herausholen. Dafür muss das Team aber auch auf Patzer der Porsche Fraktion hoffen. Bei den Fans zählt der Wagen zu den beliebtesten. Stammpilot ist der erfahrene Dirk Adorf (39) aus Altenkirchen.
Neues Outfit: Der Porsche 997 RSR (3800 cm3 /480PS) kommt frisch lackiert und neu designed daher. Nachdem Hauptsponsor Bilstein den Vertrag nicht mehr verlängert hat, wurde auch das Auto umlackiert. Bis zum 24-Stunden-Rennen steht die Saisonplanung, die Zeit danach ist noch offen.
Eigenbau von Alzen: Eine Mischung aus Cup und RSR – so nennt Uwe Alzen (41) den neuen Porsche. Basis ist ein 997 Cup-Porsche mit großem RSR-Motor (3900 ccm/500 PS) "Ich denke, dass das Auto jetzt vergleichbar mit einem Porsche Cup S ist", sagt Alzen, der mit seinem Bruder Jürgen fährt.
Diesel im alternativen Lager: Benzin-, Gas- und Ethanol-Motoren werden in der VLN nicht mehr unterschieden. Lediglich für die Dieselaggregate sind vier gesonderte Klassen da. In der größten startet Dieselspeed mit seinem BMW 335d GTR (3000 cm3/374 PS).
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