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Mercedes C-Klasse im 400.000-Kilometer-Dauertest

Mercedes C 180 Kompressor Classic
Rein rechnerisch hat unser Mercedes C 180 im Rahmen seines Mega-Dauertests jetzt schon die zehnte Erdumrundung hinter sich gebracht – 400.000 Kilometer! Hier kommt der Zustandsbericht.
Bild: Bernd Hanselmann
Mercedes C 180 Kompressor Classic
Die C-Klasse lehrt uns unentwegt, wie wenig es braucht, um glücklich zu sein – da assistiert keiner, da gibt es kein Multimediagedöns, da sitzt du auf stoffbezogenen Basissitzen und fährst auf 16-Zoll-Rädern aus Stahl. Und? Schmälert der Verzicht das Fahrvergnügen? Nicht die Bohne, schwören fast alle Benz-Benutzer.
Bild: Bozo Furkes
Mercedes C 180 Kompressor Classic
Dabei muss man wissen, dass es sich um ein extrem rares Exemplar des Typs W 204 handelt: ein C 180 Kompressor, aber ohne Extras. Einzige Ausnahme ist das kleine Navi Audio 50 APS. Und das hätten wir uns schenken können. Eine Ameise mit Tinte an den Füßen ist zielführender.
Bild: Roland Sassen
Mercedes C 180 Kompressor Classic
Was geschah seit dem Etappenziel bei Kilometer 300.000, das die C-Klasse (abgesehen vom kostspieligen Tausch des Katalysators) ohne besondere Vorkommnisse erreichte? Nicht viel. Höhepunkte waren die dringend notwendige Erneuerung der Steuerkette inklusive Nockenwellenversteller sowie ein neuer Anlasser. Ansonsten ein paar Leuchtbirnen, frische Bremsen, eine neue Frontscheibe (Steinschlag).
Bild: Christian Steiger
Mercedes C 180 Kompressor Classic
Und dann ein Missgeschick, für das unser Benz gar nichts konnte: Beim Rückwärtsfahren mit geöffneter Fahrertür übersah ein Kollege nach einem aufreibenden Arbeitstag eine Betonsäule im Parkhaus – die Tür knallt mit voller Wucht dagegen, bohrt sich in Richtung Kotflügel. Nur mit grober Gewalt lässt sie sich noch schließen.
Bild: Thomas Ruddies
Mercedes C 180 Kompressor Classic
Die Reparatur bedeutet beinahe den wirtschaftlichen Totalschaden: Mercedes verlangt 4581,36 Euro für den Tausch der Fahrertür und des Kotflügels vorn links. Natürlich verwendet die Werksniederlassung Neuteile und lackiert diese, dazu kommt der horrende Stundensatz von 196,35 Euro für Karosseriearbeiten der Hamburger Niederlassung. Wir besorgen bei Ebay ...
Bild: Thomas Ruddies
Mercedes C 180 Kompressor Classic
... eine gebrauchte Fahrertür für 500 Euro in unserem Lackton Calcitweiß, so sparen wir die Lackierarbeiten. Der Kotflügel hat  nur eine kaum sichtbare Stauchung, mit der  wir leben können – deshalb bleibt er einfach drin.
Bild: Thomas Ruddies
Mercedes C 180 Kompressor Classic
Der Gesundheitscheck bei Kilometer 404.695 im Werk attestiert dem Dauer-Benz schließlich beste Voraussetzungen für weitere 100.000 Kilometer. Selbstverständlich hat der Dauereinsatz ...
Bild: Bernd Hanselmann
Mercedes C 180 Kompressor Classic
... Spuren hinterlassen: leichte Lackablösungen an den Türgriffen und am vorderen Stoßfänger, die Chrombeschichtung am Kühlergrill schwächelt. Und, nein – gänzlich rostfrei ist der Benz auch nicht. Wir finden ...
Bild: Bernd Hanselmann
Mercedes C 180 Kompressor Classic
... zarte Korrosionsansätze an den Achsen, an den Federaufnahmen, am Rahmenlängsträger. Jedoch alles weit davon entfernt, sorgenvoll in Richtung nächste Hauptuntersuchung (10/2018) blicken zu müssen.
Bild: Bernd Hanselmann
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Aber eine kleine Frischzellenkur, das lässt sich nicht verheimlichen, ist nun angebracht. Wir gönnen dem Oldie neue Stoßdämpfer, denn nach über 400.000 Kilometern haben die alten nur noch die Wirkung einer Luftpumpe. Zudem poltert es beim Überfahren von Kopfsteinpflaster: Die Federbeinlager sind ebenfalls verschlissen. Bei Daimler ...
Bild: Thomas Ruddies
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... kostet der Austausch 2554,49 Euro – die freie Werkstatt erledigt dies ebenso professionell, verlangt aber nur 1640,88 Euro.
Bild: Thomas Ruddies
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Zum ersten Mal in seinem langen Leben, lassen wir den leicht durchgesessenen Fahrersitz aufpolstern. Wenn in zehn Jahren mindestens 50 verschiedene Fahrer beim Ein- und Aussteigen über das Sitzkissen rutschen, büßt dieses schon mal Spannkraft ein. Äußerlich ist der Fahrersitz unseres C 180 zwar noch in einem erstaunlich guten Zustand, jedoch ist das Sitzkissen nicht mehr ...
Bild: Thomas Ruddies
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... ausreichend fest. Ein Fall für den Autosattler. Für 178,50 Euro wird die Sitzfläche neu aufgepolstert – nun sitzt es sich wieder richtig gut.
Bild: Thomas Ruddies
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Außerdem geben wir unsere C-Klasse zum Aufbereiter, der soll sie herausputzen. Das hat sie sich verdient. Zumal sie während der letzten 200.000 Kilometer im Schnitt mit nur 50 Euro/1000 km für Reparaturen auskam. Jetzt ist der Lack ermattet und oberflächlich verkratzt, im Innenraum müffelt es. Es braucht ...
Bild: Thomas Ruddies
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... zwei volle Arbeitstage, um jede Ritze akribisch zu reinigen, u. a. wird das komplette Auto von Hand mit Reinigungsknete behandelt und dreimal poliert. Kosten: 928,20 Euro.
Bild: Thomas Ruddies
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Wird unsere C-Klasse die halbe Million knacken? Ja, da sind wir sehr zuversichtlich. Und freuen uns schon mal drauf.
Bild: Ronald Sassen
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Fazit von Redakteur Lars Busemann: Unser C 180 ist mehr als ein gewöhnlicher Dauertestwagen. Er ist ein Statement gegen die Wegwerfgesellschaft. Er zeigt, wie lange ein Auto selbst unter harten Testbedingungen halten kann – bei regelmäßiger Wartung. Vertragswerkstätten der Hersteller sind zu teuer, holen Sie sich Angebote freier Werkstätten, die qualitativ oft vergleichbar, aber erheblich günstiger sind. Wir melden uns wieder – bei 500.000 Kilometern.
Bild: Bozo Furkes