Früher waren Mitsubishis verlässliche, aber langweilige Autos. Das soll sich laut Mitsubishi jetzt ändern.
Nicht mehr Opel Astra oder Ford Focus sind die Gegner, sondern Alfa 159 und Volvo S40, vielleicht auch noch der Mazda3.
Dabei will Mitsubishi aber keine neue Premium-Marke werden, sondern "verdammt viel Auto fürs Geld bieten" und "irgendwie besonders" sein.
Optisch gewinnt der neue Lancer im Vergleich zum biederen Vorgänger dank Haifischmaul, hoher Schulterlinie und scharf gezeichneten Scheinwerfern.
Die Anleihen bei den Konkurrenten sind offensichtlich, der Mitsubishi könnte auch Alvo oder Volfa heißen.
Das Fahrwerk in der zweitniedrigsten Ausstattungsstufe Invite ist auf Komfort getrimmt, lässt sportliche Ambitionen weitgehend vermissen. Dazu kommt eine etwas teigige Lenkung.
Sportlich wird es ab der Intense-Ausstattung und in Verbindung mit dem von VW zugelieferten TDI mit 140 PS. Der klingt zwar immer noch wie ein Traktor, aber er dreht konsequent und verbraucht wenig.
Die 18-Zoll-Räder (sonst 16 Zoll) und das straffere Fahrwerk machen den Lancer zum echten Kurvenjäger, der nur mit Mühe an seine Grenzen zu bringen ist.
Man darf sich schon jetzt auf den Zweiliter-Turbo mit 240 PS freuen, den Mitsubishi im kommenden Jahr nachschiebt und der die doch beträchtliche Leistungslücke zum neuen Evo mit knapp 300 PS füllen soll.
Der Kofferraum ist mit 400 Litern erträglich groß, durch die schmale Luke aber nur eingeschränkt nutzbar.
Ein 650-Watt-Soundsystem samt Subwoofer im Kofferraum ist ab der Intense-Ausstattung Serie.
Verkaufen wird Mitsubishi den Lancer weiter über den Preis. 19.250 Euro rufen die Händler für die Basis "Inform" auf.
Nicht stilprägend ist die verwendeten Hartplastik des Armaturenträgers oder der lieblos verlegte Billigfilz im Kofferraum.
Ein Multifunktionslenkrad ist in der Linie Intense im Programm, die Bedienung ist klar und einfach.
Stand hier Alfa Pate? Tief liegende Rundinstrumente mit Zierringen, allerdings nur aus Plastik.
Die Ausstattung ist üppig: neun Airbags, ESP, ABS, elektrische Fensterheber vorn, Zentralverriegelung, Klimaanlage oder CD-Radio sind stets vorhanden. Der Diesel kostet 2240 Euro mehr.
Nobel wird es im Top-Modell Instyle mit Lederbestuhlung, Bi-Xenon-Scheinwerfern samt Kurvenlicht ...
... und einem Touchscreen-Navi mit 30-Gigabyte-Festplatte. Das liest auf Wunsch die eigenen CDs ein und speichert sie ab. Dann kostet der Lancer mindestens 25.750 Euro.
Weit wichtiger für Mitsubishi wird aber die Einführung des Fließhecks, das "Sports Wagon" heißen wird und etwa 70 Prozent der Verkäufe in Deutschland ausmachen soll. Fotos liefert Mitsubishi noch nicht.
Für Mitsubishi ist der neue Lancer ein optischer Quantensprung. Aber der Kunde muss das Wachstum in jeder Hinsicht auch mit höheren Preisen bezahlen. Dank des Fließhecks wird der Japaner seinen Weg machen.
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