Ankunft Dublin, 14. April: Auf zum Avis-Schalter. Statt des bestellten VW Multivan gibt's einen Nissan Primastar. Eine unfreiwillige, aber gute Wahl – denn der Japaner überzeugte während des Trips als prima Reisekutsche.
Bevor die Fahrt so richtig beginnt, muss der Bus noch aufgetankt werden. Aber zuerst gibt's für die vier durstigen Angler das erste kühle, schaumige Guinness in einem der zahlreichen Pubs am Straßenrand.
Dann darf auch der Primastar trinken. Frisch bedieselt an einer der unzähligen Uralt-Tankstellen geht es los. Der Hecht ruft!
Übrigens: Selbst wer den Pub-Besuch mit dem Auftanken verbinden möchte, wird auf der "grünen Insel" fündig.
Die Fahrt quer durchs Land ist eine Reise in die Vergangenheit. Kilometerweit kein Haus, kein Mensch, kein Lärm. Wie in der Steinzeit. Vom einsamen Hochland in Connemara ...
... geht's über schmale Sträßchen im County Sligo ...
... durch viele typische irische Kleinstädte mit bunten Häusern – jedes zweite ein Pub. Nächster Boxenstopp!
Der Primastar verrichtet seine Arbeit mit Bravour. Der Name scheint zu verpflichten.
Die 114 Diesel-Pferdchen sorgen auch bei voller Bepackung für ordentlich Vortrieb.
Unsere drei Meter langen Angeln können zudem problemlos unter den Sitzen durchgesteckt werden.
Mit diesem Luxus können wir direkt ans Wasser fahren und sofort losangeln. Herrlich!
Die hohe Sitzposition lässt einen alles erhabenen Blick durch die großen Fenster zu. Auf den neun bequemen Sitzen lässt es sich so vortrefflich entspannen. Selbst auf ...
... sandigem Untergrund kommt der Zwei-Tonner nicht ins Straucheln.
Das Gesicht des Primastar kommt uns von Anfang an irgendwie bekannt vor.
Kein Wunder: Der Japan-Kleinbus ...
... ist nämlich der Zwillingsbruder von Renault Traffic und Opel Vivaro, die auf deutschen Straßen häufiger anzutreffen sind.
Noch einmal zurück zum Ladevolumen: in den Primastar geht richtig viel Sperriges rein. Besonders Angler und Camper kommen hier voll auf ihre Kosten. Als Neunsitzer schluckt er ...
... 2,2 Kubikmeter Ladung – verzichtet man auf die letzte Sitzreihe, sind es satte vier Kubikmeter.
Egal ob lange Angeln, hohe Gummistiefel ...
... oder einfach nur jede Menge großer Koffer – der Laderaum lädt zum Vollpacken ein.
Die zweite Sitzbank lässt sich bequem umklappen, der Einstieg in die letzte Reihe gelingt so kinderleicht – auch für Passagiere mit Achillessehnenriss. Doch nun zurück zum Trip: nach ...
... einer kurzen Rast im legendären Seafood-Restaurant Smugglers Creek bringt uns der ...
... wenig durstige Nissan sicher und komfortabel ans Ziel. Zur Cathcard's Lodge auf Belle Isle im nordirischen County Fermanagh.
Auch hier: traumhafte Landschaft, soweit das Auge reicht. Bei strahlendem, für Irland untypischem Sonnenschein beziehen wir unser Angel-Domizil.
Einzige Beobachter: ein paar Jungbullen beim Wiederkäuen. Diese Einsamkeit – herrlich!
Früh morgens am nächsten Tag wird der Common-Rail-Diesel dann gegen einen Acht-PS-Außenborder getauscht, und es geht raus aufs schillernd blaue Erne-Wasser.
Mit der nötigen Ruhe, ein wenig Geduld, dem richtigen Köder ...
... und der passenden "Befeuerung" kann schon nach kurzer Zeit ...
... der erste prächtige Erne-Hecht gelandet werden. Der schmeckt wenige Stunden später – mariniert mit Salz und Zitrone und gebraten in Butter – einfach gigantisch.
Wer nicht angeln möchte, findet in Irland und Nordirland alle paar Meter eine nette Bed and Breakfast-Unterkunft und kann die herrliche Landschaft per Mietwagen oder mit dem Rad erkunden. Oder ...
... sich gedankenverloren einem leckeren Guinness hingeben.
Na ja, oder auch dreien.
Als Urlaubs-Alternative kann bei unzähligen Anbietern eine spannende Hausboottour auf dem Shannon oder dem River Erne gebucht werden.
Zahlreiche Schlösser und Cottages bieten auch gehobenen Standard. Da lässt sich's vorm Kamin prima bei einer netten Lektüre dösen.
Wer nicht auf deutsche Wurst und andere Köstlichkeiten verzichten möchte, findet bei Lidl bestimmt etwas Passendes.
Irlands Westküste ist von Cork bis hinauf nach Donegal umwerfend schön. Solch ein sattes Grün ...
... auf schroffen Felsklippen findet man nur hier. Und überall grüßt einen ...
... der fröhliche Guinness-Tukan und lädt zum Verweilen ein. Entgegen weitläufiger Meinungen ist die irische Küche nämlich oft vorzüglich. Besonders Fischgerichte ...
... können ohne Probleme mit der französischen, italienischen und deutschen Küche konkurrieren.
Am Ende eines traumhaften Angeltrips lassen wir uns in Dublin noch schnell von Herrn Jackson himself die Nägelchen feilen und fliegen zufrieden und von allen Fischschuppen befreit nach Hamburg zurück.
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