Zwei automobile Schätze hatten exklusiv für AUTO BILD SPORTSCARS Tag der offenen Tür: Mercedes 300 SL und SLR McLaren. Zwei Flügeltürer der Extraklasse.
Die Qual der Wahl: SL und SLR zählen zu den ausgefallensten und leistungsstärksten Automobilen. Nicht nur das macht beide unbezahlbar.
Der Neue zitiert sein historisches Vorbild: Kotflügel-Kiemen im Wandel der Zeit.
Wo früher die Scheinwerfer noch steil im Wind standen, setzt man jetzt auf aerodynamische Effizienz. Was die Lichtausbeute angeht, kann der SL mit dem SLR natürlich nicht annähernd mithalten.
Fly with me: Beim SLR sind die Flügeltüren Designelement, beim 300 SL erlaubt das Rohrrahmenchassis keine andere Lösung.
Wo der eine schon ist, möchte der andere gerne hin: Der 300 SL ist eine Legende auf vier Rädern – das kann beim SLR ja noch werden.
Straßensportler mit Rennsport-Genen: Die Erfolge des W194 bei allen großen Rennen 1952 (Nürburgring, Mille Miglia, Le Mans, Panamericana) brachten dem Auto so viel Ruhm, dass Mercedes ein Serienmodell auflegte.
So gut wie bei diesem restaurierten SL hat der Motor damals nicht ausgesehen: Polierte Ansaugkrümmer verdecken den Block. Der Dreiliter-Reihensechser leistet dank scharfer Nockenwelle 215 PS.
Zu seiner Zeit atemberaubend schnell: In 9,3 Sekunden stürmt das Coupé aus dem Stand auf Tempo 100 und ...
... erreicht je nach Hinterachs-Übersetzung 220 bis 260 km/h Spitze. Da ist ein SLR natürlich längst noch nicht am Anschlag.
Typische Vertreter ihrer Zeit: die schmalen Stahlblechräder am 300 SL.
Spielzeug für Superreiche: 1400 Flügeltürer wurden zwischen 1954 und 1957 gebaut und für damals unerschwingliche 29.900 Mark verkauft.
Ein Blick in den Innneraum: Helles Leder und ein Volant ...
... mit Klapp-Trick. Für den besseren Einstieg verlässt das Lenkrad seine normale Stellung.
Ja, so sahen vor 50 Jahren Sportsitze aus. Kopfstützen und Seitenhalt? Fehlanzeige.
Augenweide: Die Instrumente im SL-Cockpit sind mit Chromringen eingefasst, Drehzahlmesser und Tachometer dominieren die Optik.
Der filigrane Schaltstock für vier Gänge steht hoch über dem Getriebetunnel. Auf Wunsch gibt es beim SL-Spezialisten HK-Engineering ein Fünfgang-Getriebe und ...
... ein Kofferset für die Reise.
Viel zu schade für die Sammlergarage: Der 50er-Jahre-Supersportler gehört auch heute noch definitiv auf die Straße.
Der kann alles besser als sein historisches Vorbild: Seit 2004 schreibt Mercedes-Benz mit dem SLR McLaren die Geschichte der Supersportler für die Straße fort.
Aus 5,4 Litern Hubraum erzeugt das V8-Triebwerk dank Kompressoraufladung einen brachialen Schub aus 626 PS und 780 Nm.
Supersportlich: In 3,8 Sekunden geht es im SLR aus dem Stand auf Tempo 100, nach 11,1 Sekunden wird die 200-km/h-Grenze durchbrochen. Spitze: 334 Sachen.
Luxus-Accessoire: Die 19-Zoll-Räder im Turbinenlook schlagen mit 9860 Euro Aufpreis zu Buche.
Bei allen historischen Zitaten lässt die Front unverkennbar wissen: Hier standen die Silberpfeile Pate, und das Rennteam McLaren legte Hand an.
Design aus dem Windkanal: Außenspiegel am SLR.
State of art: Die LED-Rückleuchten sprechen schneller als konventionelle Lampen an.
Imposantes Heckteil, der Spoiler fährt erst ab Tempo 95 dezent aus. Voll aufgestellt sehen ihn nur Hinterleute – bei voller Bremsleistung auf der Straße oder maximalem Abtrieb im Rennmodus.
Damit man weiß, dass man in der automobilen Sonderklasse sitzt: Der SLR-Schriftzug dominiert die Mittelkonsole.
Im Gegenteil zum historischen Vorbild haben die Sportsitze hier ihren Namen wirklich verdient.
Unglaublich, aber wahr: Der Tacho des SLR reicht bis 360 km/h – die tatsächliche Höchstgeschwindigkeit ist nur 26 km/h davon entfernt.
Wie die Waffensysteme eines Kampfjets: Klappe auf dem Schalthebel hoch, Bremse treten, Feuer frei – heißt: Motor an.
Nette Spielerei: der breite Regler zum Ausfahren der Luftbremse.
Höchste Sportlichkeit und Luxus haben auch anno 2006 bei Mercedes ihren Preis: Der SLR kostet satte 435.000 Euro.
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