Wie bei Mercedes üblich, wird auch dieses Coupé in den nächsten Jahrzehnten zu einem Liebhaberobjekt reifen. Gepflegte CLK-Coupés bis 80.000 km wechseln ab rund 9000 Euro den Besitzer.
Das CLK-Coupé erschien 1997 und löste die Coupés der E-Klasse (C 124) ab. Technisch basiert der CLK auf der Plattform der ersten Mercedes C-Klasse (W 202). Das CLK-Fahrwerk ist jedoch deutlich straffer ausgelegt, dennoch federt es komfortabel.
Zum Modellstart gab es den CLK als 200 (136 PS), 230 Kompressor (193 PS) und als 320 (218 PS) mit Sechszylinder, weiterhin konnte man zwischen der Ausstattungslinie Sport (im Bild) oder Elegance wählen. 1998 ergänzte der CLK 430 mit 279 PS-starkem V8 das Modellprogramm.
Der bis Mai 2000 produzierte CLK 200 mit 136 PS verbraucht rund zehn Liter und erreicht 208 km/h Spitze, wird jedoch sportlichen Fahrern nicht gerecht. Bessere Wahl: der 230 Kompressor. Der verbraucht nur zwei Liter mehr, bietet aber erheblich bessere Fahrleistungen.
Die Elegance-Ausstattung unterscheidet sich in erster Linie durch Chromeinlagen an Türgriffen und Zierleisten von der schlichteren Sport-Version. Die Fünf-Loch-Felgen gab es serienmäßig beim CLK Elegance.
Im Mai 1998 kam das viersitzige CLK Cabriolet auf den Markt. Im Unterschied zum Coupé sind die hinteren Seitenfenster versenkbar. Alle Motorisierungen des Coupés waren auch fürs Cabriolet lieferbar.
Das Verdeck ist sehr hochwertig und schalldicht. Zudem bietet es bauartbedingt einen größeren Kofferraum als ein Blechklappdach. Gepflegte Exemplare mit weniger als 80.000 km gibt es ab rund 12.000 Euro.
Sicherheit zuerst: Das CLK Cabriolet hat zwar keinen Überrollbügel, die Überschlagsicherheit ist dennoch auf hohem Niveau. Der Rahmen der Windschutzscheibe ist verstärkt, die hinteren Kopfstützen fungieren als Überschlagschutz und fahren bei einem drohenden Überschlag innerhalb von Millisekunden automatisch aus.
Im September 1999 wurde der CLK überarbeitet: Auffälligstes Unterscheidungssmerkmal sind die Blinker in den Außenspiegeln. Geändert wurden außerdem die Front- und Heckschürze, die Schweller und die Armaturenanlage. ESP und Tempomat serienmäßig.
Mit dem Facelift entfiel die Ausstattung Sport, sie wurde durch die Avantgarde-Linie ersetzt. Neue Basismotorisierung ab Mai 2000 war der CLK 200 Kompressor mit 163 PS. Sowohl Cabrio als auch Coupé sind damit dynamisch und wirtschaftlich motorisiert.
Die Spitzenmotorisierung des CLK ist ein Fall für Genießer: Der 279 PS starke CLK 430 mit Achtzylinder war eines der schnellsten Viersitzer-Cabrios. Dank hohem Wertverlust ist ein Scheckheft-gepflegtes CLK 430 Cabrio schon ab 18.000 Euro zu bekommen.
Die Kommandozentrale der ersten CLK-Generation vor dem Facelift in Sport-Ausstattung gibt keine Rätsel auf. Klassisches Mercedes-Cockpit mit Heizungsdrehreglern, Multifunktionshebel, drei Instrumenten, großem Lenkrad und Fußfeststellbremse.
Mit dem Facelift im September 1999 zieht das Elektronik-Zeitalter ein. Lenkrad mit Bedientasten, störanfälliges Display unter dem Tacho, gegen Aufpreis das Bedien- und Anzeigesystem COMAND. Pixelfehler im Display können Fachbetriebe kostengünstig beheben.
Die Raumlenkerhinterachse mit fünf Lenkern je Seite ist seit Modelleinführung des 190ers 1982 Garant für erstklassige Fahreigenschaften und guten Komfort. TÜV-Beanstandungen sind selten, das Fahrwerk ist wie das gesamte Auto auf lange Lebensdauer ausgelegt.
Teuer werden können Elektronikdefekte. Bei einem defekten COMAND-System oder Pixelfehlern im Kombiinstrument rät die Mercedes-Werkstatt häufig zum teuren Austausch, dabei lassen sich die Komponenten bei einem Elektronik-Spezialisten oftmals günstig instandsetzen.
Das Differnzial neigt bei hohen Laufleistungen zum Schwitzen. Solange kein Öl abtropft, beanstandet der TÜV nicht. Ernsthafte Leckagen sind selten.
Wenn an einem Auto nach zehn Jahren und mehr als 100.000 km noch der erste Aupuff montiert ist, grenzt das an ein Wunder. Die Mercedes-Abgasanlagen sind äußerst haltbar, ein Blick unter das Auto lohnt sich trotzdem immer.
Die zweite CLK-Generation (C 209) erschien im Mai 2002 und basierte technisch auf der 2000 vorgestellten C-Klasse (W 203). Mit den ineinanderlaufenden Doppelscheinwerfern orientiert sich der CLK am großen Coupé CL und am Roadster SL.
Stilistisch rückt der C 209 wieder ein Stück in die Richtung seines Vorgängers C 124: Heckabschluss, Dachschwung und die rahmenlosen Seitenscheiben ohne B-Säule erinnern an die von 1987 bis 1996 gebauten Mittelklasse-Coupés.
2003 wurde auch das CLK-Cabrio neu aufgelegt. Es wird nicht mehr wie der Vorgänger im Bremer Mercedes-Werk, sondern bei Karmann in Osnabrück produziert. Die Fertigungsqualität ist über jeden Zweifel erhaben.
Schon zwei Jahre nach Modellstart wird der CLK 2005 optisch überarbeitet. Zu erkennen unter anderem am Kühlergrill mit nur noch zwei statt drei Lamellen, umgestalteten Front- und Heckschürzen und einer veränderten Grafik der Rückleuchten.
2006 erhielt der CLK 500 einen neuen V8-Motor mit 388 PS. Das 5,5-Liter-Aggregat mit Vierventilkopf verhilft dem komfortablen CLK zu äußerst potenten Fahrleistungen. Nach zwei Jahren hat ein CLK 500 rund 40 Prozent seines Wertes verloren, Gebrauchtkäufer können ein Schnäppchen machen.
Einen idealen Kompromiss zwischen günstigem Unterhalt und sportlichen Fahrleistungen bietet der ab 2007 angebotene CLK 200 Kompressor mit 184 PS, der auf dem Gebrauchtmarkt jedoch selten ist. Auch der 163 PS-starke Vorgänger ist eine Empfehlung: spurtstark und mit rund zehn Litern sparsam.
Auch das Cabriolet profitierte von der Modellpflege. 2005 bot Mercedes mit dem CLK 320 CDI erstmals ein Cabriolet mit Dieselantrieb an. Als Gebrauchtwagen nicht unter 30.000 Euro zu bekommen.
Das Cockpit des CLK vor der Modellpflege ist aufgeräumt, funktionell und bestens verarbeitet, jedoch entspricht die Wertanmutung nicht dem Premiumanspruch. Die Mittelkonsole lässt die Verwandschaft zur C-Klasse erkennen.
Nach der Modellpflege präsentiert sich die Armaturenanlage so, wie man es von einem Mercedes erwartet. Neue Schalter in der Mittelkonsole, dezenter Chromeinsatz, ein neues COMAND-System mit größerem Bildschirm, neue Bedienung der Klimaautomatik und eine hochwertige Materialauswahl verbessern die Wertigkeit im Innenraum.
1981 erleichterte der Gurtbringer in den großen SEC-Coupés erstmals das Anlegen der Sicherheitsgurte vorn. Während der erste CLK (1997 bis 2002) wegen der vorhandenen B-Säule auf ihn verzichtete, ist er beim aktuellen CLK wieder an Bord.
Leistungshungrige CLK-Fans wählen den CLK 63 AMG mit 481 PS. Auf dem Gebrauchtmarkt ist das AMG-Spitzenmodell aufgrund der geringen Stückzahl und der erst zweijährigen Bauzeit sehr selten anzutreffen.
AMG-Modelle locken Gebrauchtkäufer mit hohem Wertverlust und brachialer Leistung, die hohen Folgekosten sollten aber nicht übersehen werden. Viele Verschleißteile sind AMG-spezifisch und erheblich teurer als die Serienteile.
Die Coupé-Alternativen: Das BMW 3er Coupé (E 46) wurde von 1999 bis 2006 gebaut, mit Vier- und Sechszylindermotoren. Für Eilige mit dicker Geldbörse gibt es den Zweitürer auch als M3 mit 343 PS. Als 320 Ci mit circa 120.000 km ab 7900 Euro zu haben.
Das Peugeot 406 Coupé wurde von Pininfarina gestaltet. Von 1997 bis 2005 lief das flache Coupé mit Motoren von 132 bis 207 PS von Band. Mit einer Laufleistung von rund 140.000 km gibt es das 406 Coupé bereits ab 5800 Euro.
Der Volvo C70 wurde von 1997 bis 2002 produziert und baut auf der Bodengruppe des Volvo 850 auf. Als Motoren kamen sonor klingende Fünfzylinder-Benziner zum Einsatz, die 163, 170, 193 und 240 PS leisteten. Exemplare mit rund 120.000 km werden ab 7900 Euro gehandelt.
Weitere Bildergalerien und Videos zum Thema finden Sie in den Empfehlungen auf der linken Seite.