Drei Charaktertypen, drei Traumwagen – ein starker Vorgeschmack auf den Sommer 2008. AUTO BILD hat den frisch gelifteten Mercedes SL 350 ...
... mit seinen beiden deutschen Edel-Cabrio-Konkurrenten BMW 630i Cabrio und Porsche 911 Carrera S Cabrio verglichen.
Dezente Eleganz und fließende Linien? Das war gestern. Heute schaut der SL aggressiv aus großen Augen. Scharfe Kanten fassen mächtige Lufteinlässe ein, der Bug ist V-förmig gepfeilt.
Unter der Haube mit den beiden Powerdomes gibt es ein neues Motorenprogramm. Im Vergleich wird der SL vom hochdrehenden "Sportmotor" bewegt – ein weiterentwickelter 3,5-Liter-V6, der 316 PS und 360 Nm Drehmoment in den Antriebsstrang schickt.
Zügig: Der SL 350 beschleunigt in 6,2 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Maximal sind 250 km/h drin, dann regelt der Begrenzer ab.
Die Bewegungen des Dachs sind immer noch eine Show. Das mechanische Balett, bei dem ...
... eine Hydraulikpumpe mit 200 Bar Druck und elf Stellzylinder zusammenspielen, ...
... dauert 16 Sekunden. Bei offenem Verdeck schluckt der Kofferraum 235 Liter, geschlossen sind es 339 Liter.
Fließende Linien innen: Optisch und haptisch ist das Cockpit des SL eine geschmeidige Wohlfühl-Landschaft. Das Lenkrad und die Instrumente sind neu gestaltet, auf der Mittelkonsole gibt es Alu-Blenden.
Überarbeitet: der Monitor des Bediensystems Comand.
Der Luftschal: Beim SL sind die Ventilatoren und die Heizung des "Airscarf"-Systems in die Kopfstützen integriert. So umweht ...
... den Nacken der Passagiere stets ein angenehm kuscheliger Sommerwind – auch im tiefsten Winter.
Praktisch: Koffer-Gurte halten das Gepäck hinter den Frontsitzen in Position.
Zu welchen Preisen der neue SL ab 5. April 2008 zu haben sein wird, steht noch nicht fest. Sicher ist nur, dass der offene Benz um 1,2 Prozent teurer wird. Beim 350er wären damit rund 86.000 Euro fällig.
Der edle SL-Gegner aus München gibt sich dynamisch: Verstellbare Stabis und die Aktivlenkung (beides Extras) verleihen der 1,7 Tonnen schweren Luxusyacht einen erstaunlichen Sportsgeist.
Sechs Zylinder, natürlich in Reihe – ein appetitlicher Anblick. Die Maschine holt aus drei Litern Hubraum 272 PS und 320 Nm Drehmoment.
In Sachen Fahrleistungen kann der BMW mit SL und 911 nicht ganz mithalten: Für den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 braucht der Bayer 6,7 Sekunden. Wie im Mercedes ist bei 250 km/h Schluss mit Vortrieb.
Klassisch: BMW setzt zum Wetterschutz für Passagiere und Interieur auf ein Stoffdach, ...
... das beim Zurückklappen die Heckscheibe ausklinkt und ...
... sich in 20 Sekunden im Heck verstaut.
Flach, aber lang: Der 6er-Gepäckraum mit dem eckigen Deckel schluckt 350 Liter – wenn das Verdeck geschlossen ist.
Münchner Neo-Barock: Das Cockpit des 6er wirkt technoid und wuchtig.
Üppig: Weiche Sessel mit integrierten Gurten sorgen vorne für komfortables Reisen, ...
... während die beiden hinteren Plätze nur für die Kurzstrecke taugen. Zum reinen Zweisitzer ...
... wird der Sechser bei montiertem Windschott.
Suchspiel: Die Verdeck-Tasten sind reichlich klein geraten.
Großes Kino: Der Monitor für den elektronischen Pfadfinder sitzt unter einem geschwungenen Dach über der Mittelkonsole.
Neues Feature: Den Schalter für den Spurhalte-Assistenten platziert BMW im Lenkrad.
Preiswert: Das BMW 630i Cabrio ist mit einem Grundpreis von 75.100 Euro zumindest in diesem Vergleich das Schnäppchen.
Der Porsche, der lediglich 1505 Kilogramm auf die Waage bringt, ist das reinste Eisen unter den drei Konkurrenten. Der Held der Landstraße, der Querbeschleunigung, der Zwischenspurts.
Innere Werte: Traditionell trägt Porsche seinen Motor nicht zur Schau. So zeigt der 3,8-Liter-Boxer nur ein paar Anbauteile und entwickelt seine 355 PS und 400 Nm Drehmoment eher im Verborgenen.
Einsame Spitze: Die Fahrmaschine des Vergleichs absolviert den Prestigesprint in 4,9 Sekunden. Auch bei der Höchstgeschwindigkeit von 293 km/h lässt der Porsche den beiden anderen Cabrios keine Chance.
Ohne Abdeckung: Beim Carrera Cabrio bleibt die oberste Lage des gefalteten Verdecks frei liegen. In 20 Sekunden ...
... faltet sich die klassische Stoffmütze schützend über die Passagiere. Dieses elegante Kunststück ...
... gelingt dem Porsche bis Tempo 50.
Egal ob mit offenem oder geschlossem Verdeck: Der Porsche-Kofferraum im Bug schluckt immer 135 Liter. Wer ein Windschott mitführt, hat nur noch Platz für einen Aktenkoffer.
Klare Linie: Das relativ schmale Cockpit des Carrera ist im klassischen Porsche-Look gehalten. Die Rundinstrumente sind ineinander verschachtelt, als Extra gibt es eine analoge Stoppuhr.
Die halten Pilot und Beifahrer fest: Porsche setzt auf straff gepolsterte Sitze ohne integrierten Sicherheitsgurt.
Volles Programm: Die Tastensammlung rund ums Navigationssystem ist reichhaltig und verwirrend.
Was für ein Anblick: Wer diesen knackigen Sportwagen-Hintern beim Öffnen der Garage genießen will, muss mindestens 102.548 Euro nach Zuffenhausen überweisen.
Fazit von AUTO BILD-Autor Johannes Köbler: "Nicht erschrecken: Der geliftete Mercedes SL ist nicht so böse, wie er tut. Hinter dem aggressiven Gesicht des großen Roadsters stecken ein interessanter neuer V6-Motor und die vertrauten Werte – hoher Komfort, feiner Stil und ...
... kultivierter Sportgeist, gekrönt vom immer noch tollen Variodach. Nach sieben Jahren Bauzeit ist der Mercedes SL zu einem Klassiker der Gegenwart gereift – auf dem jüngsten Stand der Technik."
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